Notfall-Disks: Trotzdem booten, wenn Windows einmal streikt

(http://www.zdnet.de/magazin/39142200/notfall-disks-trotzdem-booten-wenn-windows-einmal-streikt.htm)

von Thorsten Koch, 6. April 2006

Boot-CDs eignen sich zur gründlichen Fehleranalyse und sind immer dann gefragt, wenn das Betriebssystem aus irgendwelchen Gründen nicht mehr starten will. Die besten Tools zur Erstellung einer Notfall-CD finden Sie in diesem Weekly.

Notfall-Disketten mit CD-ROM-Unterstützung gibt es seit Jahren. Doch welches Programm stellt kritische Systemdateien nach einem Crash wieder her, ohne dass man es installieren muss? Hat ein Virus zugeschlagen, so helfen herkömmliche Recovery-CDs nicht weiter. Sie sind spartanisch ausgestattet - oft fehlt eine Funktion, die man dringend braucht. Zwei Dinge sind unerlässlich: zum einen Schadcode erkennen und entfernen - zumindest aber Daten auf ein anderes Laufwerk hinüberretten.

Die Ultimate Boot CD vereint viele bekannte Diagnose- und Systemtools auf einem einzigen digitalen Datenträger. Sie sind allesamt kostenlos und decken die wichtigen Bereiche ab - von der Festplatte über den Arbeitsspeicher bis hin zum Dateisystem.

Der PE Builder wurde um die Jahrtausendwende von dem Niederländer Bart Lagerweij entwickelt. Die Oberfläche von CDs, die man über diesen Klassiker zusammengestellt hat, mutet zunächst an wie jene von XP. Auch der Windows Explorer ist mit an Bord. Zusätzliche Anwendungen kann man ganz nach Wunsch einbinden - und so nicht nur 32-Bit-Windowsversionen auslesen, sondern aktiv verwalten. Mit den meisten DOS-Bootdisketten hat man dagegen nicht einmal Zugriff auf das XP-Dateisystem.

Acronis True Image klont Dateien, Verzeichnissen, Partitionen oder ganze Festplatten, erzeugt aber auch bootfäge Medien. Ein ZDNet-Leser berichtete begeistert, er habe mit der Shareware gar Images aus dem "running system" heraus erstellt und als funktionierende Laufwerke eingebunden.

Wer einzelne System-Dateien benötigt, ohne die Windows nicht mehr startet, kann mit der Linux-Distribution Kanotix das Web durchforsten. Denn die Live-CD bietet Zugang zum Internet und zu Netzwerken. Im schlimmsten Fall muss das System völlig neu aufgespielt werden. N-Lite spart hier Zeit und Arbeit. Es kreiert Installations-CDs ganz nach Maß. Unerwünschte Standard-Komponenten lassen sich entfernen, andere ergänzen. Wer seine Daten getrennt von seinem Systembereich auf einer separaten Partition gespeichert hat, kommt schnell wieder zu einer sauberen Arbeitsumgebung.Diese Suite besteht aus nützlichen System-Diagnostik-Utilities. Nach dem PC-Start von CD kann man sie über ein Text-Menü anwählen. Viele Freeware-Tools sind mit an Bord: AIDA für DOS, F-Prot Antivirus, Disc Diagnostic von Seatools, Drive Fitness Test, HD Clone, Memtest86, NTFS Reader für DOS, Partition Resizer, E-Maxx und Clone Maxx von PC Inspector oder Windows Memory Diagnostic. Sie decken alle wichtigen Bereiche ab, von der Festplatte über den Arbeitsspeicher bis hin zum Dateisystem.

Weitere Features:

Fazit

UBCD bietet alles, was sich Power-User wünschen: Sie können Schäden an Laufwerken beheben oder einen Blick auf die Systemeinstellungen werfen. Auf einer einzigen CD ist vereint, wofür früher Dutzende Disketten nötig waren. Die Oberfläche ist zwar textbasiert, aber auf Mausunterstützung braucht man nicht zu verzichten. Die Suite speichert sogar BIOS-Einstellungen.

Unser Download-Link führt zur Herstellerseite. Um UBCD Basic zu installieren, wählen Sie einen Mirror und laden entweder die selbstextrahierende EXE-Datei herunter oder ein ZIP-Archiv. In eine waschechte Boot-CD verwandeln Sie die enthaltene ISO-Datei mit einem der Tools aus unserem Special rund um Brennprogramme. Mit Plugins lässt sie sich individuellen Bedürfnissen anpassen.

Zum Download[1]Bart's PE Builder erstellt bootfähige Win32-Umgebungen mit grafischer Benutzeroberfläche. Netzwerke werden unterstützt und alle gängigen Dateisysteme: FAT, NTFS und CDFS. Sie lassen sich auf eine einzige CD oder DVD brennen. Auch mit Remote Desktop-Verbindungen kann die Freeware umgehen.

Microsoft stellt mit seinem Win PE (Windows Pre-Installation Environment) zwar ebenfalls eine Umgebung bereit, mit der man bootfähiger Wartungs-CDs und DVDs erstellen kann - allerdings nur für größere Firmen und als Teil von OEM-Paketen. Mit Bart's PE Builder kann sich dagegen jedermann eine bootfähige Umgebung schaffen.

