Hybrid-Autos: Das Beste aus zwei Welten

(http://www.zdnet.de/magazin/39133063/hybrid-autos-das-beste-aus-zwei-welten.htm)

von Brian Nadel, 24. Mai 2005

Der Liter Benzin bald bei drei Euro? Ausgerechnet die Amerikaner zeigen Europa, wie man Kraftstoff sparen kann. ZDNet hat Argumente für und gegen diese aufkommende Technologie geprüft und ein schon heute auf dem US-Markt erhältliches Hybrid-Modell Probe gefahren.

Nach fast 100 Jahren auf der Straße kommt der Verbrennungsmotor langsam in die Jahre. Die Umweltverschmutzung und sein unstillbarer Durst nach Brennstoff verursachen Probleme von Smog bis zur globalen Erwärmung. Herkömmliche Motoren werden zudem umso ineffizienter, je größer sie sind. Die meisten Autos nutzen höchstens ein Drittel der Energie des Treibstoffs, der Rest geht in Form von Wärme und Lärm verloren.

Doch erst wenn Benzin 2,20 Euro pro Liter kostet, werden traditionelle Autos als zu durstig gelten – abgesehen davon, dass sie die Umwelt verschmutzen. Doch die sauberere Elektrik, Wasserstoff oder Brennstoffzellen sind noch nicht ausgereift. Hier hat der Hybrid-Antrieb seinen Auftritt - eine neue Automobil-Technologie, die das Beste aus zwei Welten vereint: einen Benzin- und einen Elektromotor. Das Ergebnis? Das bislang umweltfreundlichste Gerät auf Rädern.

Die Hybrid-Technologie schafft dies, indem sie einen kleinen Benzinmotor mit einem drehmomentstarken Elektromotor und einer Batterie verbindet und dadurch niedrigen Verbrauch und umweltfreundlicheres Arbeiten bietet: Einige Hybrid-Antriebe erzeugen 50 Prozent weniger Emissionen. Zwei Kraftwerke unter die Motorhaube zu packen, klingt vielleicht verschwenderisch, kompliziert und anfällig für Fehler, doch bringt die Praxis 50 Prozent Benzineinsparung und reduziert dabei die Emissionen um ein Drittel. Und das Beste von allem ist, dass diese Autos – in der kurzen Zeit, die sie auf dem Markt sind – gezeigt haben, dass sie auch gut zu fahren sind.

Ausgerechnet in den als globale Umweltsünder gebrandmarkten USA spielen Hybridfahrzeuge eine zunehmend wichtige Rolle - nicht zuletzt in Kalifornien, wo Governator Arnold Schwarzenegger für strenge Umweltschutz-Richtlinien gesorgt hat. So suhlt sich auch Hollywood im Hybrid-Rausch: Bei der letztjährigen Oscar-Verleihung war die prestigereichste Fahrt nicht die lange schwarze Limousine, sondern ein Hybrid-Wagen mit Berühmtheiten, die ihr Umweltbewusstsein zeigten. Weil Hybrid-Autos so schwer zu bekommen sind, ist einen zu fahren die beste Möglichkeit, die Möchtegerns von der Ersten Liga zu trennen. Unter den jüngsten Sichtungen von Hybrid-Autos auf der Straße waren Cameron Diaz, Robin Williams und Harrison Ford. Und natürlich ist Hollywoods liebstes Paar links von der Mitte, Tim Robbins und Susan Sarandon, den Hybrid-Wagen ergeben.

CNET/ZDNet hat sich im Folgenden die Hybrid-Technik und die heute oder in wenigen Monaten erhältlichen Wagen auf dem US-Markt genau angesehen.

Beschleunigung

Bei vollkommenem Stillstand entnimmt der Steuercomputer Strom aus der Batterie um den Wagen in Bewegung zu setzen. Bei diesem Prozess springt der Benzinmotor nicht an, daher fährt der Wagen leise und ohne Sprit zu verbrennen.

