Das einjährige Dienstjubiläum von Intels Mobile-Plattform Centrino wird in diesem Jahr an fast jedem Stand an Halle 2 gefeiert. Neu sind Bemühungen um Consumer als Centrino-Kundschaft, während AMD und Partner mit 64-Bit-Technologie den umgekehrten Weg gehen.
Die CeBIT 2004 bedeutet für Halle 2 (Mobile Computing) vor allem das einjährige Jubiläum von Intels Centrino-Technologie. Centrino, die Plattform aus Pentium-M-Prozessor, Chipsatz 855GM und Wireless-LAN-Karte von Intel, hat sich bei Notebooks für den professionellen Einsatz als Nachfolger des Pentium III-M etabliert und steht in diesem Bereich quasi konkurrenzlos da. Die nächsten Schritte für Centrino werden die Eroberung des Consumer-Markts[1] und von Nischenmärkten wie Tablet-PCs[2] sein.
Es steht zu erwarten, dass Intel jede der drei Komponenten von Centrino aktualisieren wird, also etwa Pentium-M-Prozessoren mit höherer Frequenz als bisher 1,6 GHz und Ultra-low-voltage-Prozessoren mit mehr als den bisherigen 1,0 GHz einführt. Auch die für Centrino verpflichtend vorgeschriebene Mini-PCI-Karte 2100 nach Standard IEEE 802.11b entspricht nicht mehr dem neuesten Stand und könnte durch den abwärtskompatiblen Nachfolger 802.11g abgelöst werden. Bisher hat Intel als Highspeed-Alternative nur 802.11a/b (Dual-Band) im Programm[3].
Prozessor-Konkurrent AMD hat seine 64-Bit-Technologie schon vor Monaten auch im Notebook-Segment eingeführt. Die Prozessoren mit Cool 'n' Quiet werden auch auf der Messe in zahlreichen Consumer-Geräten zu sehen sein. Nach wie vor gibt es aber kaum AMD-basierte Notebook-Lösungen, die unter drei Kilo wiegen, während Subnotebooks mit Centrino natürlich unter zwei Kilo liegen - und selbst Geräte mit zwei Laufwerken (Two-spindle-Designs) in Reichweite dieser Marke kommen. Die von Toshiba eingeführte Kombination zwischen Widescreen-Notebooks und Centrino-Plattform wird sich auf der CeBIT in vielen Variationen nachgeahmt finden. Ein Highlight könnte das von Asus bereits vorab gezeigte Multimedia-Design W1N mit Subwoofer und Fernbedienung[4] werden.
Durch die Kombination mit der leichtgewichtigen und (nicht zuletzt durch den großen Cache) performanten Centrino-Plattform haben 17-Zoll-Widescreen-Designs einiges von ihrem Schrecken verloren. Die ersten Notebooks dieser Klasse waren mit Desktop-Komponenten ausgestattet und wogen um sieben Kilo. Die recht lange mit einer Akkuladung laufenden jetzigen Modelle reichen leicht aus, um auch Filme in Überlänge (wie die mit elf Oskars prämierten Herr-der-Ringe-Fortsetzung "Die Rückkehr des Königs") ohne Stromnetz anzusehen - was man von den im Vergleich leichteren Apple-Modellen nicht behaupten kann. Auch sind so elegantere, schmalere Designs möglich, die im Wohnzimmer als echter Hingucker dienen - ein Bereich, in dem Apple eine Vorreiter-Rolle spielt.
Außer von Apple wurden kleinere Wiedscreen-Modelle bisher noch nicht stark beachtet, doch auch dies könnten Neuvorstellungen ändern. Eine Ausnahme sind überdies Kompakt-Designs wie das MP-XP731 von JVC[5], dann aber gleich mit einem winzigen 8,9-Zoll-Display. Immerhin hat JVC erkannt, wie kleine Bildschirme vom Widescreen-Format profitieren - nicht nur im Hinblick auf Filme von DVD, sondern auch für ernsthafte Anwendungen wie Excel - oder durch die Möglichkeit, trotz kleinen Bildschirms zwei offene Programmfenster nebeneinander in sinnvoller Größe darzustellen.
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| Das W1N soll laut Asus als Standalone-DVD/CD-Player ohne Booten des Betriebssystems arbeiten können. Die blauen LCDs informieren über den Status. |
Sämtliche offiziellen Tablet-PC-Hersteller sind in den letzten Monaten auf Centrino umgestiegen[6] oder stellen auf der Messe Centrino-Geräte vor - sogar Paceblade als bislang standhaftester Vertreter der günstigen, langlebigen, wenn auch wenig leistungsstarken Transmeta-Prozessoren. Wer sich für Tablet-PCs interessiert, kann auch am Stand von Microsoft nach der Edition 2004 der Tablet-PC-Version von Windows XP fragen, die vermutlich ab August zum kostenlosen Download angeboten wird und eine wesentlich überarbeitete Eingabemaske für Stiftanwender bringt.
Besonders spannend sind im Bereich Tablet-PC-Hardware sicherlich die umweltresistenten Varianten ("ruggedized" und "semi-ruggedized") für den Einsatz in der Lagerhalle, auf der Baustelle oder im Krankenhaus. Entsprechende Modelle bauen Panasonic (Convertibles mit Tastatur) sowie Walkabout und Xplore Technologies (Slates - nur Stifteingabe). Sie kosten noch deutlich mehr als Tablet-PCs ohnehin schon, die ja im Vergleich zu Standard-Notebooks teurer sind.
Dass Tablet-PCs auch billig und damit für Freiberufler oder sogar Consumer interessant sein könnten, behaupten immer wieder alternative Hersteller, die dann Produkte mit Linux als Betriebssystem ankündigen. Wer seinen Messebesuch mit einer Recherche in diesem Bereich verbinden möchte, muss allerdings die dem Mobile Computing eigentlich gewidmete Halle 2 verlassen und die Hallen mit den Nummer 19 und höher durchschlendern, wo sich kleinere Unternehmen aus Fernost und den USA finden. Ein weiterer Tipp für Tablet-PC-Interessenten ist die Authentifizierung per Unterschrift, die die Firma Softpro[7] in Halle 1 zeigt.
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