Ganz offensichtlich fanden sich damit zwei, die zusammengehören: Das alternative Image von Linux und das Selbstbild der deutschen Hauptstadt ("arm, aber sexy" laut Klaus Wowereit) ergänzen sich augenscheinlich. Im Münchner Stadtbild beispielsweise würden die Open-Source-Enthusiasten möglicherweise auffallen, in Berlin dagegen verschwinden sie in der Masse. Und das, obwohl Florian Schießl, in der Bayerischen Landeshauptstadt verantwortlich für den Umstieg auf Linux, in einem der ersten Vorträge der Veranstaltung einen Überblick über das Projekt Limux ("Das erste Jahr Linuxclients in München - Erfahrungen und Erfolge") gab. Da wollte Berlins Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, nicht nachstehen und kündigte an, dass auch Berlin die Server seiner Senatsverwaltung Anfang 2008 auf das freie Betriebssystem umstellen werde.
Michael Kleinhenz, Sprecher des Linuxtags, stellte denn auch in Aussicht, dass die Veranstaltung nun dauerhaft in Berlin gastieren werde. In den vergangenen Jahren hatte man unter anderem Karlsruhe und Wiesbaden als Veranstaltungsorte gewählt. Gerade letzteres wurde in der Eröffnungs-Pressekonferenz ob seiner angeblichen Provinzialität mehrmals launig erwähnt.
Top-Themen des Linuxtags waren in diesem Jahr Virtualisierung, Web 2.0 und Neuigkeiten aus der OSS-Welt. Insgesamt präsentieren sich auf der zum 13. Mal durchgeführten Fachmesse rund 80 Entwickler- und Anwenderprojekte mit über 350 Teilnehmern aus mehr als 40 Ländern. Der diesjährige Fachkongress bot mehr als 200 Vorträgen in 30 Konferenzreihen.