Bremsen

Tritt man auf die Bremse, wird regenerativ gebremst. Mit anderen Worten: Ein Generator setzt etwas von der Geschwindigkeit des Autos in Elektrizität um, mit der die Batterie geladen wird. Damit ist das Hybrid-Auto für den nächsten Start mit Batteriestrom bereit.

Fahren

Wenn der Wagen etwa 25 bis 30 Stundenkilometer erreicht, kommt der Elektromotor an sein Limit, dann springt der Benzinmotor ein. Alles, was man davon merkt, ist ein leichtes Zittern. So hat das Hybrid-Fahrzeug die Kraft, mit Autobahngeschwindigkeit zu fahren und gleichzeitig die Batterie zu laden.

Überholen

In der Autobahnauffahrt oder beim Überholen werden der Elektromotor und der Benzinmotor zusammengeschaltet, um schnell und sanft auf Geschwindigkeit zu kommen.

Ob ein Dreizylinder-Kleinwagen oder eine V-12-Luxus-Limousine, alle Verbrennungsmotoren laufen, indem sie Benzin explodieren lassen, um chemische Energie in mechanische Energie umzusetzen und mit ihr über ein Getriebe die Räder anzutreiben.

Hybrid-Antriebe gibt es in unterschiedlichen Formen und Größen, doch verfolgen alle dieselbe Strategie: Sie erzeugen nur dann Kraft, wenn diese benötigt wird. Vor einer roten Ampel werden beide Motore abgeschaltet und vermitteln so das Erlebnis unheimlicher Stille. Doch wenn man auf das Gaspedal tritt, beschleunigt der Elektromotor den Wagen auf etwa 25 oder 30 Stundenkilometer, eine Geschwindigkeit, bei der kein Benzin verbraucht wird und bei der das Fahren keinen Pfennig kostet. Doch dann springt der Benzinmotor an, um den Wagen auf Reisegeschwindigkeit zu bringen, und wenn man für ein Überholmanöver etwas mehr Power braucht, arbeiten beide Motoren zusammen.

Man muss einen Wagen mit Hybrid-Antrieb nicht an die Steckdose anschließen, um die Batterie zu laden. Bei Reisegeschwindigkeit oder wenn der Wagen abgebremst wird, werden die Batterien geladen, indem die Geschwindigkeit des Autos genutzt und in Strom umgewandelt wird. So sind die Batterien immer voll.

Hybrid-Antriebe erfordern die modernste Antriebstechnologie, doch fängt es damit erst an. Viele haben windschnittige Profile mit geringem Luftwiderstand. Reifen aus speziellem Gummi reduzieren den Rollwiderstand auf der Straße, während die hochleistungsfähige Nickel-Metallhydrid-Batterie bei Bedarf Strom an den Motor liefert. Viele fahren mit fortschrittlichen kontinuierlichen Automatikgetrieben, die eine unendliche Menge von Übersetzungsverhältnissen bieten statt der üblichen vier oder fünf bei herkömmlichen Gangschaltungen. Einer, der Chevy Silverado/Sierra Pickup, protzt sogar mit einem Stromgenerator und Wechselstromabgabe, um überall Strom zur Verfügung zu haben. Doch wären diese Autos letztlich nur Stahl, Plastik und Aluminium ohne die Computer, die das Funktionieren überwachen und wie ein Technologie-Ballett choreographieren.

Allerdings werden nicht alle Hybrid-Antriebe gleich geschaffen. Auf der einen Seite gibt es den Toyota Prius, ein Voll-Hybrid-Fahrzeug mit Benzin- und Elektromotoren, die unabhängig von einander oder zusammen laufen können. Hondas Civic Hybrid hat dagegen eine simplere Konzeption, die darauf zielt, den kleinen 1,3-Liter-Benzinmotor durch einen elektrischen Motor zu verstärken, der bei Bedarf wie ein Turbolader zusätzliche Kraft liefert. Der Civic Hybrid hat einen EPA-Verbrauchswert (Environmental Protection Agency – amerikanische Umweltschutzbehörde) bei Autobahnfahrt von 4,6 l auf 100 km, während der Standard-Civic mit seiner größeren 1,7-Liter-Maschine 6,2 l verbraucht. Doch werden beide vom Prius übertroffen, der auf der Autobahn mit 3,9 l auf 100 km aufwartet.

