Business Intelligence kommt im Mittelstand an

(http://www.zdnet.de/magazin/39154348/business-intelligence-kommt-im-mittelstand-an.htm)

von Dietmar Müller, 18. Mai 2007

Studie: Zwar nutzen erst 49 Prozent der Mittelständler Software zur Unternehmenssteuerung, 40 Prozent planen jedoch die Einführung. Leider ist die Zufriedenheit mit den vorhandenen Tools gering - die Quote beträgt 50 Prozent.

Das Business Application Research Center (BARC[1]) hat im Auftrag der Cognos GmbH[2] die Studie "Business Intelligence im Mittelstand" erstellt.

Haupterkenntnisse der Studie sind: Erst 49 Prozent der befragten Unternehmen setzen Software zur Unternehmenssteuerung ein, 40 Prozent planen den Einsatz solcher Programme. Während Business-Intelligence-Software (BI) in Anwendungsbereichen wie Berichtswesen, Analyse, Planung und Budgetierung sowie Konsolidierung stark genutzt wird, stehen bei 50 Prozent der Teilnehmer die Einführung von Balanced Scorecards sowie Management-Dashboards ganz oben auf der Agenda.

Erschreckend: Knapp die Hälfte der Befragten ist nicht zufrieden mit der Unterstützung durch BI-Werkzeuge bei der täglichen Arbeit. Kritik äußern die befragten Unternehmen an Datenqualität, Abfragegeschwindigkeit und Bedienungskomfort. Hintergrund sind dezentrale Datenhaltung, der verbreitete Einsatz von Excel und die Schwierigkeit, heterogene Datenquellen umfassend in BI-Werkzeuge zu integrieren. Die deutliche Mehrheit der Unternehmen (79 Prozent) versorgt zudem weniger als 20 Prozent ihrer Mitarbeiter mit Berichten.

Betrachtet man die aktuellen Einsatzgebiete von BI im Detail, so gehören Berichtserstellung und -verteilung (96 Prozent), Datenanalyse (86 Prozent) sowie Planung und Budgetierung (73 Prozent) zu den etablierten Einsatzgebieten. Befragt nach zukünftigen Einsatzgebieten halten 58 Prozent der befragten Unternehmen Management-Dashboards für langfristig sinnvoll oder planen deren Einführung. Das zweite Zukunftsthema ist der Einsatz von Balanced Scorecards mit einer Nennung durch 53 Prozent der Befragten.

Auffällig ist der Zusammenhang von definierten Anforderungen an Steuerungslösungen und den Kritikpunkten der befragten Unternehmen. Die Befragten waren aufgefordert, ihre Antworten zu gewichten und die drei wichtigsten Aspekte anzugeben: Bei den Anforderungen wurden Datenqualität (65 Prozent), Abfragegeschwindigkeit (46 Prozent) und einfache Handhabung bei Berichtserstellung beziehungsweise Planung (45 Prozent) mit der höchsten Häufigkeit angegeben. Geradezu spiegelbildlich hierzu werden mangelnde Datenqualität, geringe Abfragegeschwindigkeit, komplizierte Prozesse bei der Berichtserstellung beziehungsweise Planung und die Geschwindigkeit bei der Umsetzung von Änderungen kritisiert. Die größte Diskrepanz zwischen Anforderungskatalog und Unzufriedenheit sind die verfügbaren Layout-Möglichkeiten im Berichtswesen. Während Layout und optische Gestaltung zunächst als unwichtig bezeichnet werden, sind doch knapp 30 Prozent der Befragten mit den Möglichkeiten unzufrieden.

Die Umfrageteilnehmer wurden nach der Anzahl der Personen gefragt, die in ihrem Unternehmen Berichte empfangen: Dabei ist zu erkennen, dass bei fast einem Drittel (29 Prozent) weniger als 5 Prozent der Mitarbeiter Berichte erhalten. In 26 Prozent der Unternehmen empfangen zwischen 5 und 10 Prozent aller Beschäftigten Berichte, in 24 Prozent zwischen 11 und 20 Prozent, in zehn Prozent der Unternehmen zwischen 21 und 30 Prozent und in 11 Prozent mehr als 30 Prozent der Mitarbeiter.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Fast 80 Prozent der Unternehmen versorgen weniger als 20 Prozent ihrer Mitarbeiter mit Berichten. Aufschlussreich für die Kritik mangelnder Datenqualität ist die Frage nach der Datenhaltung: Nur bei 23 Prozent der Befragten existiert im Unternehmen eine zentrale Datensammlung für Kennzahlen zur Steuerung. Bei weiteren 58 Prozent existieren zwei bis zehn Datenbanken zur Unterstützung von Berichtswesen und Analyse, und 16 Prozent geben an, mehr als zehn Datenbanken im Einsatz zu haben.

Methodik

Befragt wurden im Zeitraum Januar bis März 2007 2145 ausgewählte Probanden, zudem wurden 279 ausgefüllte Fragebögen ausgewertet. Grundlage der Untersuchung war eine Stichprobe mittelständischer Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Als Mittelstand werden in der Studie Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 50 Millionen und einer Milliarde Euro definiert.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.barc.de/
[2] = http://www.cognos.de/