November 2002 war Startschuss für das digital-terrestrische TV (DVB-T) in Deutschland. Inzwischen können 43 Millionen Einwohner DVB-T empfangen. ZDNet hat PCI- und USB-Lösungen einem Praxistest unterzogen.
Mit dem 30. Mai 2005 ist auch in Bayern der Startschuss für das digital-terrestrische Fernsehen gefallen. Wie in anderen Bundesländern auch, sind zunächst die großen Zentren mit der neuen Technik ausgestattet worden. Insgesamt können in den Großräumen München und Nürnberg nun 6,3 Millionen Einwohner DVB-T empfangen.
Die digitale Technik ermöglicht eine effizientere Übertragung. Dadurch können mehr Sender pro Kanal übertragen werden. In München beispielsweise sind vor der Umstellung auf DVB-T nur zehn Sender analog ausgestrahlt worden. Mit DVB-T stehen nun 22 Sender zur Verfügung. Eine Programmvielfalt wie bei Satellit oder Kabel erreicht DVB-T allerdings nicht. Ebenso wird das hochauflösende Fernsehen HDTV kaum über DVB-T verbreitet werden, da die Bandbreite hierfür nicht ausreichend ist. Das trifft auch auf das Kabel zu. Wer etwa die Fußball-WM in hochauflösender Technik empfangen will, kann dies nur über eine digitale Satelliten-Technik realisieren.
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| DVB-T erreicht inzwischen in Deutschland 43 Millionen Einwohner. |
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| DVB-T bietet eine gute Bildqualität. |
Um die Vorteile der DVB-T-Technik in Sachen Bildqualität und Mobilität zu nutzen, muss der Empfang allerdings gut sein. Anders als bei der analogen Übertragung, wo bei ungünstigen Empfangsbedingungen das Bildsignal nur schlechter wird, ruckelt oder verschwindet das Bild bei DVB-T. Der Empfang bei DVB-T muss also stimmen, sonst wird aus dem Überall-Fernsehen schnell ein Überall-Ruckeln.
Die bei vielen DVB-T-Lösungen mitgelieferten kleinen Stabantennen bieten in Gebäuden nur bei optimaler Empfangssituation ein brauchbares Ergebnis. Teilweise passiert es, dass einige Programme gar nicht oder nur schlecht empfangen werden. Das liegt daran, dass die Sender unterschiedlich stark ausgestrahlt werden. So ist zwar mit einer Stabantenne der Empfang der großen Sender wie ARD oder RTL zwar noch möglich - Eurosport ist beispielsweise aber in vielen Fällen nicht mit einer Stabantenne in geschlossenen Gebäuden zu empfangen.
Eine Stabantenne kann ausreichen, muss aber nicht. Besser sind so genannte aktive Antennen, die dank eines eingebauten Verstärkers den Empfang verbessern. Allerdings können auch diese Varianten für eine perfekte Übertragung nicht garantieren. Im Test ist die Hama-Zimmerantenne mit 22 db Leistung nicht ausreichend. Erst das stärkere Modell mit 36 db liefert brauchbare Ergebnisse. Doch auch hier sind Bild- und Tonaussetzer bei manchen Sendern (Eurospsort) zu verzeichnen.
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| Eine aktive Antenne kann den Empfang verbessern. Ein Allheilmittel stellen diese Antennenarten jedoch nicht dar. Die Hama-Zimmerantenne mit 22 db Leistung (Bild oben) sieht zwar schick aus, liefert im Praxistest unter ungünstigen Bedingungen aber keine brauchbaren Resultate. Erst das stärkere Modell mit 36 db kann überzeugen. |
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| Im Freien sieht es mit dem Empfang von DVB-T deutlich besser. Hier macht das Überall-Fernsehen seinem Namen alle Ehre. Die bei vielen DVB-T-Lösungen mitgelieferte Stabantenne (Bild oben) reicht meistens schon aus. Noch besser funktioniert die Hama-Butterfly, die auch für problematische Empfangssituationen innerhalb von Gebäuden geeignet ist. Dank des vier Meter langen Antennenkabels kann man die Butterfly beispielsweise einfach aus dem Fenster hängen. Dadurch erzielt man sogar einen besseren Empfang als mit einer innen aufgestellten aktiven Antenne. |
Die im Test vertretenen Modelle von Hauppauge (nur PCI-Modell), KNC One, Pinnacle, Terratec und Twinhan (nur PCI-Modell) können auch mit einem BDA-Treiber betrieben werden und sind somit auch unter MCE 2005 funktionsfähig. Durch den Treiber ändert sich teilweise auch die Empfangseigenschaften der jeweiligen Modelle. So funktioniert die KNC One TV Station DVB-T Plus mit BDA-Treibern deutlich besser, während die Empfangsleistung der T2 von Terratec schlechter wird. Der Vorteil von MCE 2005 zur Ansteuerung der DVB-T-Geräte liegt darin, dass das Windows-Betriebssystem zwei Tuner gleichzeitig unterstützt. Somit kann man ein Programm live betrachten, während ein Programm eines anderen Senders im Hintergrund aufgezeichnet wird.
