Windows XP SP2: Perfektes Setup für optimale Performance

(http://www.zdnet.de/magazin/39125058/windows-xp-sp2-perfektes-setup-fuer-optimale-performance.htm)

von Kai Schmerer, 17. August 2004

Nach der Installation des SP2 bedarf es einiger Tuning-Maßnahmen, um die optimale Performance des Systems zu erlangen. Zudem vermisst man einige wichtige Tools.

Das Service Pack 2 für Windows XP stattet das Microsoft-Bertriebssystem mit neuen Sicherheits-Features aus. Neben der Unterstützung des Virenschutzes, die AMDs Athlon 64 (NX-Feature) bietet, ist das Sicherheits-Center die augenfälligste Neuerung des SP2.

Neu ist auch die DirectX-Version 9.0c, die gegenüber der Vorgänger-Variante 9.0b einige sicherheitsrelevante Verbesserungen enthält und das neue Shader-Model 3.0 (Nvidia Geforce-6-Serie) unterstützt.

Bei so viel Sicherheit stellt sich natürlich die Frage, ob das neue Betriebssystem auch noch so schnell wie das alte ist. Und: Was kann man tun, dass es so sicher wie nötig und so schnell wie möglich läuft.

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Die Installation des Service Pack 2 kann über das schon zur Verfügung stehende Netzwerkinstallationspaket oder über das Windows-Update erfolgen. Letzteres soll in wenigen Tagen verfügbar sein. Vorteil dieser Variante: Statt der 270 MByte des Netzwerkinstallationspakets muss man, sofern sämtliche Hotfixes installiert sind, lediglich etwa 100 MByte herunterladen.

Wer viel Zeit hat und auf einen sauber installierten PC wert legt, für den empfielt sich eine Neuinstallation des Betriebssystems. Hierzu muss das SP2 lediglich in die vorhandenen XP-Setup-Dateien integriert werden. Anschließend kann man eine Installation von Festplatte ausführen oder von einer zuvor erstellten Boot-CD.

Wie der Installationsprozess genau abläuft, steht in folgendem Artikel. Die angegebene Prozedur bezieht sich zwar auf die Integration des SP1, trifft aber auch auf das SP2 zu.

Die Idee Microsofts mit dem Sicherheits-Center die Anwender über die sicherheitsrelevante Risiken zu informieren ist begrüßenswert. Drei zentrale Bestandteile sind nach Ansicht Microsofts für die Sicherheit eines PCs von entscheidender Bedeutung:

Während die letzten beiden Punkte wohl bei den meisten Anwendern auf Zustimmung stoßen, bleibt die Notwendigkeit des automatischen Updates eher zweifelhaft. Auch Microsoft scheint eine zwiespältige Haltung zu diesem Thema zu pflegen. Einerseits wird Wert daraufgelegt, dass jeder PC diesen Dienst aktiviert hat, andererseits hat die Firma vor kurzem ein Tool für Unternehmen vorgestellt, das den Dienst teilweise aushebelt. So ist es beispielsweise möglich, dass auf Firmen-PCs trotz aktiviertem automatischen Update kein SP2 installiert wird.

Die Installation eines Virenschutz-Programms sollte zu den ersten Schritten nach einem Setup von XP gehören. Microsoft liefert kein eigenes Virenschutz-Tool mit. Zahlreiche Hersteller bieten entsprechende Programme an. Falls das Sicherheits-Center das Virenschutzprogramm nicht erkennt, sollte man sich auf den Hersteller-Sites nach Updates umsehen. Das Abschalten der Benachrichtigung über den "fehlende" Virenschutz ist aber auch möglich.

Die in Windows XP integrierte Firewall verrichtet zuverlässige Arbeit. Wer dennoch lieber ein Produkt eines anderen Anbieters installieren möchte, wird im gerade durchgeführten ZDNet-Test von Firewalls sicherlich fündig.

Neben einer Firewall und einem Virenschutz-Programm sollte auf keinen Fall ein Spyware-Killer auf dem PC fehlen. Schnüffel-Software kann die Sicherheitseinstellungen des PCs verändern. Einen effektiven Schutz beinhalten bereits zahlreiche Virenschutz-Pakete. Bietet das Virenschutz-Programm keine Spyware-Abwehr, kann man sich mit externen Tools wie Ad-aware Professional von Lavasoft[2] behelfen.