Wegen ihrer besonderen Technik und Ausstattung kosten Hybrid-Autos rund 8000 Euro mehr als konventionelle Fahrzeuge. Und weil sie sehr gefragt sind, bieten Händler keine Preisnachlässe und verkaufen ihre Hybriden häufig zum Ladenpreis. Eventuell muss man sogar Monate warten um sein Traum-Hybrid-Auto zu bekommen, und wie unten deutlich wird, erreichen Hybrid-Autos nicht immer den Verbrauch, den man erwarten würde. Doch wenn der Benzinpreis 2,20 Euro erreicht, ist ein Hybrid-Antrieb sehr sinnvoll. Je mehr man fährt, desto mehr spart man mit einem Hybrid-Auto.

Sicher bezahlt man weniger für Sprit, doch kann man sich durch das Hybrid-Auto auch für einen Steuernachlass qualifizieren. Wie lange es dauert, den Mehrpreis herauszuholen, hängt davon ab, welches Modell man wählt - und wie schwer der rechte Fuß ist. In der Regel gilt, dass die meisten die Zusatzkosten in ein paar Jahren herausfahren können. Und die sauberere Umwelt hält natürlich für immer.

Doch woher weiß man, welchen Verbrauch ein Hybrid-Auto haben wird? Die EPA gibt einen Hinweis: Jedes Auto, das in Amerika verkauft wird, wird einem komplizierten Test unterzogen, den die EPA in Auftrag gibt, um den Benzinverbrauch im Stadtverkehr und auf der Autobahn zu ermitteln. Nur ist das Verfahren leider überholt, was dazu führt, dass die Ergebnisse zu optimistisch sind und den Benzinverbrauch um bis zu 50 Prozent zu niedrig angeben. Zum Beispiel fährt der Toyota Prius ein Viertel der Strecke nur mit Elektromotor, was einen außerordentlich geringen Benzinverbrauch im EPA-Test ergibt. Zum Teil können Hybrid-Autos wegen dieser optimistischen Richtwerte hinsichtlich der Benzineinsparung enttäuschen. Wenn man zu stark aufs Gas tritt, arbeiten beide Motoren, was den Vorteil der Hybrid-Autos verringert. Diese Wagen neigen auch zu geringeren Benzineinsparungen, wenn die Batterie altert. Dennoch bleibt die EPA-Bewertung ein verlässliches Mittel zum Vergleich des Verbrauchs von Autors.

Dabei werden oft überraschende Antwort zu Tage gefördert – etwa dass der 1998er Honda Civic, den man zurzeit fährt, einen günstigeren Verbrauch hat als der Ford Escape Hybrid: Die Hybrid-Technologie ist ein großer Schritt Richtung Reduzierung von Benzinverbrauch und Emissionen, sie ist aber nicht das Nonplusultra. Ob nun ein Wagen Batterien mit sich führt oder nicht, sein Gewicht ist immer ein Thema. Während der Escape Hybrid fast 2 Tonnen wiegt, bringt der winzige Civic gerade etwas über eine Tonne auf die Waage – bei 700 kg weniger lässt sich sehr viel leichter ein günstiger Verbrauch erzielen.

