Virtuelle Testumgebung: Vmware Workstation 4.5.2

Hersteller: VMware Inc.
Listenpreis: 249 Euro
Fazit:

Vmware Workstation 4.5 ist eine mächtige Virtual Machine-Anwendung, die bei der Entwicklung auf zahlreichen Plattformen hilft, die alle innerhalb eines einzigen Systems laufen. So können selbst komplexe Applikationen für Windows, Linux und Netware plattformübergreifend getestet werden.

Pro
  • äußerst intuitiv bedienbar
  • mächtige Features
  • flexibel
  • unterstützt zahlreiche Betriebssysteme
Contra
  • recht teuer
  • virtuelle Maschinen nicht sehr leistungsstark
  • keine Unterstützung für DirectX
SEHR GUT
8,8
von 10 Punkten
Ausstattung:
9 Punkte
Leistung:
9 Punkte
Service und Support:
9 Punkte
Setup & Bedienung:
8 Punkte

Testbericht VMware Workstation 4.5.2

Vmware Workstation 4.5 ist eine mächtige Virtual Machine-Anwendung, die bei der Entwicklung auf zahlreichen Plattformen wie Windows, Linux und Netware hilft, die alle innerhalb eines einzigen Systems laufen.

Software-Entwickler und IT-Manager nutzen Virtualisierungssoftware gerne, um Programme auf mehreren Betriebssysteme zu testen. Der offensichtliche Vorteil einer Lösung ist, dass man nicht mehrere Rechner kaufen muss. Außerdem ist dieser Software-Typ ideal, um beim Testen von Service-Packs Zeit und Geld zu sparen, weil man Patches vorläufig aufspielen kann - und eine endgültige Übernahme der Installation erst durchführt, wenn alles funktioniert. Für Nicht-Entwickler ist Vmware eine elegante Lösung, um Linux oder andere Betriebssysteme auszutesten, ohne eine Windows-basierte Festplatte formatieren zu müssen.

Vmwares Funktion besteht darin, mehrere Betriebssysteme mitsamt ihren Anwendungen gleichzeitig zu ermöglichen - auf einer einzigen realen Maschine. Das Clevere daran ist, dass diese Betriebssysteme und Applikationen in sicheren virtuellen Maschinen abgekapselt sind, die auf einer Hardware-Plattform koexistieren. Die Hardware-Ressourcen des Host-Rechners werden den Ressourcen der virtuellen Maschinen zugeordnet, sodass jede virtuelle Maschine ihre eigene CPU und Festplatte, eigenen Speicher, eigene Peripherie und so weiter besitzt (natürlich nur virtuell).

Eine virtuelle Maschine entspricht grob gesagt einem Standard-x86-System - man sollte also nicht die volle Power einer Workstation erwarten. Die Möglichkeit, mehrere Systeme gleichzeitig auf einem realen zu betreiben, ohne dass diese sich gegenseitig überschreiben, sollte die geringere Leistung mehr als wettmachen.

Das neueste Update der Software bietet auch bisherigen Nutzern von Vmware viel, Unterstützung zusätzlicher Geräte, bessere Performance und mächtige Zusatzfunktionen. Die Integration von Host- und Gast-Betriebssystemen wurde verbessert, und man kann jetzt 32-Bit-Gast-Betriebssysteme auf einem 64-Bit-Host-Computer mit AMD 64 Opteron-, Athlon 64- oder Intel-IA-32e-CPU betreiben. Das Limit für einzelne virtuelle Maschinen liegt nun bei 3,6 GByte Speicher, wobei die Summe 4 GByte Speicher nicht übersteigen darf. Es wird jetzt ein "Pre-boot execution environment" (PXE) angeboten, mit dem es möglich ist, Betriebssysteme (darunter auch die nächste Windows-Version Longhorn) auf virtuellen Maschinen über ein Unternehmensnetzwerk zu installieren und zu booten. Die Leistung der Virtual Machine ist jetzt über den Windows-Monitor "Systemleistung" überprüfbar, und an den Host angeschlossene USB-Geräte stehen virtuellen Maschinen zur Verfügung. Außerdem wurde die Unterstützung für Linux mit Kernel 2.6.x als Gast-OS verbessert. Auch können nun Solaris x86 Platform Edition 9 (experimentelle Unterstützung) und die Beta-Version 10 (ebenfalls experimentell) installiert werden. Und schließlich kann sich Vmware jetzt automatisch nach verfügbaren Updates umsehen, ganz im Stil von Windows.

Angenehm ist auch, dass virtuelle Maschinen gemeinsame Ordner nutzen können, und dass es möglich ist, Dateien mit gedrücketer Maustaste beziehungsweise durch Kopieren und Einfügen zwischen Gast- und Host-Betriebssystemen hin und her zu verschieben. Man kann jederzeit einen "Schnappschuss" (eine vollständige Kopie des Status einer Virtual Machine zu einem bestimmten Zeitpunkt) erstellen und ihn abspeichern - und natürlich jederzeit wieder herstellen, um das immer gleiche Testen und Konfigurieren von Systemen abzukürzen. Für virtuelle Netzwerke stehen NAT-Geräte, DHCP-Server und diverse Netzwerk-Switches zur Verfügung, während für natives Programm-Debugging innerhalb der Maschine sowohl User-Level- als auch Kernel-Level-Debugger unterstützt werden.

Neue Betriebssysteme aufzusetzen ist so einfach wie die Installation einer gewöhnlichen Windows-Applikation. Ist ein Gast-OS einmal eingerichtet, kann man über die Reiter der Software zwischen beiden wechseln. Ist eine virtuelle Maschine aktiv, wird ihr Name auf einem Reiter im VM-Fenster angezeigt.

Leider gibt es keine Unterstützung für die Spiele-API von Microsoft, sodass es nicht möglich ist, aktuelle 3D-Spiele mit DirectX-Technologie in einem Gast-Betriebssystem ablaufen zu lassen. Das ist insbesondere für Linux-User schade, die also keine Windows-Spiele innerhalb eines virtuellen Windows auf ihrem Linux-Desktop verwenden können. Andere Anwendertypen sind mit Vmware Workstation 4.5.2 aber mehr als gut bedient.

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