Problemfall Java VM

Nach der Komplett-Installation des SP2 befindet sich keine Java Virtual Machine auf dem PC. Wer diese benötigt, kann sich bei Sun eine Java VM herunterladen (Offline-Installation)[3].

Wegen Lizenzstreitigkeiten mit Sun bietet Microsoft das Paket allerdings nicht mehr offiziell zum Download an. Mit einem kleinen Trick kann man die Virtual Machine von Microsoft dennoch herunterladen. Hierzu muss man die Site Microsoft Windows Update Katalog[4] besuchen. Dort klickt man auf Microsoft Windows Updates suchen. In den erweiterten Such-Optionen gibt man 'Virtual Machine' an. Anschließend lässt sich die Microsoft Java VM herunterladen, die etwa 26 Prozent schneller als die Sun-Lösung ist.

Java Performance
Sun Java VM Microsoft Java VM Performance-Unterschied
Athlon 64 3800+ 4,22 Sekunden 3,34 Sekunden 26%

Ergänzende Tipps zum Download wichtiger Komponenten und Einstellungs-Optionen bietet der folgende Beitrag:

Nach einer Neuinstallation von Windows XP mit integriertem Service Pack sollten zunächst aktuelle Chipsatz-Treiber installiert werden. XP SP2 kennt zwar die neuen Intel-Chipsätze 9xx, hat aber keinen Raid-Treiber mit integriert. Will man den schnellsten Modus bei der Ansteuerung der Festplatte nutzen, muss man eine Diskette mit dem neuesten Intel-Raid-Treiber während der Installation zur Hand haben.

Anschließend sollten aktuelle Grafikkarten-Treiber installiert werden. Die von Microsoft mitgeliferten Treiber sind in der Regel lediglich für die 2D-Darstellung ausreichend. Treiberanpasssungen für 3D-Spiele wie Antialiasing und anisotropische Filterung sind damit nicht möglich. Besitzer von Nforce-3-Boards sollten zudem ein Update des Serial-ATA-Treibers in Betracht ziehen. Der von Microsoft mitgelieferte Treiber erreicht nur etwa die Hälfte der Performance, die der Nvidia-Treiber bietet. Allerdings hat die autmatische Installation des Nvidia-Treibers nicht funktioniert. Die manuelle Einbindung des Treibers über den Geräte-Manager ist jedoch möglich.

Festplatte optimieren

Für ein schnelleres Auffinden von Dateien bei der Suche indiziert Windows den Inhalt der Festplatten. Dieser Dienst bietet allerdings für die meisten Anwender kaum einen Vorteil und kann daher deinstalliert werden. Zudem sollte man die Festplatte nach Abschluss der XP-Installation defragmentieren. Dazu kann man entweder das in XP integrierte Tool nutzen oder man installiert ein externes Programm wie OO Defrag 6.5[10], welches ein automatisches Defragmentieren bietet. Somit braucht man nicht mehr manuell eingreifen.

Weitere Dienste, die deinstalliert werden können:

Zur Leistungsbeurteilung zwischen alter und neuer Windows-Version hat ZDNet einige Benchmarks mit SP1 und SP2 durchgeführt.

Business und Content Creation Winstone sind zwei Benchmarks, die mit realen Applikationen typische Aufgaben wie das Umwandeln eines Video-Files oder das Erstellen einer Powerpoint-Präsentation durchführen. Insgesamt kommen folgende Anwendungen zum Einsatz.

Content Creation Winstone 2004

Business Winstone 2004

Der Benchmark bietet zwei Optionen. Standardmäßig erfolgt ein Test ohne Multitasking. Es sind zwar mehrere Applikationen im Speicher, doch nur die Vordergrund-Anwendung ist aktiv. Dies entspricht zum Beispiel dem Arbeitsablauf eines Web-Designer, der zunächst grafische Elemente mit Photoshop bearbeitet und anschließend mit Dreamweaver diese in die Website integriert.

Zwischen dem Windows XP mit SP1 und aktuellen Hotfixes und dem Service Pack 2 sind keine nennenswerte Leistungsunterschiede erkennbar.


Zusätzlich gibt es beim Business Winstone 2004 noch einen Multitasking-Modus, der verschiedene Szenarien simuliert, bei denen auch die Hintergrund-Anwendung aktiv ist und eine Aufgabe erledigt.