Man muss auch bedenken, wozu die Hybrid-Technologie im Wunschauto zum Einsatz kommt. Toyota hat etwa den Prius als sparsames und umweltbewusstes Auto entwickelt, und er erzielt den günstigsten Verbrauch. Der Chevy Silverado Hybrid dagegen erreicht nur geringfügig bessere Verbrauchswerte wegen seiner etwas begrenzten elektrischen Fähigkeiten. Dafür stellt er Arbeitern auf Baustellen einen eingebauten Generator und Stromanschlüsse zur Verfügung. Der gesunde Menschenverstand sagt, dass der große Hybrid-Laster wohl keine Benzineinsparung im Vergleich mit einem nichthybriden Personenwagen aus dem letzten Jahrzehnt bringen kann.

Wer sich entschieden hat, ein Hybrid-Fahrzeug zu kaufen, hat allerdings nur eine kleine Auswahl. Dafür kommen die wenigen Hybrid-Autos auf dem Markt jedoch mit unterschiedlichen Technologien und in verschiedenen Größen daher, so dass für verschiedene Anforderungen und Budgets das Passende dabei ist. Und wer noch etwas warten kann, wird in ein oder zwei Jahren die Wahl zwischen über zwei Dutzend Modellen haben, darunter Sportwagen, Lieferwagen und vielleicht sogar ein Motorroller. Unten werden die Modelle vorgestellt, die derzeit erhältlich sind, und ein kurzer Blick über den Horizont zeigt, was kommen wird.

Chevrolet Silverado Hybrid/GMC Sierra Hybrid

Größe zählt, und der traditionelle Chevrolet Silverado und GMC Sierra sind zwei kommerzielle Pick-up-Laster, die Benzin verschlingen. Und da Chevys 3-Tonnen-Alternative kein Vollhybrid-Auto ist, steigt die Kilometerleistung pro Liter Sprit nur um 0,84 bis 8,7 km. Er bietet auch den Luxus eines eingebauten Generators mit 120-V-Wechselstrom-Abgabe für die Stromversorgung auf Baustellen oder Campingplätzen. Er fühlt sich an wie ein herkömmlicher Pick-up, doch kostet das Hybrid-Modell 10.000 Dollar mehr als sonst, und der Laster bringt eine 8-Jahre-/100.000-km-Garantie auf die Teile des Hybrid-Antriebs mit. Wenn man das Auto in Michigan kaufen möchte, hat man Pech gehabt: Es ist nur in Alaska, Kalifornien, Florida, Nevada und Washington erhältlich.

Ford Escape Hybrid

Ford Escape Hybrid, der erste Hybrid-Offroader, ist prima, um zum Einkaufszentrum und zurück zu fahren, denn er bietet Platz für einen Wocheneinkauf. Zusätzlich zu seiner 2,3-Liter-Maschine hat der Offroader einen 94-PS-Elektromotor und eine 330-V-Nickel-Metall-Hybrid-Batterie unter dem Bodenblech. Den Escape Hybrid gibt es als front- oder allradgetriebenen Wagen für 27.000 beziehungsweise 28.600 Dollar, also etwa 5000 Dollar Aufschlag auf einen herkömmlichen Ford Escape.

Honda Accord Hybrid

Hondas Accord Hybrid beruht auf einer der beliebtesten frontgetriebenen Limousinen in Amerika, die ihre 3-Liter-V6-Benzinmaschine durch einen zusätzlichen Elektro-Antrieb ergänzt. Wie bei anderen Hybrid-Autos geht der Motor aus, wenn man anhält, doch kann dieser Wagen nicht mit dem Elektromotor allein fahren, auch wenn er mit insgesamt 255 PS ein umweltfreundlicher heißer Schlitten ist. Die EPA gibt für diesen Wagen einen Verbrauch von 6,4 l/100km (Autobahn) und 8,1 l/100 km (Stadtverkehr) an, was zu einem Gewinn von 1,3 bis 2,1 km pro Liter Sprit gegenüber der reinen Benziner-Version führt. Bei einem Preis von 30.140 Dollar kostet der Hybrid etwa 5000 Dollar mehr als der konventionelle Accord, doch für Geschwindigkeit ohne Schuldgefühle ist diese Maschine unbezahlbar.

