Wer im Weihnachtsgeschäft einen neuen Rechner gekauft hat, braucht über den Umstieg auf Vista nicht nachzudenken - es ist nämlich meist vorinstalliert. ZDNet erklärt, wie man das Maximum herausholt und die größten Probleme umschifft.
Microsoft[1] musste in den seit der Markteinführung von Windows Vista[2] vergangenen elf Monaten viel Kritik einstecken: Fehlende oder instabile Treiber, inkompatible Software sowie Stabilitätsprobleme wurden dem XP-Nachfolger zur Last gelegt. Entsprechend kontrovers verliefen Diskussionen um die Frage, ob und wann man umsteigen sollte.
Die PC-Hersteller haben diese Entscheidung für ihre Kunden bereits getroffen: Inzwischen wird fast jeder Desktop und jedes Notebook standardmäßig mit Vista ausgeliefert. So machen viele in diesen Tagen mit dem zu Weihnachten gekauften Rechner ihre ersten Gehversuche mit dem neuen OS.
ZDNet hilft dabei, die wichtigsten Einstellungen vorzunehmen und die interessantesten Features zu entdecken. Alle kursiv dargestellten Funktionen lassen sich über die Suche im Startmenü aufrufen.Viele OEMs[3] bessern ihre Margen durch die Vorinstallation von Demo-Software auf oder geben ihren Rechnern wahllos irgendwelche Tools auf den Weg. Dadurch wird Windows ausgebremst, und die Stabilität leidet.
Man sollte sich in der Systemsteuerung unter Programme und Funktionen die Liste der Anwendungen ansehen und nicht Benötigtes deinstallieren. Ein sauberes Windows-Setup wäre zu bevorzugen, ist aber meist nicht möglich, da sich die ungeliebte Software mit auf dem Datenträger für die Installation befindet.
Microsoft hat für das Betriebssystem mittlerweile über 20 Patches veröffentlichet, die Sicherheitslücken schließen sowie für mehr Stabilität und Performance sorgen. So konnten einige der größeren Probleme gelindert oder beseitigt werden.
Es ist empfehlenswert, sicherzustellen, dass alle aktuellen Updates eingespielt sind. Dies ist auch bei einem neuen Rechner notwendig, da er schon vor Wochen oder Monaten produziert worden sein kann. Normalerweise erledigt Vista die Installation von Updates bei bestehender Internetverbindung automatisch, ein Blick in Windows Update bringt aber Gewissheit. Fast jeder PC ist heutzutage mit dem Internet verbunden und mit anderen Maschinen vernetzt. Alle damit verbundenen Einstellungen hat Microsoft gegenüber XP völlig umgekrempelt. Zentrale Anlaufstelle ist jetzt das Netwerk- und Freigabecenter.
Am linken Rand unter Aufgaben sind alle Möglichkeiten zur Anbindung eines Vista-Rechners aufgelistet: Verbindung mit einem Netzwerk herstellen hilft dabei, WLANs (drahtlose Netze) einzusehen und sich damit zu verbinden. Eine Verbindung oder ein Netzwerk einrichten zeigt mehrere Assistenten, die einen beispielsweise bei der Einrichtung von VPNs (sichere, getunnelte Verbindungen zwischen zwei Systemen über das Internet) oder Ad-hoc-Netzwerken unterstützen.
Wenn Windows Vista ein neuen LAN oder WLAN erkennt, erscheint ein Fenster, das den Anwender zur Auswahl eines Netzwerkstandorts auffordert. Die Optionen sind Privat, Arbeitsplatz und Öffentlich. Sie haben unmittelbare Auswirkungen auf die Konfiguration der Netzwerkeinstellungen und sollten daher nicht einfach übergangen werden. Eine Änderung ist später aber problemlos möglich.
Privat und Arbeitsplatz bedeuten, dass der Rechner andere Maschinen im Netz auffinden kann und umgekehrt. Die Vista-Firewall wird entsprechend konfiguriert. Die Optionen haben die gleiche Wirkung und sind beim Einsatz zu Hause zu empfehlen.
Hält man sich dagegen in einem öffentlichen LAN oder WLAN auf, sollte man die Auswahl Öffentlich treffen. Der Rechner ist für andere nicht sichtbar und wird durch restriktivere Firewalleinstellungen geschützt. Sollte der Vista-PC also scheinbar keine Verbindung zum Heimnetzwerk haben, ist die Einstellung höchstwahrscheinlich auf Öffentlich.
Unter Freigabe und Erkennung lassen sich Freigaben von Ordnern und Druckern einstellen. Alles ist in ganzen Sätzen ausführlich erklärt. Schon bei der Einrichtung des Netzwerks machen Nutzer mit einer heftig kritisieren Vista-Funktion Bekanntschaft: der Benutzerkontensteuerung. Sie wird immer bei Aktionen aktiv, die größere Auswirkungen auf das Gesamtsystem haben - beispielsweise Installationen und Änderungen der Konfiguration.