Im ersten Szenario werden im Hintergrund Dateien kopiert, während im Vordergrund Outlook und der Internet Explorer bestimmte Aufgaben abarbeiten. Danach startet das zweite Szenario, bei dem Word und Excel im Vordergrund Skripts abarbeiten und im Hintergrund Winzip Dateien komprimiert. Im letzten Abschnitt läuft ein Antivirentest mit Norton Antivirus, während im Vordergrund sämtliche Programme der Microsoft Office-Suite mit Aufgaben beschäftigt sind.

Im Multitasking-Test zeigen sich etwas größere Leistungsunterschiede zwischen den Betriebssystem-Varianten. Allerdings trifft dies nur im Test mit dem Intel-System zu. Hier ist das SP2 etwas langsamer als das SP1. Allerdings ist der Unterschied immer noch vernachlässigbar. Beim Athlon-System ist hingegen kein Leistungsunterschied erkennbar.


Der Aquamark-Benchmark ist der zurzeit komplexeste 3D-Benchmark. In der Standard-Konfiguration sind zwischen den einzelnen Betriebssystem-Varianten keine Leistungsunterschiede erkennbar. Erst bi aktiviertem Antialiasing und anisotropischem Filtering muss sich das SP2 dem Vorgänger knapp geschlagen geben.


Alles in allem ist Windows XP mit Service Pack 2 in etwa so schnell wie der Vorgänger. Offensichtlich ist Microsoft die Einbindung der diversen Sicherheits-Features ohne Beeinträchtigung der Performance gelungen.

Verbesserungen hätte man jedoch vor allem bei der Installation eines komplett neuen Systems erzielen können. Für die neueste Intel-Plattform auf Basis der 9xx-Chipsätze sind keine Treiber nötig. Zumindest sind im Geräte-Manager keinerlei unbekannten Systemkomponenten aufgeführt. Während des Setups wird allerdings für eine Raid-Konfiguration eine entsprechende Treiber-Diskette benötigt.

Anders sieht es bei Nforce3-Systemen aus. Hier sind nach der Installation jede Menge unbekannter Systemkomponenten im Geräte-Manager aufgeführt. Warum das so ist, bleibt Microsofts Geheimnis. Schließlich ist der Nforce-Chipsatz schon länger erhältlich als der neue DDR2-Chipsatz von Intel.

Abgesehen von diesem kleinen Mangel, gestaltet sich das Setup mit Service Pack 2 für beide Plattformen als völlig problemlos. Kompatibilitäts-Probleme bestimmter Anwendungen, die sich mit den Sicherheits-Features von SP2 nicht vertragen, hat Microsoft allerdings schon bekannt gegeben. Ganz besonders kritisch ist dabei die Verhinderung der Ausführung von aktiven Inhalten. Im Internet-Explorer lässt sich dieses Verbot jedoch aufheben. Damit steht zumindest für diesen Anwendungsfall eine Lösung bereit.

Lesen Sie auch: Der schnellste Prozessor für Windows

Test
Mit dem SP2 wird das Ausführen von aktiven Inhalten verhindert. Das führt bei Web-basierten Anwendungen häufig zu Sicherheitswarnungen. Um diese zu umgehen, kann man bei den Internet-Optionen-Erweitert im Abschnitt Sicherheit die Optionen Ausführung aktiver Inhalte..... aktivieren.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.zdnet.de/galerie/39124875/bilder-galerie-service-pack-2-fuer-windows-xp.htm#sid=39125058
[2] = http://www.zdnet.de/downloads/programs/e/3/de0DE3-wc.html
[3] = http://java.com/de/download/manual.jsp
[4] = http://v4.windowsupdate.microsoft.com/catalog/de/
[5] = ftp://aiedownload.intel.com/df-support/7482/eng/iaar3_floppy.exe
[6] = http://download.nvidia.com/Windows/nForce/4.27/nForce_4.27_WinXP2K_WHQL_international.exe
[7] = http://downloads.viaarena.com/drivers/4in1/via_hyperion%204%20in%201_v453v.zip
[8] = http://www.ati.com/home/online/CatalystXPdriver.html
[9] = http://download.nvidia.com/Windows/61.77/61.77_win2kxp_international.exe
[10] = http://www.oo-software.com/de/products/oodefrag/index.html