Telefonieren und Navigieren - zwei praktische Funktionen sind endlich vereint. Doch taugt die Software von GPS-Handys? Wie gut sind die Karten, und was bringt Offboard-Navigation? ZDNet hat die fünf interessantesten Navi-Handys getestet.
Immer mehr Mobiltelefone kommen mit integriertem GPS-Chip, Navigationssoftware plus dazugehörige Karten von Deutschland oder ganz Europa auf den Markt. Die Marktforscher von Isuppli[1] behaupten, dass 2011 etwa ein Drittel der zukünftig verkauften Handys mit GPS ausgestattet sein wird. Der Vorteil liegt auf der Hand: Kaum jemand verlässt das Haus ohne Handy; ist ein GPS-Chip an Bord, kann das Navigationssystem relativ unkompliziert genutzt werden. Warum sollte man sich da ein zweites System antun?
Nokia, der weltweit größte Handyhersteller, hat bereits mehrere Modelle auf den Markt gebracht, darunter das Nokia E90, das N95 oder das 6110 Navigator. Damit bietet Nokia neben bestens ausgerüsteten Smartphones auch einfachere Handys mit GPS an. Die Finnen glauben fest an die Zukunft von Navigationslösungen im Handy - nicht umsonst hat der Konzern kürzlich knapp 6 Milliarden Euro ausgegeben und mit Navteq einen der beiden großen digitalen Kartenlieferanten gekauft. Angesichts dieser Entwicklung ist es nur eine Frage der Zeit, bis jedes Handy standardmäßig mit GPS ausgeliefert wird.
Auch in Sachen Navigationssoftware für Handys spielt Nokia eine Rolle als Vorreiter. So ist Nokia Maps zum Beispiel sehr detailliert, die Suchfunktion liefert schnelle Ergebnisse und die Routenberechnung arbeitet zuverlässig und genau. Zusätzlich lässt sich aus der Karte heraus eine Wegbeschreibung verschicken - ein nützliches Feature, das beispielsweise der Navigationssoftware Navigate von T-Mobile fehlt. Ärgerlich ist jedoch, dass der Nutzer für die Sprachansagen extra zur Kasse gebeten wird. Auskünfte wie "In 500 Metern links abbiegen!" schlagen für sieben Tage mit 6,49 Euro zu Buche, die Lizenzrechte[2] für ein Jahr kosten 59,99 Euro. Von Blackberry-Hersteller Research in Motion und dem taiwanesischen Smartphone-Produzenten HTC kommen ebenfalls GPS-Geräte. Vodafone beispielsweise vertreibt den VPA Compact GPS oder den Blackberry 8310 Curve mit GPS und der entsprechenden Kartensoftware. Das Kartenmaterial für den Vodafone-Navigator befindet sich jedoch nicht auf dem Handy selbst, sondern auf den Servern des Netzbetreibers.
Damit ist es immer aktuell, zudem werden bei der Routenberechnung Staumeldungen gleich mit berücksichtigt. Allerdings fallen Kosten für die Wegberechnung und für die Übertragung der Daten vom Server auf das Mobiltelefon an.
T-Mobile bietet mit dem HTC Tytn II alias MDA Vario III oder dem T-Mobile MDA Compact III und der Software-Lösung Navigate ebenfalls Routenführer an. Die Berechnung einer Route kostet 99 Cent oder für eine Flatrate 9,95 Euro pro Monat (in Deutschland). Bei diesem Angebot sind die GPRS-Übertragungskosten im Preis enthalten. Vodafone verlangt für die Navigation per Handy 5 Euro pro Monat in Verbindung mit einem Vertrag über 24 Monate. Hinzu kommen die Kosten für die Datenübertragung der Karten. Diese belaufen sich je nach Route zwischen ein paar Cent und etwa einem Euro.
O2 hat von dem taiwanesischen Hersteller HTC die Iphone-Konkurrenz Touch Cruise alias Xda Orbit 2 ins Programm genommen. Hier ist der Tomtom Navigator 6 vorinstalliert. Die Kosten für den Datenverkehr entfallen, da sich das Kartenmaterial direkt auf dem Handy beziehungsweise einer Speicherkarte befindet.
Welches Tarifmodel sich für einen bestimmten Anwender am besten eignet, entscheidet der schon bestehende Handyvertrag. Ist zum Beispiel eine Datenflatrate im Tarif enthalten, so empfiehlt sich wegen der Aktualität des Kartenmaterials eine Offboard-Lösung. Wer ohne Sprachansage auskommt, kann es mit Nokias Kartenmaterial versuchen. Offboard-Navigation mit Sprachansage gibt es zum Beispiel von Garmin, Tomtom oder Navigon.
Eine wichtige Komponente ist aber immer noch das Handy selbst. Wie gut funktioniert der GPS-Chip mit dem mobilen Betriebssystem und wie macht sich das kleine Display als Navigationshilfe? ZDNet hat fünf Handys mit GPS-Chip getestet, um Interessenten die Kaufentscheidung zu erleichtern.
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