"In der Regel wurden Informationen bisher auf Festplatten gespeichert, wobei Speichervernetzungen die Daten in immer gleich großen Datenblöcken austauschten. Nun zeichnet sich eine Abkehr vom durch die SCSI-Schnittstelle dominierten Blockspeicher ab, hin zu einer höheren Abstraktionsebene, die man als objekt-basierten Zugriff bezeichnen könnte", erklärt Kandlur. Ein Objekt ist ein Datenstrang variabler Länge, der in einem Informationsblock wie einem Datenbankeintrag oder einer E-Mail-Nachricht gespeichert wird. "Das Speichersystem könnte diese Objekte auf einer höheren Ebene handhaben."
Das Problem der blockbasierten Speichersysteme besteht darin, dass Objekte aus einer großen Anzahl von Blöcken bestehen, weshalb es ohne bestimmte Abstraktionsebenen für ein Host-System beim Datenzugriff sehr aufwendig ist, einen Überblick über die Position der einzelnen Blöcke zu behalten. "Dies kann die Skalierbarkeit sowie eine gezieltere Zugriffskontrolle dieser Objekte beeinträchtigen", so Kandlur. "Mit einem objektbasierten Modell kann das Speichersystem detailliertere Verfahren für Sicherheit und Zugriffskontrolle bieten, und zwar auf der Ebene eines einzelnen Objekts oder für eine Gruppe von Objekten." Dieses objektbasierte Modell ist ein Vorläufer der bereits an dieser Stelle erörterten Konzepte für Virtualisierung und Information Lifecycle Management.
Die Zukunft der Festplatte
Im Artikel "Wege aus dem Datenchaos: Storage als Dienstleistung" wurde erläutert, wie sich die Speicherverwaltung letztendlich von einer eigenen Disziplin, als die sie heute gilt, zu einem integrierten Bestandteil der IT-Verwaltung eines Unternehmens entwickeln wird. "Warum den Speicherbereich als eigene Disziplin betrachten statt sie auf die gleiche Weise wie das Netzwerk und die Server-Infrastruktur zu verwalten?", fragt Selway. McIsaac geht davon aus, dass Verwaltung der Speicherverbindungen (Fibre-Channel, iSCSI etc.) im Zuge dieser Entwicklung mehr und mehr vom Speichermanager auf den Netzwerkadministrator übergehen werden. "Bis ungefähr 2008 oder 2009 werden die Netzwerk-Administratoren vermutlich auch die Speichernetzwerke verwalten", so McIsaac. "Eventuell wird es zwar noch getrennte Netzwerke geben, aber sie werden alle auf derselben Hardware beruhen. Dieselben Switches werden gleichzeitig IP-Traffic und Fibre-Channel kontrollieren."
Die Switches selbst werden vermutlich mit einer erhöhten Funktionalität ausgestattet. "Die großen Anbieter (Brocade, Cisco, McData) haben sich entweder selbst an die Entwicklung intelligenter Switches gemacht oder diese zugekauft", erläutert McIsaac.
| » Momentan müssen selbst die einfachsten Operationen wie Replizierungen und Backups über einen verschlungenen Pfad von einem Speichersystem über den Switch zum Server geleitet werden. « |
| Kevin McIsaac, Meta Group |
Mehr von allem
Die Entwicklung der Speicherhardware scheint auf den ersten Blick in alle möglichen Richtungen zu gehen, doch steht dahinter stets der grundsätzlich Trend des "größer, besser, schneller, günstiger". Obwohl noch einige grundsätzliche Hindernisse zu überwinden sind, dürften Verbesserungen bereits bestehender Technologien die Lücken in absehbarer Zeit schließen können. Letzten Endes werden sich entweder die holographische oder die atomare Speicherung oder auch eine heute noch ganz unbekannte Technologie durchsetzen. Einstweilen werden Disk-, Band- und optische Speicher ihren Dienst genügen müssen.

Lesermeinungen zum Artikel