Vernetzung: Das sind die Neuerungen von Windows Vista

(http://www.zdnet.de/magazin/39154311/vernetzung-das-sind-die-neuerungen-von-windows-vista.htm)

von Joachim Kaufmann, 11. Mai 2007

Anwender haben mit immer mehr Netzwerken an unterschiedlichen Standorten zu tun. Der Aufwand für Konfiguration und Verwaltung ist in den letzten Jahren gestiegen. ZDNet prüft, ob Windows Vista auf diesem Gebiet Vereinfachungen bietet.

Die wenigsten Computer stehen heutzutage noch alleine. Meist sind sie mit anderen Rechnern oder Geräten vernetzt. Mit den zunehmenden technischen Möglichkeiten ist das Thema Vernetzung in den letzten Jahren aber komplexer geworden: WLAN, unterschiedliche Standorte mit abweichenden Anforderungen und neue Hardware-Typen wie Medienreceiver erfordern mehr Aufmerksamkeit vom Anwender.

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Netzwerkfunktionen in Windows Vista[1]

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Auf diese veränderte Umgebung hat Microsoft reagiert und in Windows Vista die Netzwerkfunktionen neu strukturiert. Sowohl an der Oberfläche als auch in den Tiefen des Betriebssystems wurden verschiedene Änderungen durchgeführt. Die augenscheinlichste Neuerung im Netzwerkbereich von Windows Vista ist das Netzwerk- und Freigabecenter. Man erreicht es über einen Rechtsklick auf das Netzwerk-Icon neben der Systemuhr erreichbar.

Das Netzwerk- und Freigabecenter konsolidiert alle Funktionen zur Einrichtung von neuen und zur Verbindung mit bestehenden Netzwerken. Zudem sind dort Einstellungen für die Freigabe von Ressourcen wie Dateien oder Druckern zu finden und aktuelle Verbindungsdaten werden angezeigt. Da wichtige Aufgaben ausformuliert beschrieben werden ("Verbindung mit einem Netzwerk herstellen"), gehen sie auch weniger versierten Anwendern leicht von der Hand.

Windows Vista bietet im Gegensatz zu seinem Vorgänger die Möglichkeit, unterschiedliche Einstellungen für verschiedene Netzwerkstandorte zu speichern. Bislang waren dazu Zusatztools notwendig. Bei der Erkennung eines neuen Netzwerks fordert das OS den Nutzer auf, zwischen den Netzwerktypen Privat, Arbeitsplatz oder Öffentlich zu wählen.

Auf dieser Basis konfiguriert Vista die Sicherheitseinstellungen sowie die integrierte Firewall. Die ersten beiden Optionen (Privat und Arbeitsplatz) ermöglichen es beispielsweise, andere Rechner im Netzwerk anzuzeigen und den eigenen Rechner auffindbar zu machen.

Surft man an einem Flughafen im WLAN, sollte man dagegen die Einstellung Öffentlich wählen. Der Rechner ist für andere PCs dann nicht mehr sichtbar und die Firewall restriktiver eingestellt. Ressourcen wie Dateien oder Drucker werden nicht freigegeben. Wer nicht zu den Hobby-Admins zählt, dürfte diese Neuerung schätzen.

Für jeden gewählten Netzwerkstandort kann ein Name vergeben werden. Zudem lassen sich mit wenigen Mausklicks die Sicherheitseinstellungen wählen. So ist es beispielsweise möglich, zu Hause die Mediendateien aus dem Mediaplayer oder den persönlichen Ordner freigeben, am Arbeitsplatz aber nicht. Nach der einmaligen Konfiguration erfolgt der Wechsel aufgrund der Netzwerkerkennung automatisch.

Das Netzwerk- und Freigabecenter zeigt über Icons an, mit welchem Netzwerk der Rechner gerade verbunden ist und ob Zugang zum Internet besteht. Ein Klick auf den Link Gesamtübersicht zeigen präsentiert in einem eigenen Fenster die Netzwerktopologie. So kann man auf einen Blick sehen, welche Rechner über welche Router und Technologien (LAN oder WLAN) miteinander verbunden sind.

