Windows Vista wird renoviert: Alles zum bevorstehenden SP1

(http://www.zdnet.de/magazin/39157342/windows-vista-wird-renoviert-alles-zum-bevorstehenden-sp1.htm)

von Joachim Kaufmann, 30. August 2007

Nach monatelangem Schweigen hat Microsoft jetzt den Fahrplan für das Windows Vista Service Pack 1 bekannt gegeben. ZDNet erklärt, welche Verbesserungen und Neuerungen das bis zu 1 GByte große Update mitbringt.

Der 8. November 2006 markierte das Ende einer Odyssee: Mit dem Blog-Eintrag "It's time"[1] erklärte der inzwischen ausgeschiedene Microsoft-Manager Jim Allchin die Entwicklung von Windows Vista[2] für abgeschlossen. Ende Januar 2007 kam der XP-Nachfolger dann für Endkunden auf den Markt.

Zwar sind die Erfahrungen mit dem System individuell unterschiedlich und abhängig von der eingesetzten Hard- und Software, als eines der problemloseren Updates wird Windows Vista aber wohl nicht in die IT-Geschichte eingehen. Vista-Nutzer der ersten Stunde müssen sich unter anderem mit fehlerhaften Treibern (für einige Geräte sind auch keine vorhanden), Inkompatibilitäten zu wichtigen Applikationen, instabilen Netzwerkverbindungen und Performanceproblemen herumschlagen. Mit einer Vielzahl kleinerer und größerer Updates[3] haben die Redmonder bereits gegengesteuert. Die Anstrengungen waren aber nicht ausreichend.

Um den erwünschten Rollout in Unternehmen nicht zu gefährden, hat Microsoft bislang mit Nachdruck versucht, Diskussionen über die Veröffentlichung eines Service Pack zu unterbinden. Die versehentliche Erwähnung auf eigenen Websites wurde gar als Schreibfehler tituliert. Der Softwarehersteller wollte so den Eindruck erwecken, dass ein Update des neuen Flaggschiffs nicht notwendig sei. Trotzdem ist es unter IT-Verantwortlichen ein ungeschriebenes Gesetz, ein neues Betriebssystem nicht vor dem ersten großen Patch einzusetzen - zu Recht, wie sich auch in diesem Fall herausgestellt hat. Entsprechend gering ist die Zahl der umgestiegenen Firmen[4].

Nach monatelanger Zwangspause hat Microsoft das Windows Vista Service Pack 1 jetzt offiziell angekündigt[5] und den Schleier rund um das ungeliebte Thema gelüftet. ZDNet zeigt, was der Softwarehersteller vorhat.Ein Whitepaper zum Service Pack 1[6] macht deutlich, was Microsoft für das erste große Vista-Update plant. Im Mittelpunkt stehen Verbesserungen in den Bereichen Leistung, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Administration sowie die Unterstützung neuerer Hard- und Software-Standards. Wer auf die Einführung bahnbrechender neuer Features gehofft hat, wird enttäuscht.

Das Service Pack 1 soll alle bislang veröffentlichten Patches enthalten. Außerdem kündigt Microsoft folgende Änderungen an:

Sicherheit

Zuverlässigkeit

Performance

Für Unternehmen sind ein einfacher Rollout und eine einfache Administration entscheidende Kriteren, die über den Einsatz eines neuen Betriebssystems entscheiden. Mit dem Service Pack 1 sollen folgende Verbesserungen ist Vista einfließen:

Mit dem Service Pack 1 will Microsoft neue Hard- und Software-Standards unterstützen:

Microsoft weist im Whitepaper darauf hin, dass das Service Pack 1 für Vista nicht mit dem Service Pack 2 für XP zu vergleichen ist. Letzteres hat für die Beseitigung schwerer Sicherheitsmängel einen Bruch der Kompatibilität zu bestimmten Anwendungen in Kauf genommen. Aufgrund einer Vielzahl von Änderungen wird aber wohl auch das Vista-Update kein einfacher Rollout.

Die Standard-Version mit allen Features und Sprachen soll 1 GByte (x86) groß sein. Für die Installation sind auf der Betriebssystem-Partition 7 GByte (x86) beziehungsweise 12 GByte (x64) freier Speicher notwendig. Das Service Pack 1 soll viele Dateien aus dem kommenden Windows Server 2008 enthalten und damit von den Weiterentwicklungen profitieren. Ob, wie in der Vergangenheit angekündigt, auch der Kernel getauscht wird, ist derzeit nicht bekannt. Das Whitepaper geht darauf nicht ein.

Die Verteilung der Service Pack 1 soll auf drei Arten erfolgen: Express lädt nur die für den jeweiligen PC benötigten Dateien aus dem Netz (circa 50 MByte für x86). Die Standalone-Version enthält dagegen alle neuen Dateien in allen Sprachen und eignet sich für die Installation mehrerer PCs im Netz (circa 1 GByte für x86). Die Slipstream-Version von Vista enthält den neuen Code und macht ein separates Setup überflüssig. Sie soll später im Handel zu finden sein und Volumenlizenzkunden zur Verfügung stehen. Microsoft will eine Beta des Service Pack 1 für Windows Vista in den nächsten Wochen zum öffentlichen Download anbieten. Eine Vorabversion ist bereits in den Händen von Testern. Die Final der Software hat der Hersteller für das erste Quartal 2008 angekündigt.

Die Liste der geplanten Änderungen zeigt, dass es beim Service Pack 1 hauptsächlich um die Verbesserung der bestehenden Codebasis geht. Im nächsten Jahr soll aber auch eine neue Version der Media-Center-Oberfläche erscheinen, die Teil der Vista-Versionen[11] Home Premium und Ultimate ist. Der genaue Zeitpunkt sowie weiteren Features sind derzeit aber nicht bekannt.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://windowsvistablog.com/blogs/windowsvista/archive/2006/11/08/it-s-time.aspx
[2] = http://www.zdnet.de/enterprise/os/vista/
[3] = http://www.zdnet.de/news/software/0,39023144,39157331,00.htm
[4] = http://www.zdnet.de/itmanager/kommentare/0,39023450,39157137,00.htm
[5] = http://windowsvistablog.com/blogs/windowsvista/archive/2007/08/29/announcing-the-windows-vista-service-pack-1-beta.aspx
[6] = http://windowsvistablog.com/blogs/windowsvista/pages/windows-vista-service-pack-1-beta-whitepaper.aspx
[7] = http://www.zdnet.de/enterprise/os/vista/tests-beratung/0,39035744,39155080,00.htm
[8] = http://en.wikipedia.org/wiki/ExFAT
[9] = http://de.wikipedia.org/wiki/Extensible_Firmware_Interface
[10] = http://en.wikipedia.org/wiki/Secure_Socket_Tunneling_Protocol
[11] = http://www.zdnet.de/enterprise/os/vista/knowhow/0,39035504,39149648,00.htm