2004 war das Rekordjahr der Viren - und was kommt 2005?

Das vergangene Jahr bezeichnen die Sicherheitsexperten als spitzenmäßig – im negativen Sinne. Im neuen Jahr erwarten uns neue, noch professionellere Erreger und Handyviren. ZDNet legt in einem ausführlichen Report dar, worauf CIOs und Netzwerkmanager achten müssen und wie sie ihren Chef von neuen Maßnahmen überzeugen.

In Sachen Computersicherheit war 2004 ein Jahr der Rekorde, berichten Sicherheitsexperten wie beispielsweise F-Secure. Die Menge des infizierten E-Mail-Verkehrs hat im Vergleich zu 2003 massiv zugenommen. Erstmals hat die Zahl bekannt gewordener Computer-Viren die Marke von 100.000 überschritten. Allerdings gab es eine deutliche Zäsur in der Jahresmitte: Während die erste Jahreshälfte Computernutzer mit einer Unzahl neuer Virenausbrüche in Atem hielt, beruhigte sich ab Juni die Lage wieder, und die Zahl der Virenausbrüche ging deutlich zurück.

2004 war vor allem durch den dramatischen Anstieg von betrügerischen Phishing-E-Mails gekennzeichnet, mit denen Verbraucher dazu bewegt werden sollen, etwa ihre Zugangsdaten für Bankkonten preis zu geben. Weitere Viren-Trends waren die Einführung von Open-Source-Botnets (Netzwerke infizierter Rechner, die für bösartige Operationen missbraucht werden) sowie die massive Zunahme an professionell erstellten Viren. Zusätzlich ist es Verlauf des Jahres zu einer steigenden Zahl von Angriffen durch Netzwerkwürmer gekommen; eine Entwicklung, die erneut zeigte, wie wichtig es ist, jeden Computer einzeln mit einer Firewall auszustatten.

2004 war jedoch auch das erfolgreichste Jahr beim Aufspüren von Virenautoren und anderen Cyber-Kriminellen. In mehreren Staaten fanden groß angelegte Operationen mit zahlreichen Verhaftungen statt.

Gleichzeitig tauchten aber auch die ersten nachgewiesenen Handy-Viren auf. Durch ihre fortschreitende Verbreitung werden Mobilfunkgeräte zu immer attraktiveren Zielen für Virenautoren. Der erste echte Handy-Virus breitet sich in diesem Augenblick in den Mobilfunknetzen aus.

Neben der Gefahr durch Viren ist in 2004 auch die Belastung des E-Mail-Verkehrs durch Spam stetig angestiegen. Mittlerweile sind etwa 70 Prozent aller E-Mails Spam-Nachrichten - und die meisten davon werden über infizierte Heimcomputer weiterverbreitet. Die Spam-Autoren verdienen gutes Geld mit ihrem Handwerk. Das heißt, sie können weiter in ihr "Geschäft" investieren - und das Problem noch verschlimmern. Heute haben wir es nicht mehr so sehr mit Viren zu tun, die direkten Schaden anrichten, sondern größtenteils mit solchen, die den jeweiligen Computer in Besitz nehmen", erklärt Mikko Hypponen, Leiter der Virenschutzforschung bei F-Secure. "Die gegenwärtigen E-Mail-Systeme sterben einen langsamen Tod. Ich fürchte, wir müssen in naher Zukunft das komplette E-Mail-System überholen." Dazu zählt vor allem die Umstellung der grundlegenden Protokolle auf robustere Versionen und die Einführung einer leistungsstarken Benutzer-Authentifizierung. "Natürlich ist dies ein umfassendes und äußerst kostspieliges Projekt", betont Hypponen, "das heißt, es wird wohl erst in Angriff genommen, wenn die aktuellen Systeme zusammenbrechen."

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