Man sagt, der durchschnittliche Bürger verbringt ein Drittel seines Lebens mit Schlangestehen. Wenn diese Behauptung richtig ist, dann verbringt der durchschnittliche Internetnutzer ein Drittel seiner Zeit damit, irgendwelche Formulare auszufüllen - zumindest versucht er es.
Daher ist es Aufgabe des Entwicklers, Formulare so zu entwerfen, dass sie leicht verständlich und - noch wichtiger - einfach auszufüllen sind. Denn wenn ein Benutzer nach der Hälfte des Formulars abbricht, ist es nicht gelungen, den Interessenten bei der Stange zu halten - und der Entwickler trägt die Verantwortung für dieses Scheitern der Kommunikation.
Wie schafft man es also, einen Benutzer zum Ausfüllen eines Webformulars zu bewegen, besonders wenn dieses extrem lang ist? Die folgenden acht Tipps haben sich dabei bewährt, das Optimum aus Webformularen herauszuholen.
1. Ziel und Nutzen bestimmen
Man sollte bewerten, welchen Nutzen das Ausfüllen des Formulars für das eigene Unternehmen wie auch für den Benutzer hat. Falls dieser nicht vorhanden oder nur sehr gering ist, wird sich der Benutzer kaum Zeit für das Ausfüllen des Formulars nehmen, und Sie können gleich ganz darauf verzichten. Sobald man festgestellt hat, dass beide Seiten ihren Vorteil daraus ziehen, ist es an der Zeit sich Gedanken zu machen, welche Informationen mit dem Webformular erfasst werden sollen.
Das Wichtigste dabei ist, nicht zu gierig zu sein. Viele Unternehmen sind überzeugt, dass sie so viele Informationen wie möglich von den Benutzern erhalten müssen. In Wirklichkeit sind überschaubare und gezielte Informationen nützlicher. Außerdem wollen die Benutzer nicht mehr Informationen preisgeben, als sie dem Unternehmen zubilligen (das heißt man sollte nicht den Eindruck erwecken, zu neugierig zu sein).
Mäßigung ist Angesagt. Wenn ein Unternehmen keinerlei Informationen von den Benutzern erhält, bringt ein Webformular nicht nur keinen Nutzen, sondern riskiert sogar, das mühsam aufgebaute Markenimage zu beschädigen.
2. Belohnung fürs Ausfüllen
Der Benutzer muss das Gefühl haben, dass der Nutzen oder das Ergebnis die Kosten (beziehungsweise die Zeit) für das Ausfüllen überwiegt. Daher ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass Benutzer diese Mühe auf sich nehmen, wenn ihnen keinerlei Belohnung in Aussicht gestellt wird.
Solche Belohnungen können unterschiedlichster Art sein. Hier ein paar Beispiele:
- ein Geschenkgutschein für eines der eigenen Produkte als Gegenleistung für die Kontaktinformationen des Benutzers
- Teilnahme an einer Verlosung oder einem anderen Wettbewerb
- kostenloser Download von sachbezogenen Fachinformationen
Ehe man mit dem Entwurf eines Webformulars beginnt, sollte man festlegen, was man mit dem Formular erreichen will, und danach entscheiden, welche Belohnung man den Benutzern in Aussicht stellt, um sie zum Ausfüllen des Formulars zu bewegen.
Sobald man genau weiß, warum dieses Webformular notwendig ist und warum die Benutzer es ausfüllen wollen, wird es Zeit, sich mit dem Entwurf eines benutzerfreundlichen Onlineformulars zu beschäftigen, dass jeder verstehen und damit auch vollständig ausfüllen kann.
Selbst bei einem kurzen Formular reicht es nicht, ein Eingabefeld mit einem Anmelde-Button auf den Bildschirm zu zaubern und zu erwarten, der Benutzer wisse jetzt Bescheid. Man kann auch nicht voraussetzen, dass die Benutzer wissen, was die einzelnen Elemente zu bedeuten haben oder wo sie ihre Antworten einfügen sollen.
3. Sicherstellen, dass das Formular kein Scrollen erfordert
Als Erstes sollte man das Webformular so auf dem Bildschirm präsentieren, dass der Benutzer es ohne Scrollen überblicken kann. Es sollte sich im Hauptinhaltsbereich der Webseite befinden, da es sich um die wichtigste Information auf der Seite handelt.
4. Umfang des Formulars deutlich angeben
Man sollte die Länge des Formulars bestimmen. Der größte Fehler wäre es, ein riesiges einseitiges Formular zu erstellen. Stattdessen ist zu überlegen, wie viele Fragen oder Eingaben man erwartet und dann empfiehlt es sich das Formular in überschaubare Einzelteile zu zerlegen.
Man sollte die Benutzer von Anfang an wissen lassen, wie viele Schritte das Formular umfasst und sie dann über den jeweiligen Fortschritt informieren.
5: Felder, Buttons und Textboxen klar bezeichnen
Alle Felder, Buttons oder Textboxen müssen klar beschriftet sein und mit der entsprechenden Funktion in Verbindung gebracht werden können. So kann man zum Beispiel die Bezeichnung der Eingabefelder fett schreiben (zum Beispiel Vorname); Fehlermeldungen hingegen sollten immer in roter Schrift angezeigt werden, damit der Benutzer nicht lange danach suchen muss.
6. Tabellen-Layout verwenden
Um sicherzustellen, dass alle Formularelemente korrekt ausgerichtet sind, sollte man ein einfaches Layout mit einer HTML-Tabelle verwenden. Mithilfe von cellpadding oder cellspacing kann für ausreichend Platz zwischen allen Feldern gesorgt werden, je nach individuellem Geschmack. Ein Beispiel:
7: Benutzereingaben zwischenspeichern
Eines der ärgerlichsten Dinge beim Ausfüllen von Online-Formularen ist das Verschwinden sämtlicher bereits eingetragener Informationen, wenn man einen Fehler macht.
Es ist schon ziemlich viel verlangt, einen Benutzer zu bitten, sämtliche Informationen noch einmal einzugeben. Die beste Lösung besteht daher darin, die Informationen des Benutzers Schritt für Schritt und automatisch zwischenzuspeichern.
8: Dankeschön
Zuletzt sollte man dem Benutzer nach Ausfüllen des Formulars eine Bestätigungsmeldung oder eine "Danke"-Seite präsentieren. Eine solche Seite vermittelt dem Benutzer das Gefühl, etwas geleistet zu haben und macht deutlich, dass man seine Mühe zu schätzen weiß.
Wenn man sich an diese Empfehlungen hält, sollte man in der Lage sein, Webformulare zu entwerfen, die für beide Seiten von Nutzen sind und den Aufwand des Ausfüllens lohnen.