Aktueller Trend im Internet ist die Verbreitung von News per RSS. Zugriff auf die Informationen erhält man aber nur mit speziellen Leseprogrammen, den RSS-Readern. Die Kurzvorstellung gibt einen Überblick über einige besonders geeignete Applikationen.
So sollte ein übersichtlicher RSS-Reader aussehen. |
Dazu gehört, dass der Reader alle RSS-Dialekte beherrscht und möglichst auch schon mit dem ATOM-Format als propagiertem RSS-Nachfolger umgehen kann. Ebenso sollte das Programm den Import von OPML- oder OCS-Dateien unterstützen – Sammlungen von RSS-Links in einer XML-Datei, die dem Anwender das Eintragen von RSS-URLs erspart.
Noch nicht oft erforderlich, aber nicht unwichtig ist die Möglichkeit der Authentifizierung mit Usernamen und Passwort gegenüber nicht-öffentlichen RSS-Quellen – in der Regel Dienste, die sich ihre RSS-Feeds bezahlen lassen.
Derzeit finden sich im Internet dutzende verschiedener RSS-Reader – meist zum freien Download. Doch die meisten davon unterstützen nicht alle aktuellen Standards oder haben andere Schwächen, oft in der Bedienung oder der Präsentation der RSS-Informationen. Die folgende Auswahl stellt in alphabetischer Reihenfolge RSS-Leseprogramme vor, die in der Masse positiv auffallen. Die kostenlose „Personal Edition“ des RSS-Readers Awasu ist als Einstiegsvariante gedacht und daher in einigen Funktionen limitiert. So lassen sich nur maximal 100 RSS-Channels abonnieren und die Update-Zeit ist für jeden Feed nur in bestimmten Grenzen einstellbar (höchstens stündliches Update). Dafür bietet Awasu aber schon in dieser Version Funktionen wie eine Plugin-Schnittstelle, über die sehr mächtige neue Features hinzugefügt werden können. Beispielsweise eine Umwandlung von POP3 zu RSS oder das Speichern von RSS-Feeds in einer MySQL-Datenbank.
Jede Newsmeldung wird direkt und vollständig im Anzeigefenster der dreigeteilten Ansicht darstellt, so dass das Öffnen in einem separaten Browserfenster entfällt. Ein OPML-Import von RSS-Channels wird unterstützt, wobei jeder Channel unabhängig konfigurierbar ist.
Awasu kennt alle RSS-Varianten, kann jedoch mit ATOM-Feeds (noch) nichts anfangen. Über einen auf der Awasu-Website beschriebenen Umweg, nämlich eine XSLT-Transformation, können aber auch ATOM-Feeds in RSS umgewandelt und gelesen werden.
Beeindruckend ist die vielfältige Konfigurierbarkeit des Programms, etwa was die Symbolleisten oder die Anzeige der einzelnen Feed-Übersichten betrifft.
Wem die Personal Edition nicht genügt, kann für 20 US$ die Advanced Edition erwerben. Diese bietet neben einer unbegrenzten Anzahl nutzbarer RSS-Channels einen auf 30 Minuten verkürzbaren Update-Zyklus, OPML-Export der RSS-Feedliste, Authentifizierung über Username/Passwort und unbeschränkte AddIn-Möglichkeiten.
Download: Awasu Personal Edition; Windows 2000, Windows NT, Windows XP[3]
Download: Awasu Personal Edition; Windows 98, Windows Me[4]
Link: Awasu[5] Auf den ersten Blick ungewohnt und wenig attraktiv erscheint der Bildschirmaufbau des BottomFeeder, was wohl an den winzigen Schriften und Symbolen liegt. Leider ist es nur in engen Grenzen möglich, dem Programm ein anderes Erscheinungsbild zu geben.
Dafür kennt der BottomFeeder alle RSS-Versionen sowie ATOM. Auch OPML-Listen lassen sich im- und exportieren, wenngleich der „Datei öffnen“-Dialog in dieser Hinsicht etwas verwirrt (.xml statt .opml). Die Darstellung der Newsmeldungen im Anzeigebereich ist noch mit dicken Fehlern behaftet, so dass es sich empfiehlt, dies einem externen Browser zu überlassen.
