IT-Security auf der CeBIT 2005

(http://www.zdnet.de/magazin/39130569/it-security-auf-der-cebit-2005.htm)

von Dietmar Müller, 1. März 2005

Eine aktuelle Befragung von "Markt und Mittelstand" brachte es auf den Punkt: Spam-Mails, Viren und Würmer sind die größten Bedrohungen für die IT-Systeme im Mittelstand. Die CeBIT begegnet diesen Problemen auch dieses Jahr mit einem Centrum für Informationssicherheit.

Internet Security Systems (ISS) hat Ende vergangenen Jahres eine Bestandsaufnahme der größten Sicherheitsbedrohungen für den deutschen Mittelstand vorgelegt. Dazu wurden Leser der Juli-Ausgabe 2004 der Fachzeitschrift "Markt und Mittelstand" befragt. Der Fokus lag auf Unternehmen des produzierenden Gewerbes, auf Dienstleistungsunternehmen und dem Handel. Insgesamt beteiligten sich 100 Unternehmen an der Befragung. Als größte Bedrohung für die IT-Systeme bezeichnen die Leser Viren, Würmer und Trojaner. 57 Prozent der Firmen waren bei Mehrfachnennung von diesen Attacken betroffen. Auf Platz zwei, mit 43 Prozent, folgen die unerwünschten Spam-Mails. 28 Prozent der Unternehmen mussten sich in den vergangenen 12 Monaten mit technikbedingten Systemausfällen auseinandersetzen.

Diese Ergebnisse korrespondieren mit den Umfrageergebnissen zur eingesetzten Sicherheitslösung in den Firmen: Weit über 90 Prozent aller Befragten setzen spezielle Software zum Virenschutz und Firewalls ein. Produzierendes Gewerbe, der Dienstleistungssektor und der Handel setzen zusätzlich noch auf Datensicherung und Mail-Filtering beziehungsweise auf Anti-Spam-Lösungen.

Der Schutz gegen Malware, Ausfall- und Netzwerksicherheit sind für die produzierenden Unternehmen, die Dienstleister und den Handel die entscheidenden Themen für die Zukunft. Darüber hinaus betrachten sie eine Schwachstellen- und Risikoanalyse sowie Mail-Filtering für immer wichtiger. Die Sicherung des firmeneigenen Netzwerks und die Zugangs-/Zugriffsüberwachung sind für über 50 Prozent der Mittelständler aus Handel, Produktion und Dienstleistung wichtige Faktoren für eine effektive Sicherheitsstrategie.

Die Investitionskosten in die IT-Sicherheit belaufen sich im produzierenden Gewerbe in über 50 Prozent der befragten Unternehmen auf bis zu 5000 Euro. Circa zehn Prozent der Produktionsunternehmen investieren 10.000 Euro, etwa acht Prozent 20.000 Euro. Im Dienstleistungsgewerbe und im Handel haben 80 Prozent der Firmen bis zu 5000 Euro Budget für ihre IT-Sicherheit, bei weiteren Branchen bewegt es sich bis zu 20.000 Euro.

Neben Viren und Würmern wie MS Blaster, SQL Slammer und Nimda zählte das Phänomen Phishing zu den großen Sicherheitsproblemen des Jahres 2004. Auch für das kommende Jahr erwartet ISS weitere Angriffe, deren Mechanismen heute noch völlig unbekannt sind. Neben neuen Angriffsvarianten beobachten die Sicherheitsspezialisten zunehmend, dass Hacker Angriffe kopieren. Dieser Trend wird nicht zuletzt durch leicht erhältliche Viren-Baukästen, die sich kostenlos aus dem Internet herunterladen lassen, unterstützt. Generell werden die Angriffe im kommenden Jahr durch Kombination verschiedener Angriffsmethoden komplexer und schneller. Insbesondere wird sich die Spam-Verbreitung steigern.

Die CeBIT versucht diesen Problemen mit Broschüren und Sonderschauen zu begegnen:

2005 wendet sich die CeBIT insbesondere an mittelständische Interessierte. Die zunehmende Unterstützung von Geschäftsabläufen durch IT-Systeme bringt wirtschaftliche Vorteile – birgt aber auch die genannten Gefahren. Darüber hinaus öffnet der mobile Zugriff auf tagesaktuelle Auftrags- oder Lagerdaten weitere Risiken, wenngleich er eine wichtige Unterstützung bei Verkaufsgesprächen vor Ort darstellt.

Für den sicheren Umgang mit Daten gibt es erprobte technische und organisatorische Lösungen. Die CeBIT offeriert eine neue Informationsbroschüre mit Best-Practice-Beispielen. Die Broschüre, die von der Initiative Mittelstand sicher im Internet herausgegeben wird, ist in drei Varianten erhältlich; je nach Umfang und Aufstellung der IT-Lösung eines Unternehmes, variieren die Vorschläge, wie der sichere Umgang mit Daten gewährleistet werden kann.

Die Broschüre finden Sie als PDF-Dokument unter www.mittelstand-sicher-im-internet.de/themenreihe.php[1]

Sonderschauen zählen zu den Besuchermagneten auf der CeBIT. An keiner anderen Stelle werde der Kontakt zum Fachbesucher und seinem Bedürfnissen leichter geknüpft. Das umfangreiche Spektrum an Problemlösungen im Bereich der IT-Sicherheit wird auch in diesem Jahr auf einer gemeinsamen Plattform dargestellt: Die Sonderveranstaltung CEFIS[2] (Centrum für Informationssicherheit) ist seit mehr als 15 Jahren der Treffpunkt für Besucher und Aussteller der IT-Sicherheitsbranche auf der CeBIT.

Die CeBIT-Sonderschau ist seit diesem Jahr zentraler Bestandteil der neu konzipierten Security-Halle 7. Dem eiligen Besucher wird dort die Möglichkeit geboten, mit überschaubarem Zeitaufwand einen nahezu vollständigen Überblick über aktuelle Trends und Entwicklungen der IT-Sicherheit zu gewinnen. Darüber hinaus erwarten ihn Diskussionsrunden und Vorträgen mit und von erfahrenen Fachleuten.

An zentraler Stelle platziert ist "Das sichere Rechenzentrum". Diese Musterinstallation eines funktionsfähig konzipierten Rechenzentrums setzt einen speziellen Fokus auf typische Probleme im Bereich physischer und baulicher Sicherheit.

Die Deutsche Messe AG Hannover und PC Professionell veranstalten in Halle 7 zum zweiten Mal die "Security Software Area". Auf über 300 qm soll gezeigt werden, wie man Einzelplatz-Rechner oder komplette Netzwerke gegen Angriffe von außen schützt. Darüber hinaus werden den Besuchern an jedem Messetag 16 Vorträge zum Thema IT-Sicherheit in Kooperation mit namhaften Antiviren- und Security-Software-Herstellern geboten. Zusätzlich gibt es den Security-Rundgang, bei dem die Innovationen der Branche praxisnah vorgestellt werden.

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[1] = http://www.mittelstand-sicher-im-internet.de/themenreihe.php
[2] = http://www.cebit.de/19703?x=1