Microsoft bringt am 30. Januar mit Office 2007 das neueste Update seines Büropakets in den Handel. Die veränderte Oberfläche zwingt Anwender, ihre Kenntnisse aufzufrischen. ZDNet beleuchtet in einer fünfteiligen Serie alle Aspekte der Software.
Microsoft hat den Leistungsumfang seines Officepakets über die Jahre erheblich ausgebaut. Bot Word 1.0 rund 100 Funktionen, sind es unter Word 2003 mehr als 1500. Die Folgen sind eine wachsende Zahl von Symbolleisten und immer längere Menüs.
Viele Office-Anwender haben längst den Überblick verloren und können die Möglichkeiten der Software nur zu einem geringen Teil ausnutzen. Mit Office 2007 wagt Microsoft daher einen Neuanfang bei der Bedienung. Die bislang eingesetzte Kombination aus Symbolleisten und Menüs wird durch andere Lösung ersetzt.
ZDNet stellt das neue Konzept vor und prüft, ob die Bedienung wirklich einfacher wird, wie schwer der Umstieg fällt und ob sich das Upgrade lohnt. Microsoft hat für Office 2007 eine neue Oberfläche namens Ribbon entwickelt. Oberstes Ziel war, den über die Jahre ständig gewachsenen Funktionsumfang für den Anwender besser beherrschbar zu machen.
Dazu hat Microsoft die Bedienphilosophie deutlich verändert: Die Kombination aus Symbolleisten und Drop-Down-Menüs ist verschwunden. Stattdessen organisieren Registerkarten zusammengehörige Funktionen. In Word 2007 sind dies beispielsweise Start, Einfügen, Seitenlayout, Verweise, Sendungen, Überprüfen und Ansicht.
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| Das Ribbon, hier in Word 2007, ersetzt die bislang bekannte Kombination aus Symbolleiste und Menü. (Bild: ZDNet) |
Wählt man einen der Bereiche aus, fallen die Beschriftungen unter zahlreichen Icons auf. Laut Microsoft ist dies eine Konsequenz aus der Usabilityforschung: Es habe sich herausgestellt, dass viele Anwender nur Icons erkennen und sofort anklicken, die sie häufig verwenden - beispielsweise Fett oder Kursiv. Bei anderen warten sie, bis der Tooltip den Hinweis zeigt. Unter Office 2007 soll diese Gedenksekunde nicht mehr notwendig sein.
Neue Wege geht Microsoft auch bei den Kontextmenüs. Sie erscheinen nicht mehr über den zu bearbeiteten Inhalten, sondern im Ribbon.
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| Kontextmenüs sind im Ribbon integriert und liegen nicht mehr über dem zu bearbeitenden Inhalt. (Bild: ZDNet) |
Die neue Oberfläche kommt aber nicht bei allen Office-Anwendungen zum Einsatz. Nur Word, Excel, Powerpoint, Acess sowie Teile von Outlook (Erstellung von E-Mails, Terminen und Aufgaben) verfügen über das neue Interface. Visio, Publisher oder Onenote kommen nach wie vor mit Symbolleiste und Menü. Christoph Bischoff, Chef der Abteilung Information Worker bei Microsoft Deutschland, sagte im ZDNet-Interview[2], dass andere Office-Anwendungen in Zukunft nachziehen könnten. Derzeit ist die Bedienung aber nicht konsistent.
Zwar erscheint das Ribbon-Interface auf den ersten Blick sehr wuchtig, eine Flächenvermessung zeigt aber, dass es kaum mehr Platz einnimmt als die bisherige Lösung mit zwei übereinander angeordneten Symbolleisten.Als Office-2007-Nutzer kommt man um die neue Oberfläche nicht herum. Das Umschalten auf die bisherige Lösung ist nicht möglich. Damit verfolgt Microsoft eine andere Strategie als unter Windows. Man könnte dies auch als Zeichen werten, dass sich der Softwarehersteller seiner Sache sehr sicher ist.
Bisher konnte man unter Office Menüs, Symbolleisten sowie deren Anordnung anpassen. In der neuesten Version ist dies nicht mehr möglich. Das Ribbon bleibt im Wesentlichen, wie es ist. Lediglich Position und Inhalte der Schnellstartleiste lassen sich modifizieren.
Auf sich abhängig von der Nutzungsintensität anpassende Menüs hat Microsoft in Office 2007 verzichtet. Diese Konzepte haben sich in der Vergangenheit nicht bewährt. Oberstes Gebot der Interface-Designer war, Berechenbarkeit der Bedienung und das Aussehen der Oberfläche zu wahren.Da man sich unter Office 2007 zwangsweise an die neue Oberfläche gewöhnen muss, stellt sich die Frage, wie schwer die Umstellung fällt. Dies ist zwar von Anwender zu Anwender verschieden und kann daher nur schwer pauschal beantwortet werden, insgesamt ist die Resonanz der Nutzer aber positiv.