Honda Civic Hybrid

Einmal von Denver nach Albuquerque mit einer Tankfüllung fahren? Es gibt nicht viele Autos, die den 725-km-Trip ohne Zwischentanken schaffen, doch der Honda Civic Hybrid schafft das und hat dann immer noch genug Sprit im Tank, um nach Cheyenne und zurück zu fahren. Mit Hondas IMA-Technologie ist der Civic Hybrid wie sein Vetter Accord ein Teilhybrid-Auto, das einen Elektromotor für zusätzliche Beschleunigung hat. Dieser Hybrid-Wagen bevorzugt Benzinerfahrt, doch wenn man aufs Gaspedal tritt, treiben ihn beide Motoren an und sorgen dafür, dass sich der Civic Hybrid erstaunlich schnell anfühlt. Er führt nicht nur in der Kompaktklasse hinsichtlich Sparsamkeit mit einem niedrigen Verbrauch von 4,6 l/100 km, der Motor des Civic hat acht Jahre oder 80.000 km Garantie und hat auch den schwierigen AT-PZEV-Standard (Advanced Technology Partial Zero Emissions Vehicle) in Kalifornien erfüllt. Etwas weniger strenge Versionen werden in Staaten verkauft, die den kalifornischen Standard nicht anwenden. Die ganze Technologie kostet um 2000 Dollar Aufpreis gegenüber einem Standard-Civic.

Honda Insight

Der Honda Insight hatte vor fünf Jahren den Hybrid-Trend mit dem ersten serienreifen Hybrid begonnen. Es ist ein Spezialfahrzeug, von dem Honda jedes Jahr nur etwa 500 Stück verkauft, die meisten davon in Kalifornien. Mit Vollverkleidung und flachem Design ist der Insight äußerst aerodynamisch und wird sicher die Blicke auf sich ziehen. Sein Verbrauch von 3,5 l/100 km ist auch nicht zu verachten. Man muss zwar ohne Rückbank auskommen, doch ist dieser benzin-elektrische Zweisitzer eine Rakete, die dank Aluminium-Chassis und -Karosserie nur etwa 840 kg auf die Waage bringt, also knapp die Hälfte dessen, was ein typischer amerikanischer Wagen wiegt. Bei einem Preis von 19.330 Dollar mit Fünf-Gang-Handschaltung oder 21.530 Dollar mit einem Automatikgetriebe ist der Insight ein äußerst ökonomischer Wagen.

Toyota Prius

Der auch hierzulande wohlbekannte Prius ist wohl der am besten verkaufte Hybrid-Wagen in Amerika, und er gibt mit seinem Synergy Drive System der zweiten Generation, bei dem ein 1,5-l-Benzinmotor mit einem 76-PS-Elektromotor und einer Nickel-Metall-Hybrid-Batterie kombiniert wird, den anderen das Tempo vor, bei dem sie auf diesem Markt mithalten müssen. Zusammen erreichen beide 110 PS, gerade genug, damit sich dieser Wagen mit Frontantrieb temperamentvoll anfühlt und um ihn in etwas über zehn Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen. Bei all dem liegt der Verbrauch bei 3,9 l (Autobahn) und 4,6 l (Stadtverkehr), der beste in der Mittelklasse. Bei einem Ladenpreis von 20.875 Dollar ist der Prius ein Gewinner, gleichgültig, unter welchem Blickwinkel man ihn betrachtet.

Die nächsten paar Jahre werden eine schöne Zeit für Hybrid-Fans, denn alle großen Autohersteller bringen Hybrid-Autos heraus. Offroader stehen an der Spitze, zuerst bei Toyota, auf den alle anderen von Saturn bis Nissan folgen. Hier sind die Highlights unter denen, die am dichtesten vor der Markteinführung stehen:

Lexus RX 400h

Diesen Luxus-Offroader mit einer 3-l-V6-Maschine und einem Elektromotor, die zusammen 286 PS auf die Straße bringen, aber immer noch Kaliforniens strengem SULEV-Standard entsprechen (Super Ultra-Low Emission Vehicle), kann man noch dieses Jahr in den Ausstellungsräumen erwarten.

