Umweltskandal: Elektroschrott-Export in die Dritte Welt

Immer mehr Bürger geben ihre ausrangierten TVs und PCs an Organisationen, um damit den Entwicklungsländern zu helfen. Doch das meiste davon ist reiner Elektronik-Schrott, der unkontrolliert auf wilden Müllhalden landet.

Die gut gemeinten Computer-Spenden der westlichen Überflussgesellschaft enden bislang nur in den seltensten Fällen in den Schulen, Haushalten oder bei kleinen Firmen der Dritten Welt, für die sie gedacht waren. Stattdessen verursachen sie wegen mangelhafter Entsorgungsmaßnahmen ungeahnte Umweltschäden. Einem Bericht der in Seattle ansässigen Umweltschutzgruppe "Basel Action Network" (BAN) zufolge, sind die aus den USA nach Afrika und Asien verschifften, ausrangierten PCs weder benutzbar noch reparierbar.

Die Gruppe leitet ihren Namen aus der "Basel Konvention" ab, eine UN-Vereinbarung über den begrenzten Handel mit gefährlichen Schadstoffen. Doch die USA haben dieser Vereinbarung nie zugestimmt - übrigens als einziges von allen entwickelten Industrieländern. "Unter dem Deckmäntelchen der von der UN geforderten Aufhebung der digitalen Trennung zwischen den reichen und armen Ländern verlagern die USA ihre Elektronikschrott-Probleme in die ärmsten Länder der Welt", heißt es in dem Bericht, der unter dem Titel "Digitaler Müll: Export von Gebrauchtem ist Missbrauch von Afrika" erschienen ist.

In der Tat glauben die meisten Amerikaner, dass sie der Dritten Welt etwas Gutes tun, wenn sie ihren PC oder Fernseher einer entsprechenden US-Wohltätigkeitseinrichtung als Spende anvertrauen. Nach einer Untersuchung des mächtigen Industrieverbandes Consumer Electronic Association (CEA) werfen 23 Prozent aller Verbraucher ihre ausrangierten Geräte nicht auf den Müll sondern vertrauen sie entsprechenden Entsorgungsunternehmen an. Über die Hälfte davon geben ihre Geräte gezielt an solche Unternehmen oder Institute, die vorgeben, dass sie diese an Schulen oder Haushalte in der Dritten Welt weiterleiten. Doch dort sind diese Geräte nicht besonders willkommen.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von RF
am 26. Januar 2006, 10:27 Uhr
...wie vorausgesagt..
in der Bibel wird ja vorausgesagt wie die Menschen in der "Endzeit" dieses Systems sein werden: "...Denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend,... "(2 Tim. 3:2). Die eigene Bereicherung ist das wichtigste im Leben vieler Menschen. Deshalb erstaunt mich eine solche Handlungsweis überhaubt nicht!
 
von katumba
am 26. Januar 2006, 20:39 Uhr
Edelschrott in Dritte Welt
gehört stark controlliert
 
von Alimentator
am 2. Februar 2006, 10:09 Uhr
Da stimmt was nicht ...
Wenn laut Artikel die Computer "weder benutzbar noch reparierbar" sind, sind die Spenden auch nicht "gut gemeint" und die Spender "glauben" auch nicht "etwas Gutes zu tun".Ich vermute, dass brauchbare Geräte von den "gemeinnützigen Entsorgern" selber verkauft werden. Dort liegt das Problem.
 
von lisa
am 8. Februar 2006, 11:26 Uhr
einfach schrecklich...
Ich finde, dass sich soetwas nicht gehört...nicht nur dass die Geräte vielleicht schon kapput geliefert werden, sondern auch, dass diese Organisation genau weiß, dass dadurch auch Leben gefärdet sind-durch die Trinkwasserverschmutzung. Man sollte sich lieber einmal überlegen, wie man Computer oder ähnliches entweder einwandfrei beseitigen kann oder wie man vielleicht Computer herstellen kann, die nicht so umweltfeindlich sind wie die heutigen Computer ect. Solche Aktionen sollte man auch in den Medien öfters ansprechen, weil viele Menschen gar nicht über die Problematik bescheid wissen!Die Menschen müssen aufgeklärt werden, was alles schief läuft im täglichen Leben...

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