Google lässt tief blicken - und das jetzt auch in 3D. Mit "Google Earth" hat der Suchmaschinenbetreiber vor kurzem ein Programm vorgestellt, mit dem sich Satellitenbilder in dreidimensionaler Ansicht anzeigen lassen. Die Basisversion des Programms ist kostenlos.
ZDNet bietet die Gratis-Version von Google-Earth (Beta 3.0) zum kostenlosen Download[1] an. Die Datei ist nur 10 MByte groß, weil sich Google die Satellitenbilder nach Bedarf aus dem Internet holt. Allerdings ist für den Betrieb ein Windows-PC mit mindestens 500 MHz schneller CPU nötig. Wer ruckelnde Bilder und sich nur langsam aufbauende Detail-Ansichten verhindern möchte, sollte mindestens 512 MByte RAM und eine 2,5 GHz schnelle CPU haben. Außerdem werden 2 GByte Festplattenspeicher sowie eine 3D-Grafikkarte verlangt. Die Internet-Verbindung sollte mindestens eine Geschwindigkeit von 128 KBit/s aufweisen.
Eine Registrierung verlangt Google für das Programm nicht. Bereits die kostenlose Basis-Version bietet umfangreiche Funktionen. So kann der User per Drag&Drop den Erdball beliebig drehen und mit dem Scrollrad der Maus in einen Ort hinenzoomen. Dabei werden im unteren rechten Rand des Hauptfenster die jeweilige imaginäre Flughöhe (zunächst in Meilen, danach in Fuß) angezeigt, am linken Bildrand sind die genauen geografischen Koordinaten des Standorts sowie die Höhe des gewählten Punktes über dem Meeresspiegel abzulesen. Wer sich die Entfernungen lieber in Kilometern und Metern anzeigen lassen will, muss in den Einstellungen (Tools->Options) unter "View" das Häkchen vor "show elevation in feet/miles" entfernen.
Wirklich spannend wird Google-Earth aber erst durch einen kleinen Schieberegler rechts neben den Navigationstasten: Hier lässt sich die Perspektive stufenlos einstellen. Während bei Google-Maps stets in einem Winkel von 90 Grad auf die Erdoberfläche geblickt wird, kann man bei Google-Earth diesen Winkel auf bis zu 0 Grad verändern. Interessant ist dieses Feature insbesondere in Gebirgen: Wer seinen Standort knapp über den Gipfeln wählt und sich auf 45 Grad einpendelt, bekommt so ein dreidimensionales Bild der Landschaft. Mit einem leicht geschobenen Klick auf die Landschaft kann man daraufhin einen Flug über die Gegend starten.
Der User hat die Möglichkeit, eigene Standorte auf der Karte zu markieren, um sie später leichter aufzufinden. Diese werden auf der linken Seite unter "My Places" übersichtlich aufgelistet, allerdings leider nicht in alphabetischer, sondern in chronologischer Reihenfolge. Der User kann immerhin die Sortierung ändern. Wird aus dieser Liste einer der Orte per Doppelklick gewählt, startet Google einen imaginären Flug zu diesem.
Wer sich mit dem Programm erst anfreundet, sollte einen Blick in die Rubrik "Sightseeing" werfen: Hier finden sich markante Orte in den Vereinigten Staaten, die per Doppelklick aufgesucht werden können. ZDNet bietet außerdem eine ZIP-Datei zum kostenlosen Download[3] an, in der eine eigene Zussammenstellung von interessanten Orten zu finden ist. Die darin enthaltenen "KMZ"-Dateien können per Doppelklick in Google Earth geöffnet werden. Wer noch mehr Standorte wünscht, kann sich eine gezippte Datei der Uni Trier herunterladen, in der zahlreiche deutschsprachige Geodaten[4] enthalten sind. Der Wikipedia-Autor und Kartograph Stefan Kühn hat diese Liste zusammen gestellt. Ein netter Zusatznutzen: Für die Orte kann man sich per Link Detail-Infos aus dem Online-Lexikon "Wikipedia" anzeigen lassen.
Bei den KMZ-Dateien handelt es sich um gezippte KML-Dateien. Diese Abkürzung steht für "Keyhole Markup Language" - Google hatte den Geo-Spezialisten Keyhole im Oktober letzten Jahres übernommen und nutzt dessen Technologie nun für Google Maps und Google Earth.
Mit der Anzeige der Satellitenbilder allein gibt sich das kalifornische Unternehmen aber nicht zufrieden: Der Benutzer kann sich außerdem unter anderem Staats- und Ländergrenzen, Hauptstädte, Straßen sowie wichtige Plätze darstellen lassen. Für die USA sind auch Kriminalstatistiken und weitere Daten verfügbar. Außerdem ist es möglich, an ausgewählten Orten wie New York und Washington sich Gebäude stilisiert dreidimensional darstellen zu lassen. Lohnenswert ist auch der "Tools"-Bereich in der Menüleiste: Hier kann der Anwender mittels der Funktion "Measure" Luftlinien zwischen zwei bestimmten Orten exakt messen. So kann man auf den Zentimeter genau ermitteln, wie weit die eigene Wohnung vom Arbeitsplatz oder vom Nordkap entfernt ist.
Wer mit der Gratis-Funktion nicht zufrieden ist, hat die Wahl zwischen "Google Earth Plus" für 20 Dollar sowie "Google Earth Pro" für 400 Dollar jährliche Gebühr. Außerdem gibt es noch Unternehmenslösungen. Im Gegensatz zur kostenlosen Variante können bei der Plus-Ausgabe Daten mit einem GPS-Gerät ausgetauscht werden. Die Pro-Version soll eine nochmals bessere Auflösung sowie telefonischen Support bieten.
Fazit
Google Earth lässt bereits in der Gratis-Version kaum Wünsche offen. Gespannt darf man sein, wie schnell Google auch von Gegenden abseits der Metropolen hochauflösendere Bilder bereitstellen wird.
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