Vorbild Firefox: Das bietet der Internet Explorer 7

(http://www.zdnet.de/magazin/39140628/vorbild-firefox-das-bietet-der-internet-explorer-7.htm)

von Robert Vamosi, 1. Februar 2006

Vor kanpp einem Jahr hatte Bill Gates den Internet Explorer 7 auf der RSA Conference 2005 angekündigt, nun steht die Beta 2 des Browsers zum Download. Microsoft hofft, damit die Abwanderung unzufriedener Nutzer zu Firefox oder Opera 8 stoppen zu können. ZDNet gibt eine Übersicht.

Für die Version 7 des Internet Explorers hat Microsoft Funktionen der moderneren Konkurrenten kopiert und sie um neue Features ergänzt. Der Browser ist bereits aus den Windows-Vista-Vorabversionen bekannt, die Standalone-Variante für Windows XP Service Pack 2 unterscheidet sich davon kaum.

Auch wenn die Beta 2 jetzt frei zum Download steht, rät Microsoft zur Vorsicht. So funktionieren nicht alle Websites problemlos mit dem neuen Browser, und es sind noch einige Bugs enthalten. Das soll sich bis zur Final ändern, die für das zweite Halbjahr 2006 angekündigt ist.

Bildergalerie

Gallery: Internet Explorer 7[1]

» zur Bildergalerie ...[1]

Oberfläche

Microsoft hat die Oberfläche des Internet Explorer 7 völlig umgekrempelt. Die Adresszeile ist jetzt ganz am oberen Rand platziert und lässt sich nicht verschieben, da diese Möglichkeit häufig von Spyware missbraucht wurde. Die klassische Toolbar ist verschwunden, stattdessen sind einzelne Icons am rechten Rand zu finden. Das klassische Menü mit Funktionen wie "Datei" und "Bearbeiten" kann aber eingeblendet werden. Die Favoriten-Sidebar ist in die Bereiche "Favoriten", "History" und "RSS-Feeds" aufgeteilt.

Tabs

Der Internet Explorer 7 ist der erste Microsoft-Browser mit Tab-Unterstützung. Sie lassen sich als Thumbnails zusammen auf einer Site anzeigen, um eine bessere Übersicht zu erhalten. Die Tabs können aber nicht wie bei Firefox verschoben werden.

Zoom

Wie Opera 8 ermöglicht es auch der Internet Explorer 7, komplette Websites in unterschiedlichen Größen anzusehen. Dies dürfte vor allem für Nutzer hochauflösender Displays von Vorteil sein.

Schrumpfen für den Druck

Der neue Microsoft-Browser verkleinert Websites vor dem Ausdruck so, dass die komplett auf das Papier passen. Bei der Vorgängerversion war der rechte Rand abgeschnitten. Der Text wird durch diese Funktion aber etwas kleiner dargestellt.

RSS

Neu im Internet Explorer 7 ist eine RSS-Plattform, die auch von anderen Programmen genutzt werden kann. Microsoft verwendet für die Anzeige verfügbarer RSS-Feeds dasselbe Icon wie Firefox, da Anwender schon daran gewöhnt sind. Abonnierte Feeds erscheinen in einem eigenen Bereich des "Favorites Center". Neue Einträge werden fett markiert.

Suche

Das Eingabefenster neben der Adresszeile ermöglicht den Zugriff auf Suchmaschinen, voreingestellt ist MSN. Es können aber auch Google und andere Dienste hinzugefügt werden. Die im Internet Explorer 6 voreingestellte Suchmaschine wird übernommen. Die Einstellungen lassen sich nur vom Anwender ändern. Damit sollen die oft unerwünschten Modifikationen durch Toolbars und andere Software verhindert werden.

Sicherheit

Die mangelhafte Sicherheit war für viele Anwender der Hauptgrund, dem Internet Explorer den Rücken zu kehren. Die neue Version soll mit einer anderen Architektur Abhilfe schaffen. Ob die Anstrengungen von Erfolg gekrönt sein werden, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Sicher ist: Im Vergleich zur Windows-Vista-Version des Browsers müssen unter XP Abstriche hingenommen werden. Zum Beispiel läuft der Browser nicht in einer "Sandbox", die Schädlinge von anderen Teilen des Betriebssystems fernhalten soll.

Phishing

Das nützlichste Security-Feature im täglichen Gebrauch ist wohl die Anti-Phishing-Funktion. Der Internet Explorer 7 analysiert jede Website mit speziellen Algorithmen und färbt die Adresszeile gegebenenfalls rot ein. Ein Webservice, der mehrmals pro Stunde aktualisiert wird, soll immer die neuesten Verdächtigen liefern.

ActiveX

Der Internet Explorer 7 deaktiviert ActiveX-Controls, die bislang nicht benutzt wurden. Damit soll die Angriffsfläche für Hacker verkleinert werden. Sollten sie doch benötigt werden, kann der Anwender von Fall zu Fall darüber entscheiden.

In jedem Fenster eine Adressleiste

Der Internet Explorer 7 zeigt auch in Popup-Fenstern eine Adresszeile an, um dem Anwender immer die Auswahl zu lassen, ob er die dargestellte Site sehen möchte.

Internationalized Domain Names

Die Unterstützung für Internationalized Domain Names bringt Manipulationsgefahren mit sich. So könnten einzelne Buchstaben in einer Domain gegen ähnlich aussehende Zeichen aus anderen Alphabeten getauscht werden. Damit locken Phisher ihre Opfer auf gefälschte Sites. Der Internet Explorer 7 soll solche Zeichen erkennen und den Anwender warnen.

Verlauf löschen

Wie in Opera und Firefox ist es auch im Internet Explorer möglich, den Verlauf mit einem Mausklick zu löschen.

Mit dem Internet Explorer 7 schließt Microsoft nach Jahren funktionsmäßig zu den Konkurrenten Firefox und Opera auf. Für Nutzer der alternativen Browser unter Windows XP gibt es keinen Grund, zum Internet Explorer zurück zu wechseln.

Im Vergleich zur Windows-Vista-Version bietet die Standalone-Version weniger Sicherheitsmerkmale. Aufgrund der unterschiedlichen Architektur läuft der Internet Explorer 7 unter Windows XP Service Pack 2 nicht in einer Sandbox. Sämtliche Risiken durch die enge Verbindung mit dem Betriebssystem bleiben bestehen.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.zdnet.de/galerie/39140624/gallery-internet-explorer-7.htm#sid=39140628