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| Windows XP Media Center Edition 2005 unterstützt zwei DVB-T-Geräte. |
Nach drei Minuten und zwölf Sekunden ist der Programmsuchlauf abgeschlossen. Der Programmwechsel erfolgt mit zwei bis drei Sekunden relativ zügig. Die Reihenfolge der Programme kann nicht verändert werden. Allerdings lassen sich die Sender über die Nummerntaste der Fernbedinung ansteuern. EPG-Daten mit Aufnahmefunktion stellt das Gerät ebenfalls bereit. Wegen eines fehlenden BDA-Treibers kann das Gerät allerdings nicht unter MCE 2005 eingesetzt werden.
Info: Artec[1]
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| Die Artec T1 USB TV Box überzeugt mit einem guten Empfang. Videotext wird allerdings nicht unterstützt. |
Die Installation der PCI-Karte gelingt problemlos. Die mitgelieferte Sofware erlaubt keine Umstellung des Zweikanal-Tons. Bei Arte kann man also nicht zwischen dem französischen und deutschen Ton umschalten. Immerhin gelingt der Programmsuchlauf mit drei Minuten und 33 Sekunden relativ zügig. Mit BDA-Treibern dauert die Suche unter MCE 2005 allerdings knapp 24 Minuten. Der Start des Programms ist wie der Senderwechsel nach etwa 4 Sekunden abgeschlossen.
Die Settop-Box DEC 2000-T ist am PC betrieben eine Zumutung. Der Start der Steuersoftware benötigt 23,2 Sekunden und führt nicht in jedem Fall zum Erfolg, weil das Programm die Hardware nicht immer erkennt. Ist die Software einmal gestartet, präsentiert sich eine übersichtliche Oberfläche, die an der linken Seite sämtliche gefunden TV-Sender auflistet. Das Anwählen der Sender ist somit sehr einfach.
Update: Wie Hauppauge mitteilt, funktioniert die Umstellung des Zwei-Kanal-Tons auch mit der WinTV-Nova-T. Allerdings ist dies weder im Handbuch beschrieben, noch ist es über die Software ersichtlich. Laut Hauppauge erreicht man die Auswahl, sofern die Sendung im Zwei-Kanal-Ton ausgestrahlt wird, wenn man mit der rechten Maustaste den Stereo-Button aktiviert.
Info: Hauppauge[2]
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| Hauppauge Win TV Nova-T-PCI |
Als Besonderheit unterstützt die Software mehrere PCI-Karten. Somit kann im Vordergrund ein Programm live verfolgt werden, während im Hintergrund eine Sendung aufgezeichnet wird. Dies gelingt dank BDA-Treibern auch mit MCE 2005. Die Empfangsqualitäten sind übrigens mit dem BDA-Treiber deutlich besser. Während im Test die Software mit den Standard-Treibern nur ein ruckelndes Bild wiedergeben kann, kommt es unter MCE 2005 zu keinerlei Problemen. Leider lässt sich die mitgelieferte Software nicht mit den BDA-Treibern nutzen.
Info: KNC One[3]
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Trotz der Größe und Komplexität des Tools ist der Start der Software nach gut fünf Sekunden abgeschlossen. Den Programmsuchlauf erledigt die Pinnacle-Lösung nach rekordverdächtigen 1:19 Minuten. Das ist der beste Wert im Test. Auch der Programmwechsel erfolgt mit zwei Sekunden relativ zügig.
Die Darstellungsqualität des TV-Bilds ist allerdings nicht so gut. An geraden Linien zeigen sich starke Treppeneffekte, die bei der Konkurrenz nicht so drastisch auftreten. Der Empfang der Pinnacle ist in geschlossenen Räumen trotz aktiver Hirschmann-Antenne nicht so gut wie bei den Konkurrenzprodukten, die mit einer passiven Stabantenne eine deutlich bessere Leistung zeigen.