Mercedes Grand Sports Tourer

Man muss sich bei Mercedes Benz umschauen, wenn man sich mit deren Grand Sports Tourer im Laufe dieses Jahres auf die luxuriöse Hybrid-Schiene begeben möchte. Das wird ein großer Unterschied sein, denn dieser Hybrid-Wagen wird mit einer V8-Dieselmaschine und einem Elektromotor über 300 PS ausgestattet sein.

Mercury Mariner Hybrid

Der Mariner Hybrid-Offroader wird ein Jahr früher als geplant in die Produktion gehen und einen 2,3-l-Benzinmotor mit einem Paar Wechselstrom-Elektromotoren koppeln um einen Verbrauch von 7,1 l (Stadt) und 8,1 l (Autobahn) zu erreichen und dabei die AT-PZEV-Standards in Kalifornien einhalten. Beide Motoren werden arbeiten, wenn es bergauf geht oder wenn ein Anhänger gezogen wird.

Toyota Highlander Hybrid

Der für Mitte des Jahres erwartete neueste Highlander sieht weniger wie ein Lastwagen als vielmehr wie ein Personentransporter aus. Die Hybrid-Version wird einen 3,3-l-V6-Motor und zwei Elektromotoren haben. Die endgültigen Verbrauchswerte stehen noch nicht fest, doch das Unternehmen gibt an, der Wagen könne fast 1000 km mit einer Tankfüllung fahren.

Chevrolet Malibu/Saturn Vue

Durch den Einbau eines Hybrid-Motors in das Lichtmaschinensystem dieser Offroader müssten der Vue und der Malibu besser beschleunigen und 10 Prozent Benzin einsparen.

Nissan Altima

Die Altima Hybrid-Limousine, die auf Komponenten von Toyota basiert, wird ihren Vierzylinder durch einen Elektromotor und Generator aufwerten, so dass sie sich anfühlt, als hätte sie einen V6 unter der Haube. Die beiden Unternehmen haben sich darauf verständigt, dass sie zusammen in den nächsten fünf Jahren bis zu 100.000 Hybrid-Autos bauen werden.

Eine Probefahrt mit einem Hybrid-Auto könnte einem das Gefühl von Normalität geben. Mit ihren kombinierten Benzin- und Elektromotoren haben sie erstaunlich viel Pep, sind aber still, wenn sie angehalten haben oder mit dem Elektromotor fahren. Zwar sind einige Fahrer zunächst verblüfft, wenn der Benzinmotor sich vor einer roten Ampel automatisch abschaltet, aber man gewöhnt sich leicht an die Stille. Hybride scheinen fast wie jedes andere Auto zu sein.

Natürlich wirken sich die Unterschiede stark auf das alltägliche Leben mit einem Hybriden aus. Diese Autos nippen eher am Benzin, als dass sie es saufen. Dazu kommt, dass sich ein Vierzylinder-Hybrid-Auto beim Überholen anfühlt, als hätte er eine Sechszylindermaschine unter der Haube. Aber wenn man einen Hybrid einmal auf Touren bringt, hören sich die Straßen- und Motorgeräusche, die durch die zwei laufenden Motoren noch verstärkt werden, nach dem stillen Untätigsein überraschend laut an.

Auch die Wartung dürfte eine Herausforderung darstellen, auch wenn es für viele Hybrid-Modelle noch zu früh ist, um etwas darüber zu sagen. Wie bei jedem Auto, bei dem eine Software im Hintergrund läuft und das mit einem hochkomplizierten elektrischen System kommt, können Reparaturen ein Alptraum sein, und die gespaltene Persönlichkeit des Hybrid-Antriebs kann doppelten Ärger bedeuten: Bei zwei Motoren sind doppelt so viele Teile vorhanden, die kaputtgehen können. Zum Beispiel nutzten frühe Prius-Versionen Reifen schnell ab und Software-Aussetzer ließen die Besitzer mit unberechenbaren Autos liegen. Allerdings muss man Toyota zugute halten, dass sie aller Probleme gelöst haben.