Das Ribbon vereinheitlicht das bislang stark fragmentierte Office-Interface und macht mehr Funktionen schneller zugänglich. Zudem sorgt es für mehr Ordnung auf dem Bildschirm: Auf der Bearbeitungsfläche des Dokuments herumliegende Symbolleisten gehören unter Office 2007 der Vergangenheit an. Die in Galerien organisierten Vorlagen sorgen dafür, dass Anwender schneller ansprechende Dokumente erstellen können.
Insgesamt stellt die neue Oberfläche einen deutlichen Fortschritt dar. Die von Microsoft ausgegebenen Ziele werden erreicht. Dank der zum Download bereitstehenden[3] 90-Tage-Testversion kann sich aber jeder Anwender eine eigene Meinung bilden. Je besser man sich mit Office auskennt, desto weniger Vorteile bietet das überarbeitete Interface. Nutzer, die sich nicht so intensiv mit der Bürosoftware beschäftigt haben - und das dürfte auf den überwiegenden Teil zutreffen -, haben den größten Nutzen.Eine Neuerung in Word, Excel und Powerpoint ist die Livevorschau. Sie zeigt Auswirkungen von Formatierungen schon vor deren Anwendung auf einen Text, eine Tabelle oder eine Grafik an.
Um das Aussehen eines Textes in einer bestimmten Schriftart anzusehen, reicht es, die Maus über den jeweiligen Eintrag im Drop-Down-Menü zu bewegen. Der markierte Abschnitt wird dann temporär verändert. Bislang musste man dazu die Schriftart auswählen und die Aktion dann gegebenenfalls wieder rückgängig machen. Eine Livevorschau ist unter anderem für Schriftart, Schriftgröße, Unterstreichungen, Formatvorlagen und Bildformatvorlagen verfügbar.
In den 2007er-Versionen von Word, Excel und Powerpoint hat Microsoft auch die längst überfällige Erneuerung der Grafik-Engine durchgeführt. Diagramme, Grafiken, Formen und Smartarts sehen nicht mehr wie in der Computer-Steinzeit aus, sondern werden auch höheren Ansprüchen gerecht. Die Erstellung professionell aussehender Dokumente ist mit Office 2007 einfacher.
Microsoft führt mit Office 2007 ein neues, XML-basiertes Dateiformat ein: Office Open XML. Die bislang bekannten Dateinamenserweiterungen .doc, .xls und .ppt werden zu .docx, .xlsx und .pptx.
Bei Office Open XML handelt es sich um eine ZIP-Datei[4], die Formatierungen und Texte im XML-Format sowie Grafiken beherbergt. Ändert man die Endung in .zip, werden die Inhalte im Windows-Explorer sichtbar. Eingefügte Bilder sind in unveränderter Form vorzufinden.
Das neue XML-Dateiformat sorgt für mehr Offenheit. So können beispielsweise Anwendungen aus dem Bereich Business Intelligence einfacher auf die darin gespeicherten Informationen zugreifen. Ein weiterer Vorteil ist die durch ZIP-Kompression verringerte Dateigröße. Eine Powerpoint-Präsentation mit Grafiken und Text schrumpft im Test von 179 auf 139 KByte, ein Word-Dokument von 196 auf 46 KByte.
Für Office 2000 und 2003 bietet Microsoft Konverter zum Download[5] an, die das neue Dateiformat lesen und schreiben können. Für Office 95 oder Office 97 steht eine solche Software nicht mehr zur Verfügung. Auch die Nutzer der Mac-Version müssen sich noch gedulden.
Office 2007 ist ein umfangreiches Produkt, das aus zahlreichen Anwendungen besteht. ZDNet stellt die wichtigsten Anwendungen in den nächsten Wochen vor.
Versionsübersicht Microsoft Office 2007








Word 2007








Excel 2007








Powerpoint 2007







Outlook 2007




Outlook 2007 mit Business Contact Manager



Accounting Express 2007



Publisher 2007





Access 2007




Infopath 2007



Groove 2007


Onenote 2007



Communicator 2007


Enterprise Content Management



Elektronische Formulare



Information Rights Management



Folge 1 (dieser Artikel): Office 2007 kommt: Was bringt Microsofts neues Büropaket?[6]
Folge 2 (10. Janaur 2007): Neuer Kalender und schnellere Suche: Outlook 2007 im Test[7]
Folge 3 (17. Januar 2007): Schneller formatieren und veröffentlichen: Word 2007 im Test[8]
Folge 4 (24. Januar 2007): Tabellen einfacher erstellen und visualisieren: Excel 2007 im Test[9]
Folge 5 (31. Januar 2007): Einfacher für Einsteiger: Powerpoint und Access 2007 im Test[10]
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