Hat der aktuelle Nutzer Administratorrechte, muss man den Vorgang mit einem Klick auf Fortsetzen abnicken, als Standard-Nutzer ist die Eingabe des Admin-Passworts notwendig. Microsoft will damit Viren und anderer Schadsoftware weniger Angriffsfläche bieten.
Zwar kann die Benutzerkontensteuerung anfangs nervig sein, auf ihre Abschaltung sollte man aber dennoch verzichten. Sie sorgt tatsächlich für etwas mehr Sicherheit. Nach der Einrichtung des Systems ist sie zudem deutlich seltener zu sehen. Wer die Funktion dennoch deaktivieren möchte, kann dies unter Benutzerkonten erledigen.Microsoft hat Windows Vista eine neue Optik verpasst, die allerdings nicht bei allen Anwendern gleichermaßen beliebt ist. Es gibt aber unter Desktop -> Rechtsklick -> Anpassen mehrere Möglichkeiten, das Design zu modifizieren.
Unter Fensterfarbe und Darstellung lässt sich die Farbe der Fensterrahmen einstellen - vordefiniert und per Mixer. Dort können auch die von vielen Anwendern als störend empfundenen Transparenzen der Rahmen deaktiviert werden. Wer lieber mit Windows-2000-Optik arbeitet, kann unter Design zu Windows - klassisch wechseln.
Auch der Explorer zur Verwaltung von Dateien hat deutliche Überarbeitungen erfahren. Die Strukturierung des Fensters kann unter Organisieren -> Layout beeinflusst werden. Der Punkt Menüleiste fördert beispielsweise die bekannten Drop-Down-Menüs wie Datei und Bearbeiten zu Tage. Das optional einblendbare Vorschaufenster erspart einem bei bestimmten Dateitypen das Öffnen des Files.
Der Bereich Linkfavoriten am linken Rand beherbergt beliebige Verknüpfungen ins Dateisystem. Eine sinnvolle Belegung kann einem viel Zeit sparen. Die Größe des Verzeichnisbaums, der sich unter Ordner befindet, kann mit der Maus modifiziert werden. Dazu genügt es, die horizontale Trennlinie zu Linkfavoriten nach oben oder unten zu ziehen.
Im Vergleich zu seinem Vorgänger hat Windows Vista einige interessante Features hinzugewonnen. Während es von XP eine separate Media Center Edition gibt, ist die fernbedienbare Oberfläche unter dem meist verwendeten Vista Home Premium serienmäßig. Wenr über eine kompatible TV-Karte mit BDA-Treiber verfügt, kann bequem über einen elektronischen Programmführer Sendungen aufzeichnen.
Eine weitere Neuerung ist Windows DVD Maker, der erstmals unter Windows mit Bordmitteln die Erstellung von Standard-DVDs ermöglicht. Sie lassen sich in jedem DVD-Player abspielen. Auf diese Weise können auch TV-Aufzeichnungen des Media Center gebrannt werden. Windows Movie Maker kann in seiner neuesten Version zum Schnitt einer Sendung verwendet werden.
Digitalkameras sind inzwischen weit verbreitet, die meisten Anwender haben ihre Methoden zur Verwaltung ihrer Fotos aber nicht dem steigenden Volumen angepasst. Eine Lösung dafür ist die Windows-Fotogalerie, welche die komfortable Sortierung nach Aufnahmedatum oder zugeordneten Keywords ermöglicht.
Notebook-Nutzer werden das Windows-Mobilitätscenter zu schätzen wissen, das für den mobilen Betrieb relevante Einstellungen zusammenfasst. Dazu gehören die Helligkeit des Bildschirms, die Aktivierung des WLAN-Verbindung sowie der Energiesparmodus.
Ein neuer Vista-Rechner ist auch eine gute Gelegenheit, sich wieder einmal mit dem Thema Spracherkennung auseinanderzusetzen. Die ist nämlich inzwischen serienmäßig.
Fazit
Hat man sich mit der veränderten Bedienung von Windws Vista erst einmal angefreundet, geht die Arbeit schnell von der Hand. Wer dennoch Probleme mit dem neuen System hat, kann auf das Service Pack 1 hoffen. Es ist für das erste Quartal 2008 angekündigt und soll Verbesserungen in den Bereichen Kompatibilität, Stabilität und Leistung bieten.
Anwender, die den erfolgreichen Einstieg in die Vista-Welt geschafft haben, sollten sich den Windows Vista Tipps und Tricks Super-Guide[4] ansehen. Er enthält zahlreiche Detailinformationen, die die Arbeit mit dem System einfacher und effizienter machen.
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