"Brennen - drehen - brennen" lautet das Motto der Lightscribe-Technologie. Eine monochrom, aber hochauflösend gestaltete Oberfäche erleichtert die Archivierung und verschönert die Medien. ZDNet hat fünf taugliche Brenner getestet.
Nur wegen der Geschwindigkeit lohnt sich der Kauf eines neuen DVD-Brenners derzeit nicht. 16faches Tempo für einmal beschreibbare DVD-Medien ist schon seit rund einem Jahr Standard. Einen Kaufanreiz stellen da schon eher neue Features wie zweischichtige DVD-Medien mit annähernd doppelter Kapazität, höhere RW-Performance sowie die noch sehr junge Lightscribe-Technologie zum Bedrucken der Medienoberseite, wobei Drucken in diesem Fall nichts mit dem Aufbringen von Tinte oder Toner zu tun hat. Bei LightScribe handelt es sich um eine Technik, die es ermöglicht, mit dem Laufwerks-Laser Texte und Bilder in eine spezielle Schicht auf der Rohlingsoberseite einzubrennen.
Entwickelt wurde die Technologie von HP. Zusammen mit Liteon wurden die ersten Lightscribe-Laufwerke exklusiv unter HP-Brand ausgeliefert. Erst mit Verspätung sprangen weitere Hersteller auf den Lizenzzug auf. Mittlerweile haben HP, Liteon, LG, Benq, Samsung und Philips entsprechende Laufwerke im Programm oder zumindest angekündigt. HP selbst hat zwischenzeitlich mit dem dvd840i bereits sein zweites Lightscribe-Modell auf den Markt gebracht. Dieser Brenner und sein Vorgänger sind ebenso wie Produkte von Philips und LG in diesem Test vertreten.
Yamaha hatte vor gut drei Jahren erstmals eine Technik vorgestellt, die es unter Zuhilfenahme des Lasers ermöglichte, Texte und Bilder auf einen Rohling zu "tätowieren". Dieses Vorgehen gab der Technik auch den Namen Disc T@2, sprich Disc-Tattoo. Damals wurden die Grafiken allerdings auf der Datenseite des Mediums untergebracht, was die nutzbare Rohlingskapazität stark einschränkte. schon kurz nach der Markteinführung wurde es wieder ruhig um Disc T@2 - nicht zuletzt, weil Yamaha die Produktion von CD-Rekordern einstellte.
Im Sommer 2005 zeigten dann HP und Liteon gemeinsam die Lightscribe-Technologie. Der Hauptunterschied zu Disc T@2 besteht darin, dass nun die Oberseite des Mediums zum Aufbringen von Texten und Grafiken dient. Dieses Vorgehen erfordert spezielle Rohlinge, deren Etikettenseite mit einer entsprechenden Beschichtung versehen ist. Nach dem traditionellen Schreiben der Daten auf dem Rohling wird dieser umgedreht und wieder in das Laufwerk eingelegt. Danach schreibt der Laser das zuvor in einem Cover-Editor erstellte Etikett auf den Rohling. Daher kommt auch der Lightscribe-Slogan "Burn-Flip-Burn".
Die chemische Veränderung der Farbschicht führt zu sichtbaren Punkten auf dem Rohling. Diese Technik ermöglicht es, komplexe Etiketten herzustellen, allerdings nur in der Farbe des Rohlings. Und hergestellt werden bis dato nur bronzefarbene Rohlinge. Andere Farben sind in Planung. Dank des durch Barcode gesteuerten Positionierungssystems kann die Oberfläche auch mehrfach geschrieben werden, um den Kontrast zu erhöhen. Der Zeitaufwand nimmt entsprechend zu. Um einen Rohling mit einem vollformatigen Bild in höchster Qualität zu bedrucken, vergeht fast eine halbe Stunde.
Konkurrenz kontert mit Labelflash
Genau an diesem Punkt setzt die Konkurrenz an. Das von NEC angekündigte Verfahren Labelflash verfolgt prinzipiell dasselbe Ziel wie Lightscribe. Allerdings verspricht NEC eine erheblich verkürzte Brenndauer. Laut offizieller Pressemitteilung soll ein Etikett höchster Qualitätsstufe mit Labelflash in nur fünf Minuten auf den Rohling gebrannt werden. Grafiken können dabei blau-silber in bis zu 256 Helligkeitsstufen annehmen. Als erste DVD-Brenner sollen die NEC-Modelle ND-3551A, ND-4551A und die Slim-line-Variante ND-7551A mit Labelflash ausgerüstet werden. Die Basis für Labelflash kommt übrigens von Yamaha und heißt Disc T@2. Das alte System wurde also reaktiviert. Der aktuelle Test von Lightscribe-DVD-Brennern umfasst fünf Laufwerke der vier Hersteller HP, LG, Liteon und Philips. HP hat mittlerweile zwei Generationen von Lightscribe-Brennern auf den Markt gebracht, die auch bei noch erhältlich sind.
Der HP dvd640i und der Philips DVDR16LS zählen noch zur ersten Generation, wohingegen der HP dvd840i und der LG GSA-4166B bereits deutlich weiter entwickelt sind. Dies schlägt sich vor allem in deutlich höheren Schreibgeschwindigkeiten nieder. Die neue Generation sorgt bei einmal und mehrfach beschreibbaren DVD-Rohlingen und den zweischichtigen DL-Medien für einen deutlich spürbaren Geschwindigkeitszuwachs.
Außerdem unterstützen der HP dvd840i und der LG GSA-4166B auch das für professionelle Anwendungen entwickelte DVD-RAM-Format. Der LG-Brenner überzeugt in allen Disziplinen mit hervorragenden Ergebnissen und ist daher der derzeit beste Lightscribe-DVD-Brenner. Der Liteon SHW-16H5S ist dem LG in Sachen Leistung durchaus ebenbürtig. Allerdings verzichtet Liteon auf die Unterstützung des DVD-RAM-Standards.
Außerdem bewertet ZDNet die Ausstattung der Rekorder. Fehlende IDE-Kabel oder der Verzicht auf mitgelieferte Rohlinge kosten Punkte. Auch die Service-Leistungen der Hersteller wie Hotline-Erreichbarkeit oder Garantiezeit fließen in die Endabrechnung mit ein.
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LG beispielsweise kündigt schon auf der Verpackung des GSA-4166B an, dass sich das Laufwerk beim Beschreiben von DVD+R-DL-Medien in Kürze mittels neuer Firmware von 6fach auf 8fach beschleunigen lässt. Auch dem HP dvd840i könnte eine neue Firmware zu einer besseren Rohlingskompatibilität verhelfen. Man sollte also nach der Anschaffung regelmäßig Ausschau nach Firmware-Updates für seinen Brenner halten.
Lightscribe noch nicht kaufentscheidend
Die aktuelle Generation der DVD-Brenner überzeugt in erster Linie durch hohe Leistung und umfassende Format-Unterstützung. Das Lightscribe-Feature ist eher eine nette Spielerei als eine ernst zu nehmende Anwendung. Noch. Sollten sich die Hersteller zu einer farbigen Darstellung durchringen und die Dauer eines Labelvorgangs signifikant verringern, hat Lightscribe eine Chance. Die Konkurrenz von Labelflash steht in den Startlöchern - und Konkurrenz belebt sicher auch in diesem Fall das Geschäft.
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