Es gibt aber einige Einschränkungen: So werden nur Rechner mit Windows Vista in der Übersicht dargestellt. XP-Maschinen oder gar Macs sind am unteren Fensterrand in einer Reihe aufgeführt. Durch die Nachinstallation des Protokolls Link Layer Topology Discovery (LLTD) kann man aber zumindest das ältere Microsoft-OS einbinden. Der Download[2] ist auf der Microsoft-Website zu finden.

Die Netzwerkumgebung heißt unter Windows Vista nur noch Netzwerk. Wie bisher zeigt sie Ressourcen im lokalen Netz an. Wenn der Hersteller dies unterstützt, können einzelne Geräte mit einem speziellen Icon repräsentiert werden. Auch eine freigegebene Musikbibliothek des Mediaplayers erscheint in der Übersicht.

Nervig ist allerdings, dass Vista ab und an noch Rechner anzeigt, die derzeit nicht mehr im Netz sind. Diesen Fehler hätte Microsoft unbedingt beseitigen müssen.Nicht zuletzt durch die zunehmende Verbreitung von Notebooks ist für viele Anwender der Umgang mit WLAN alltäglich geworden. Wie bisher zeigt das Icon neben der Systemuhr zur Verfügung stehende Netzwerke.

Von dort oder über das Netzwerk- und Freigabecenter kann der vereinfachte Assistent gestartet werden, der ein Gerät mit dem WLAN verbindet. Ein interessantes Feature ist die Möglichkeit, ein drahtloses Ad-hoc-Netzwerk einzurichten. So lassen sich zwei Notebooks mit wenigen Mausklicks verbinden, um Daten übertragen zu können.

Die Funktion Personen in meiner Umgebung sowie das Programm Windows-Teamarbeit vereinfachen die Durchführung virtueller Treffen. ZDNet hat die Software bereits getestet[3].

Windows Vista unterstützt von Haus aus den WLAN-Verschlüsselungsstandard WPA2 und sorgt damit für mehr Sicherheit. Wer XP nutzt, muss diese Funktion durch einen separaten Download[4] nachrüsten. Alle Netzwerkfunktionen basieren auf einem neuen Stack für IPv4 und IPv6. Er verändert wichtige Einstellungen wie das TCP-Empfangsfenster selbst, um unter verschiedenen Netzwerkbedingungen die bestmögliche Performance zu erreichen.

Einige Vista-Features lassen sich aber nur in Verbindung mit Longhorn Server nutzen, das Ende 2007 auf den Markt kommen soll. Dazu zählt Network Access Protection (NAP). Der Administrator kann Kriterien definieren, die ein Client erfüllen muss, um Zugang zum Netz zu erhalten. Typischerweise sind dies bestimmte Patches oder die neuesten Viren-Signaturen.

Eine Infrastruktur aus Vista und Longhorn Server ermöglicht die Verwaltung von Bandbreiten. Damit müssen VoIP oder Mission-Critical-Anwendungen nicht mit anderen Programmen und Ressourcen konkurrieren.

Fazit:

Das Netzwerk- und Freigabecenter ist eine willkommene Neuerung, da es netzwerkrelevante Aufgaben zusammenführt. Weniger versierte Nutzer werden die einfach zu bedienenden und gut erklärten Einstellungen zu schätzen wissen. Positiv ist auch, dass Vista von Haus aus Einstellungen für unterschiedliche Netzwerkstandorte zu verwaltet.

Schade allerdings, dass auch das neue OS noch immer Rechner anzeigt, die aktuell nicht im Netz verfügbar sind. Dieses Problem hätte Microsoft unbedingt beseitigen müssen.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.zdnet.de/galerie/39154382/netzwerkfunktionen-in-windows-vista.htm#sid=39154311
[2] = http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?displaylang=de&FamilyID=4f01a31d-ee46-481e-ba11-37f485fa34ea
[3] = http://www.zdnet.de/enterprise/os/vista/workshops/0,39035507,39153209,00.htm
[4] = http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?familyid=662BB74D-E7C1-48D6-95EE-1459234F4483&displaylang=en