Ein anderer Nachteil: Es wird noch eine Weile dauern, bis freie Werkstätten das Know-how haben, um Hybrid-Autos zu reparieren. Frühe Fahrer von Hybrid-Wagen sollten zu den Händlern gehen, die eine spezielle Ausbildung, Ausstattung und Erfahrung haben, die der Mechaniker an der Tankstelle erst in einigen Jahren haben wird. Auch wenn es etwa ein Jahrzehnt dauern dürfte, bis die normalen Kfz-Mechaniker aufgeholt haben, aber dann – so die gute Seite – sind sie oft besser als die Händler.

Die weitaus größte Herausforderung bei Hybrid-Antrieben ist die Batterie. Wenn sie altert, verliert sie wie der Akku von einem Laptop die Fähigkeit, die Ladung zu halten. Das Resultat ist, dass der Benzinmotor früher anspringt und dadurch die Benzineinsparung mit dem Wagen reduziert. Zum Glück kann einen die erweiterte Sechs- oder Achtjahresgarantie auf den Antrieb bei einem Hybrid beruhigen. Man weiß aber noch nichts darüber, inwieweit sich das Thema Batterie auf den Wiederverkaufswert eines Hybrid-Autos auswirkt.

Wenn man sich für Hybrid-Fahrzeuge interessiert, sollte man abwarten – das Beste kommt erst noch. Jeder Autohersteller wird mit Stadtbussen, Sportwagen oder sogar Motorrollern seine Nische in diesem Markt suchen. Die jüngsten Hybrid-Auto-Studien sollte man sich einmal anschauen.

Subaru SVX Cabrio-Studie

Subarus SVX könnte sich nicht stärker von den Forrester Nutzfahrzeugen und älteren Modellen unterscheiden, doch möchte dieser Hybrid-Prototyp etwas Schwung in das Lenken eines Hybrid-Autos bringen. Mit einem Elektroantrieb, der den Wagen bis auf 80 km/h beschleunigen kann, und einer 4-Zylinder-Boxer-Maschine müsste dies ein spritziger Sportwagen sein.

Mitsubishi Concept-E

Der Mitsubishi Concept-E ist so rundlich, dass er aussieht wie ein Ei, und sein Design ist zweifellos ein Blickfang. Unter der Haube sitzen eine V6-Maschine und ein Elektromotor, die zusammen 470 PS über alle vier Räder auf die Straße bringen und aus dem Wagen ein rasantes Hybrid-Auto machen.

Honda Numo

Bestimmt die coolste Weise, in die Schule zu fahren: Hondas Numo Hybrid-Motorroller verbraucht 60 Prozent weniger Sprit und erzeugt 37 Prozent weniger Treibhausgase als der Dio Z4 Roller, auf dem er basiert. Er läuft mit einem 50-ccm-Benzinmotor (nur 1/20 Liter) und wiegt nur 4,5 kg mehr als der Dio Z4.

GM EP 50 Bus

Wer kürzlich in Seattle oder Philadelphia Bus gefahren ist, hat gute Chancen, in einem Hybrid-Bus gefahren zu sein. Diese 12-Meter-Busse, die von GM hergestellt werden, werden bald Gesellschaft bekommen, wenn die Hybrid-Fahrzeuge der zweiten Generation herauskommen. Die EP 50 Gelenkbusse haben einen Hybrid-Antrieb, der Diesel- und Elektromotoren nutzt, die zusammen 400 PS erzeugen, 60 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen und 50 bis 90 Prozent weniger Schadstoffausstoß haben – und dabei mehrere Dutzend Passagiere zur Arbeit oder nach Hause transportieren.