Nicht besonders glaubwürdig klingen die Angaben in der PalmOne-Umfrage, wonach Topmanager am häufigsten unerfreuliche Erfahrungen mit Mails machen, während sie angeben, sich selbst nahezu mustergültig zu verhalten. Das widerspricht der Alltagserfahrung, wonach es sinnvoll ist, mit Chefs vorsichtig umzugehen. Mit Sicherheit aber erhalten Geschäftsführer keine Mails in dem Stil, der in vielen Netz-Communities "gepflegt" wird.
Als offen und locker empfinden viele Netz-Freaks einen Umgangston, der mehr als nur rüde ist und in früheren Zeiten zu Beleidigungsklagen geführt hätte. Erleben kann man ihn als Laie in etlichen Webmagazinen, die E-Mail-Diskussionen über dort erschienene Artikel ermöglichen. Dort wird manchmal sogar öffentlich dazu aufgerufen den Autor mit Spam-Mails zu überschütten oder ihn webweit schlecht zu machen. Reagiert der Autor auf solche Anwürfe - in einem freundlichen Ton - dann sind die E-Mail-Sender häufig so verblüfft, ernst genommen zu werden, dass sie schlagartig ihre vorher so vehement vertretene Meinung um 180 Grad ändern.
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Insgesamt bestätigt sich, dass sich in unserer modernen Welt noch keine der Briefkultur ähnliche Umgangsform entwickelt hat, dafür allerdings eine recht rüde Subkultur. Es ist höchste Zeit für einen E-Mail-Knigge, oder besser noch für mehr Nachdenklichkeit vor dem Verfassen von Mails.

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