Info: Pinnacle[4]
Video: Pinnacle Showcenter und PCTV 200e[5]
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| Die PCTV 200e stellt Linien mit Stufen dar. |
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Die mitgelieferte Software erlaubt auf einfache Weise die Bedienung der Karte. Die Senderanwahl ist dabei sehr gut gelöst. Drückt man auf die OK-Taste öffnet sich ein On-Screen-Menü indem man mit den Pfeiltasten die einzelnen Sender ansteuern kann. Ein nochmaliges Drücken der OK-Taste aktiviert den angewählten Sender. Auch Videotext (VT) stellt die Karte dar, wie man es von herkömmlichen TV-Geräten gewohnt ist. Anders als bei zahlreichen Konkurrenzprodukten wird kein eigenes VT-Fenster geöffnet, sondern das normale TV-Fenster zur Darstellung genutzt.
Anders als bei der T2 wird die PCI-Karte nur mit BDA-Treibern ausgeliefert. Auch bei der Cinergy 1400 DVB-T kommt die Software Digital 2 zum Einsatz. Bis auf die Funktion zur Darstellung der aktuellen Signalqualität, die offensichtlich vom Treiber nicht bedient wird, ist die Ansteuerung der PCI-Karte genauso wie bei der USB-Box. Für den Sendersuchlauf benötigt die Karte mit 4:17 Minuten jedoch deutlich länger als die T2. Der Senderwechsel gelingt der PCI-Karte mit gut drei Sekunden aber genauso schnell. Auch die Empfangsleistungen können überzeugen. Wie die T2 wird die Cynergy 1400 DVB-T mit Fernbedienung und Stabantenne ausgeliefert. Die einzige Schwäche, die sich die beiden Terratec-Lösungen leisten, betrifft die Fernbedienung. Zwar sind die Funktionen durchdacht, allein die Reaktion der Fernbedienung ist im Test nicht immer zuverlässig. Manchmal muss man schon zweimal die gleiche Taste drücken, um die ensprechende Funktion zu aktivieren.
Info: Terratec[6]
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| Cinergy T2: Überzeugende Leistung |
Die Magic Box entspricht in ihren Abmessungen in etwa der Artec T1. Ein Blick unter die Haube verrät den annähernd gleichen Aufbau der DVB-T-Lösungen. Auch die Software ähnelt vom Aussehen her der Artec-Variante. Im Unterschied zur Artec kann die Magic Box allerdings Videotext - wenn auch nur in einem externen Fenster - darstellen. Der Sendersuchlauf der mitgelieferten Software ist nach 2:46 Minuten abgeschlossen. Die PCI-Lösung lässt dafür immerhin 4:27 verstreichen. Dafür kann die PCI-Karte auch mit BDA-Treibern unter MCE 2005 eingesetzt werden. Für die Magic Box stehen zwar auch BDA-Treiber bereit - diese lassen sich aber nicht installieren. Die Programmliste kann nicht sortiert werden. Zudem sind die Sender nicht über die Nummerntasten der Fernbedienung direkt wählbar. Keine ideale Lösung. Nach dem Start des Programms wird zunächst kein TV-Signal dargestellt. Hier muss erst noch die Wiedergabe-Taste betätigt werden. Beim Empfang leisten sich sowohl die PCI-Karte als auch die USB-Lösung hingegen keine Schwäche.
Info: Twinhan (Enmic)[7]
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So leisten sich die meisten DVB-T-Geräte bei der Darstellung von Videotext einige Schwächen. Artec stellt den Dienst erst gar nicht dar. Andere wie KNC One und Twinhan können diesen Dienst nur in einem externen Fenster darstellen. Einzig Pinnacle und vor allem Terratec erlauben die Darstellung von Videotext wie man es vom heimischen Fernseher her gewohnt ist.
Trotz der kleineren Schwäche bei der Fernbedienung sind die Terratec-Lösungen Cynergy T2 (USB) und Cinyergy 1400 DVB-T (PCI) noch am besten geeignet. Vor allem das sinnvolle Bedienkonzept mit der Digital-2-Software ist überzeugend. Ebenfalls gut ist die Bildqualität und die Empfangsleistung der beiden Lösungen.
Eines sollte bei der DVB-T-Technik jedoch beachtet werden. HDTV-Fernsehen wird man aufgrund der geringen Bandbreite kaum über DVB-T empfangen können. Wer das hochauflösende Fernsehen bei der im nächsten Jahr stattfindenden Fußball-WM genießen will, muss sich digitale Satelliten-Technik zulegen. Auch die Programmvielfalt lässt zu wünschen übrig: DSF und NTV werden beispielsweise in München nicht über DVB-T ausgestrahlt. Ein Ersatz für Kabel- und Sat-Technik ist DVB-T also nicht, allenfalls eine Ergänzung.
Info: Überall-Fernsehen[8]
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