Unterschiede zu Windows PE:

Fazit

Mit dieser Lösung erstellen auch Novizen in kurzer Zeit eine bootfähige CD oder DVD - und das ohne Zusatzkosten. Praktisch, zumal Systeme zunehmend ohne Diskettenlaufwerk ausgeliefert werden. Nutzt man Windows XP als Ausgangsbasis, so muss Servicepack 1 oder 2 per Slipstream eingebunden sein. Die Oberfläche ist fast so komfortabel wie ein komplett installiertes Windows-System. Der PE Builder eignet sich auch für Burn-In-Tests oder um Datein zu sichern oder wiederherzustellen nach Netzwerk- oder Virusproblemen.

Durch externe Plugins kann man den PE Builder noch ausbauen: Remote Desktop, Ramdisk, Checkdisk, Stuff Test, Total Commander, Ad-Aware, IrfanView, McAfee, One by One Web Browser, McAfee Stinger, Ghost32 oder Nero Burning Rom zum Beispiel. In der Erweiterungsfähigkeit liegt die eigentliche Stärke des PE Builder.

Zum Download[2]Acronis True Image erstellt exakte Abbilder von Dateien, Verzeichnissen, Partitionen oder ganzen Festplatten. So lassen sich Systeme mit allen persönlichen Daten und Einstellungen recht einfach wiederherstellen. Images werden auf Festplatten, Disketten, CD und DVD, ZIP, Jaz und andere Wechseldatenträger gespeichert.

Die Komponente Disk-Imaging "klont" Gesamtsysteme. Diese Form des Backups umfasst alle Daten - des Betriebssystems, persönlicher Einstellungen und der Programme. Selbst im laufenden Windows-Betrieb werden große Datenmengen in Archive aufgeteilt und optional per Kennwort geschützt. Die Kompressionsrate ist wählbar. Ein spezielles File-Backup nimmt sich ausgewählte Dateien und Verzeichnisse vor. Unterstützt werden jeweils FAT16/32 und NTFS sowie für die Linux-Dateisysteme Ext2, Ext3 und Reiser FS.

Weitere Funktionen im Überblick:

Fazit

Die Bedienung ist dank der vielen kleinen Helferlein äußerst komfortabel. Dialogboxen erläutern jeden Schritt. Besonderer Clou: eine bootfähige Diskette oder CD kann erstellt werden mit grafischem DOS-Dateimanager. Damit ist Acronis True Image eine ideale Notfall-Lösung.

Neu in Version 9 ist "Snap Restore": Schon während das System graduell wieder hergestellt wird, kann man wieder damit arbeiten. Auch beim Backup von System- oder offenen Dateien gebe es keinerlei Behinderungen, betont der Hersteller. Wer True Image installiere, könne zudem getrost die Windows-Systemwiederherstellung ausschalten und so bis zu 10 Prozent Plattenspeicher freiräumen.

Zum Download[3]Diese Live-CD baut auf der soliden Linux-Distribution Debian auf und ist in vielerlei Hinsicht inspiriert von Knoppix, bietet aber bessere Unterstützung gerade für neuere Hardware. Beim Interface entschied sich Kanotix-Entwickler Jörg Schirottke für KDE. Updates lassen sich aus dem Debian-Sid-Pool laden.

Features im Überblick:

Fazit

Kanotix startet zwar problemlos über den Bootmanager "GRUB", doch volle Performance kitzelt man erst aus ihm heraus, nachdem es auf der Festplatte eingerichtet ist. Einen grafischen Installer aktiviert man mit einfachem SUDO-Befehl.

Gibt man im Kanotix-Prompt bestimmte "Cheatcodes" ein, so lässt sich die Oberfläche sogar ändern. Ebenfalls interessant: Hardware-nahe Spezial-Skripte über den Command-Modus. Eine gute Dokumentation ist auf der deutschsprachigen Entwicklerseite zu finden, ebenso wie ein Forum.

Diese letzte Kanotix-Ausgabe des Jahres 2005 baut auf dem Linux-Kernel 2.6.14.5 auf. DMA-Modus und ACPI-Powermanagement sind per Default aktiviert. Zudem hat Jörg Schirottke einige Software-Pakete aktualisiert.

Zum Download[4]Windows-Installations-CDs ganz nach den eigenen Bedürfnissen erstellt N-Lite. Unerwünschte Standard-Komponenten lassen sich entfernen, andere ergänzen.

Ob das Betriebssystem dem Media-Player entledigt werden soll, dem mitgelieferten Outlook Express, dem MSN Explorer oder dem Windows Messenger, spielt dabei keine Rolle. Egal wie das Resultat ausfällt - es lässt sich als bootfähiges ISO-Image abspeichern, brennen und benötigt kaum mehr Platz als das Original.

Integrieren lassen sich unter anderem folgende Elemente:

Fazit

Wer das Betriebssystem häufiger neu aufspielt, spart mit N-Lite wertvolle Zeit. Installations-CDs nach Maß lassen sich unbeaufsichtigt installieren - sogar die Eingabe des CD-Keys ist vorprogrammierbar.

Zum Download[5]

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.zdnet.de/downloads/prg/f/h/de0BFH-wc.html
[2] = http://www.zdnet.de/downloads/prg/g/t/de0EGT-wc.html
[3] = http://www.zdnet.de/downloads/prg/9/3/de10168093-wc.html
[4] = http://www.zdnet.de/downloads/prg/z/g/de1QZG-wc.html
[5] = http://www.zdnet.de/downloads/prg/m/2/deMGM2-wc.html