Eine Authentifizierung für nicht-öffentliche RSS-Feeds wird nicht unterstützt, dafür lassen sich Artikel direkt in ein Weblog posten, sofern dieses über eine entsprechende Schnittstelle verfügt. Interessant ist ein mitgeliefertes Plugin, mit dem aus BottomFeeder heraus direkt per IRC gechattet werden kann.
Das in Smalltalk geschriebene Programm unterstützt neben Windows und Linux noch weitere Betriebssysteme wie Windows CE, den Apple Macintosh, HPUX, Solaris oder AIX und ist, da Open Source, kostenlos erhältlich.
Download: BottomFeeder (3.4)[6]
Link: BottomFeeder[7]FeedDemon gilt bei vielen als die „eierlegende Wollmilchsau“, obwohl das mehrsprachige Programm in der aktuellen Version 1.0 zwar alle RSS-Varianten, aber keine ATOM-Feeds beherrscht. Die Beta-Version „1.10 Beta 2a“ kann jedoch mit ATOM umgehen.
Als Besonderheit ist der eigentliche Ansichtsbereich des dreigeteilten Bildschirmaufbaus wahlweise horizontal oder vertikal sichtbar. Dieser Bereich zeigt darüber hinaus nicht nur die Inhalte des RSS-Feed an, sondern dient gleichzeitig als Browser, mit dem die Original-Meldung auf der dazugehörigen Website betrachtet wird. Überhaupt wirkt FeedDemon sehr übersichtlich und aufgeräumt, der Autor hat großen Wert auf das visuelle Erscheinungsbild gelegt.
Weitere Features sind der OPML-Im- und Export, eine Auto-Discovery-Funktion, die auf Webseiten RSS-Feeds automatisch identifiziert, eine Blog-Option, um Artikel direkt in ein Weblog zu posten, eine Unterteilung der RSS-Feeds in selbst definierte Gruppen sowie eine Beobachtungsfunktion, die definierte RSS-Channels auf bestimmte Schlüsselworte hin überwacht.
Der kommerzielle FeedDemon kann für einen Zeitraum von 30 Tagen getestet werden, danach muss das Produkt zum Preis von 29,95 US$ gekauft werden. Die lizenzierte Version schließt den Bezug von Beta-Versionen ein, die ohne einen gültigen Key nicht lauffähig sind.
Download: FeedDemon (1.0)[8]
Link: FeedDemon[9]Ein Programm aus deutschen Landen ist FeedOwl, das alle RSS-Versionen verarbeitet und im integrierten Browser darstellt sowie den fast schon obligatorischen Import von RSS-Listen über eine OPML-Datei unterstützt. Der Reader liest auch das ATOM-Format, wobei es in der Praxis jedoch gelegentlich Probleme beim Erkennen von ATOM-Feeds der Version 0.3 gab.
Als besonderen Service für Personen mit Sehschwäche bietet der Reader zum einen die Möglichkeit, Schriftart und -größe dauerhaft zu ändern und zum anderen eine optionale Sprachausgabe, bei der die einzelnen News relativ verständlich vorgelesen werden.
Jeder RSS-Feed lässt sich in eine frei wählbare Kategorie einsortieren und durch HTTP-Authentifizierung mit Benutzername und Passwort von nicht-öffentlichen Quellen abrufen. Außerdem kann FeedOwl auf bestimmte Schlüsselworte im Text eines RSS-Channels mit einem Signalton reagieren.
In der Praxis überraschte FeedOwl in der getesteten Version 3.2 immer wieder mit kleineren Unstimmigkeiten, beispielsweise einem nicht funktionierenden Import einer größeren OPML-Datei, die von den anderen Readern klaglos akzeptiert wurde.
Nach der siebentägigen Testphase sind einige Funktionen wie der OPML-Export, das separat einstellbare Aktualisierungsintervall oder die Sprachausgabe nicht mehr verfügbar. Für die unlimitierte Vollversion werden dann 25 Euro fällig.
