Der Umgang mit digitalen Bildern war unter Windows XP auf einen aufgemotzten Ordner beschränkt. Unter Vista bietet Microsoft mit der Fotogalerie endlich eine brauchbare Lösung. ZDNet zeigt, was sie leistet und wo ihre Macken liegen.
Wer seine digitale Kamera an einen Windows-Vista[1]-PC anschließt und Fotos mit dem Assistenten[2] importiert, wird schnell mit "Windows-Fotogalerie" konfrontiert. Das neue Programm ist für die Anzeige und Verwaltung digitaler Bilder und Videos verantwortlich. Unter Windows XP wurden diese Aufgaben noch weitgehend im Explorer erledigt.
Windows-Fotogalerie nutzt die Medienbibliothek des Media Player 11. Daher werden nur Fotos und Videos angezeigt, die im Index liegen. Standardmäßig sind dies die eigenen und die öffentlichen Bilder. Die Darstellung erfolgt wahlweise auf Basis des Ordners, der Bewertung (ein bis fünf Sterne), des Aufnahmedatums oder der vergebenen "Beschriftungen".
Beschriftungen sind Stichworte, die einem Bild zugewiesen werden. Im Web-2.0-Zeitalter ist dieser Vorgang als Tagging bekannt. Die Zuordnung kann gleich beim Import geschehen oder später nachgeholt werden. Beschriftungen ermöglichen die einfache Organisation eines großen Bildbestandes, ohne die Ordnerstruktur verändern zu müssen.
Mit einem Schieberegler am unteren Rand lässt sich die Größe der angezeigten Bilder in einem sinnvollen Rahmen stufenlos einstellen. So kann man sich entweder schnell einen groben Überblick über seinen Bildbestand verschaffen oder zur genaueren Ansicht auf den Viewer verzichten.
Der Viewer öffnet sich im gleichen Fenster wie die Galerie, die dann ausgeblendet wird. Dies ist etwas gewöhnungsbedürftig, da man nur mit dem Button Zurück zur Galerie wieder zur Übersicht kommt. Ein Klick auf den Schließen-Button beendet die ganze Applikation.
Die mit Reparieren erreichbaren Bildbearbeitungsfunktionen sind nur rudimentär. Neben der Anpassung von Belichtung und Farbe sind die Korrektur des Rote-Augen-Effekts sowie ein Bildzuschnitt möglich. Microsoft wirbt damit, dass alle Veränderungen am Bild jederzeit rückgängig gemacht werden können.
Die Wiederherstellung des Ursprungszustandes ist aber nur so lange möglich, wie das Bild auf dem Rechner bleibt. Kopiert man es auf einen anderen PC, steht nur noch die neueste Version zur Verfügung. Informationen, die man beispielsweise durch einen neuen Zuschnitt nur zeitweise ausblenden wollte, sind also verloren.
Die neue Slideshow-Funktion stellt Bilder in verschiedenen Modi dar: Zu den möglichen Einstellungen gehören Kollage, Safari, Album und Schwenken und Zoomen. Das sorgt für etwas Abwechslung. Leider ist das Design der Templates Microsoft-typisch nicht besonders attraktiv.
Fazit
Im Vergleich zu Windows XP bietet Windows Vista einen deutlich verbesserten Umgang mit digitalen Fotos. Windows-Fotogalerie ist einfach zu bedienen und deckt die Grundbedürftnisse ab. Wer mehr Möglichkeiten benötigt, kann zu Lösungen wie Google Picasa[4] oder Adobe Photoshop Album Starter Edition[5] greifen. Diese sind ebenfalls kostenlos.
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