Ein Maximum an Möglichkeiten: Nokia E90 Communicator im Test

Hersteller: Nokia
Listenpreis: 879 Euro
Fazit:

Der Leistungsumfang des Communicators ist, wie schon der der Vorgänger, beeindruckend. Die Sprachqualität stimmt, und beide Displays sind sehr gut. Das Nokia E90 zeigt sich als ein tolles Business-Handy, auch wenn die Qualität der geschossenen Bilder nur durchschnittlich ist und eine Fax-Funktion fehlt.

Pro
  • integriertes GPS, WLAN und UMTS
  • QWERTZ-Tastatur
  • großer Bildschirm
  • 3,2-Megapixel-Kamera
Contra
  • klobig und schwer
  • keine Faxfunktion
EXZELLENT
9,0
von 10 Punkten
Ausstattung:
10 Punkte
Design:
8 Punkte
Leistung:
9 Punkte

Testbericht Nokia E90

Viel mehr Ausstattung geht kaum: GPS, WLAN und UMTS, eine 3,2-Megapixel-Kamera, Radio, MP3-Player und eine komplette Tastatur sind übersichtlich sortiert an Bord des neuen Communicators. Ob das E90 auch Macken aufweist, verrät der Test.

Nokias Communicator-Serie blickt auf eine lange Geschichte zurück: Mit dem Modell 9000 fing alles an. Der erste Communicator konnte neben SMS auch E-Mails und Faxe versenden und empfangen. Selbst im Internet konnten die stolzen Besitzer eines Communicators damals schon surfen - wenn sich die Datenübertragung auch eher gemächlich gestaltete, weil von WLAN und UMTS noch nicht die Rede war.

Inzwischen liefert Nokia die fünfte Generation des Communicators aus. Die 9000-Serie, die im Hause Nokia die Geschäftsmodelle bezeichnet, ist zur E-Serie mutiert. Der aktuelle Communicator heißt E90, sein Funktionsumfang ist erstaunlich gewachsen, doch die beliebte Faxfunktion fehlt.

Design

Wie ein geschrumpfter Laptop liegt der neue Communicator auf dem Tisch: 132,5 mal 57,7 mal 20,4 Millimeter Platz braucht der 212 Gramm schwere Bolide in zugeklapptem Zustand.

Unter dem Außendisplay befinden sich eine 5-Wege-Steuerung und ein Direktzugriff auf das gesamte Nokia-Menü, eine Löschen-Taste und eine alphanumerische Tastatur. Das ist praktisch, denn damit lässt sich auch im zugeklappten Zustand schnell eine SMS tippen. Außer zwei weiteren Knöpfen am rechten Rand für Sprachaufnahmen und der Aktivierung der Kamera gibt es keine weiteren Bedienknöpfe. Schade, denn damit lässt sich der MP3-Player nicht von außen bedienen. Dennoch fällt der erste Eindruck sehr positiv aus. Schließlich ist das Gerät solide gebaut, es knarzt nicht und lässt sich gut aufklappen.

Geöffnet erinnert das E90 mehr noch als im geschlossenen Zustand an einen kleinen Computer. Die QWERTZ-Tastatur verfügt über große Tasten, die gut reagieren, wenn der Nutzer den Communicator in der Hand hält. Tippt er jedoch, während das Gerät auf dem Tisch liegt, gehen die Tasten sehr schwer. Der Anwender muss verhältnismäßig fest drücken, so dass das Schreiben ein bisschen mühsam von der Hand geht. Die Anordnung der Zeichen hat Nokia im Vergleich zum Vorgängermodell 9500 etwas abgewandelt: Komma oder Strg-Taste liegen nun an anderer Position. Insgesamt lehnt sich die Klaviatur des E90 mehr an die auf dem PC gängige Struktur an.

Das Außendisplay zeigt bei einer Auflösung von 240 mal 320 Pixeln bis zu 16 Millionen Farben an, während das Hauptdisplay im Innern bei gleicher Farbzahl eine Auflösung von 800 mal 352 Pixeln erreicht. Beide Displays kommen auch mit strahlender Sonne und Gegenlicht klar, die Anzeige bleibt gut lesbar.

Die Bildschirme sind groß genug, um Inhalte und Funktionen anzeigen zu können. Der Nutzer kann einstellen, ob er, sobald er sein Mobiltelefon zugeklappt hat, seinen Arbeitsplatz-Desktop sehen will oder ob er es bevorzugt, die jeweils gerade aktive Anwendung auch auf dem Außendisplay weiter anzeigen zu lassen. Damit kann er nämlich weiterarbeiten, auch wenn das E90 geschlossen ist. Beim Vorgängermodell 9500 findet sich diese Funktion nicht.

Ebenfalls als praktisch hat sich erwiesen, dass der Nutzer bestimmen kann, ob er auf dem Außendisplay direkt seine E-Mails, Aufgaben und Termine sehen will - die Funktion nennt sich Active Desktop - oder ob er einen neutralen Bildschirm vorzieht. Allerdings ist die Umstellmöglichkeit gut in den Tiefen des Menüpunktes "Einstellungen" versteckt: Der Nutzer muss sich über mehrere Ebenen bis zu dem Punkt "Arbeitsplatz zeigen" durchhangeln, um den Active Desktop zu aktiveren.

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