Download: FeedOwl (3.2.0.1)[10]
Link: FeedOwl[11]NewsGator ist im Gegensatz zu den anderen RSS-Readern ein Plugin für Microsoft Outlook ab Version 2000, das sich nahtlos in den E-Mail-Client integriert und so Medienbrüche durch die Verwendung unterschiedlicher Programme für RSS und E-Mail verhindert. Der Reader ist auf der Höhe der Zeit und kennt alle RSS-Versionen sowie das ATOM-Format. Für jeden RSS-Channel kann separat die Zeitspanne für das Update eingestellt werden, auch das Anmelden mittels Username und Passwort für nicht-öffentliche RSS-Feeds ist möglich. NewsGator gestattet den Export der Feedliste in eine OPML-Datei und importiert Listen in den Formaten OPML oder OCS.
Durch die Integration in Outlook wird dessen vertraute Ansicht zum Anzeigen der News verwendet. Weiterhin nutzt NewsGator die mächtigen Such- und Kategorisierungsfunktionen des Microsoft-Produkts. Ein Backup der RSS-Informationen ist kein Problem, sind diese doch in Outlooks .pst-Datei enthalten.
Betreiber eines Weblog finden Funktionen, um direkt aus Outlook heraus Artikel in das Weblog zu übertragen, wobei die Schnittstellen durch separat zu installierende, kostenlose Plugins gelöst sind.
NewsGator bietet eine Testversion zum Download an, die sich nach 14 Tagen deaktiviert, wenn keine kommerzielle Lizenz für 29 US$ erworben wird.
Download: NewsGator (2.0.2.1)[12]
Link: NewsGator[13]Leider nur in englischer Sprache verfügbar ist RSS Bandit, der in einer dreigeteilten Ansicht mit integriertem Browser arbeitet. Der Anzeigebereich lässt sich unten, rechts, links oder oben fixieren, so dass der Bildschirmbereich optimal ausgenutzt werden kann. Die Feedlisten-Anzeige wird in Baumform dargestellt, wobei die einzelnen RSS-Feeds in beliebige Kategorien eingegliedert werden können. Das Programm kennt alle RSS-Versionen, muss aber beim ATOM-Format passen. Feedlisten lassen sich in den Formaten OPML, OCS und XML im- und exportieren.
Einzigartig ist die Möglichkeit, die Liste der abonnierten RSS-Channels in einem Netzwerkverzeichnis abzulegen, so dass in einem Team jeder Anwender mit den gleichen RSS-Feeds arbeiten kann.
RSS Bandit verfügt über einige interessante Funktionen wie eine Web-Suche, die in Internet-Suchmaschinen nach Begriffen fahndet und die Fundstellen im integrierten Browser anzeigt. Eine weitere Fähigkeit ist Auto-Discovery, um auf Webseiten nach RSS-Feeds zu suchen. Für Weblog-Betreiber von Nutzen ist eine eingebaute CommentAPI, mit der Kommentare direkt in entsprechend ausgerüstete Weblogs gepostet werden können. Die Anmeldung an nicht-öffentliche RSS-Feeds per Username/Passwort-Authentifizierung, das Abonnieren von RSS-Feeds per Drag & Drop und die Einstellung des optischen Erscheinungsbildes des Anzeigebereiches über XSLT-Stylesheets sind nur einige weitere Funktionen des Readers.
Das kostenlose Open Source-Produkt RSS Bandit benötigt zum Arbeiten ein installiertes Microsoft .NET-Framework ab Version 1.0.
Download: RSS Bandit (1.2.0.90)[14]
Link: RSS Bandit[15]Mit dem kostenlosen Straw ist ein Python-basierter RSS-Reader erhältlich, der unter dem GNOME-Desktop arbeitet und die Artikel ebenfalls in der dreigeteilten Ansicht darstellt. Das schnelle Linux-Programm kennt die gängigen RSS-Versionen und das ATOM-Format, auch ein OPML-Im- und -Export gehört zu seinen Features. Straw beherrscht die Anmeldung an nicht-öffentliche RSS-Feeds per Authentifizierung (Username und Passwort) und lässt sich in mehreren Sprachen, darunter deutsch, betreiben.
Da Straw in der Scriptsprache Python entwickelt wurde, liegen alle zum Betrieb nötigen Dateien im Quelltext vor und können eingesehen werden. Vorraussetzung für den Einsatz des Readers ist jedoch ein installiertes Python in der Version 2.2 oder höher sowie einige weitere Pakete, die auf der Straw-Site beschrieben sind.
Download: Straw (0.22.1)[16]
Link: Straw[17]
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So sollte ein übersichtlicher RSS-Reader aussehen.