Das Siemens SK65 hat die Blackberry-Lösung von Research in Motion eingebaut. Zusätzlich verfügt das Gerät über eine innovative Tastatur, die man querstellen kann, um darauf zu tippen.
Der Vorteil des Systems ist, dass Informationen von Unternehmensservern im Push-Verfahren auf das SK65 übertragen werden können, was einen besseren Zugriff auf Kalender und E-Mail von unterwegs sowie automatische Synchronisierung mit dem Office-Rechner ermöglicht.
Das Siemens-Smartphone SK65 mit Blackberry-Software soll ab November ausgeliefert werden.
Dieser erste Blick auf das SK65 beruht auf Erfahrungen, die im Rahmen der Produktvorstellung in einer vom Hersteller aufgebauten Umgebung gemacht wurden: Datenaustausch und Synchronisierung konnten nicht eingerichtet werden. Dennoch wurde versucht, das Handy gründlich auf seine Funktionen und Benutzerführung zu untersuchen.
Das Gerät ist klein und leicht: 47 Millimeter Breite und 120 Millimeter Tiefe bei einer Bauhöhe von 22 Millimetern wiegen gerade einmal 144 Gramm. Das ist wirklich nicht schlecht für ein Smartphone mit einer Vielzahl von Möglichkeiten und einer relativ geräumigen QUERTY-Tastatur.
![]() Das innovative drehbare Design des Handys sieht das Ausklappen einer QUERTY-Tastatur vor. |
Am einfachsten tippt es sich auf der Tastatur mit den Daumen. Die Ergonomie dieser Bedienung ist besser als beim Voq Professional von Sierra Wireless oder dem Handspring Treo 600. Man muss wohl kaum annehmen, dass der durchschnittliche Manager auf seinem SK65 lange Berichte schreiben wird, aber das Verfassen einer E-Mail ist mit dem von Siemens als "cross to type" ("vor dem Tippen kreuzen") bezeichneten System problemlos möglich.
Eine Kamera gibt es nicht - was vielleicht einer privaten Nutzung des Telefons vorbeugen soll und sicherlich besonders jenen Unternehmen zusagt, die sich vor Industriespionage schützen müssen. In allen anderen Punkten entspricht das SK65 den Erwartungen an ein Telefon dieser Klasse.
So handelt es sich um ein Triband-GSM-Telefon mit 30 MByte nutzbarem Speicher, aber ohne Unterstützung für Flash-Karten irgendeines Formats. Das Display bietet 16 Bit Farbtiefe, Bluetooth wurde integriert, und hinsichtlich der E-Mail-Übertragung unterstützt es die Protokolle SMTP, IMAP4 und POP3. Außerdem sind ein Kalender, Aufgabenliste und eine Notizzettel-Applikation vorhanden, daneben Java und die Möglichkeit, MIDI-Klingeltöne zu verwenden. (Die letzten beiden Punkte rücken das Fehlen der Kamera allerdings in ein etwas seltsames Licht - es scheint sich doch nicht um ein karges Telefon für Nadelstreifenträger zu handeln.) Die Akkulaufzeit soll nach Angaben von Siemens ungefähr 300 Minuten Sprechzeit oder bis zu 250 Stunden Standby betragen.
Auffällig ist ein weiteres fehlendes Merkmal: Wireless-LAN. Wenn das SK65 als Allzweck-Kommunikationsmittel gedacht ist, was Siemens zukünftig von allen Handys fordern will, dann sollte das Telefon doch auch für Voice over IP eingerichtet sein? Aber ohne WLAN ist es unmöglich, drahtlose lokale Netze zu nützen - ein Merkmal, das man früher oder später vermissen könnte. Siemens plant allerdings nach dem SK65 noch eine ganze Reihe weiterer High-end-Smartphones, von denen vielleicht das eine oder andere auch WLAN unterstützen wird.
Das SK65 wird in drei Varianten ausgeliefert, einer Spitzen-Konfiguration mit Unterstützung von Blackberry Enterprise Services, eine Version für 'Prosumer' (eine Mischung aus 'Professional' und 'Consumer') mit einem Web-basierten Client, und eine Variante für die Nutzung eines Standard-Mail-Accounts beim Internet-Provider, ganz ohne RIM-Dienste.
Siemens will derzeit noch keine Preise für irgendeine dieser drei Varianten nennen, plant aber eine Markteinführung im November. Das Gerät soll sowohl über Mobilfunk-Provider als auch direkt an Unternehmenskunden verkauft werden.
