Das in Provo, Utah, ansässige Novell will den in Nürnberg beheimateten Linux-Distributor Suse für 210 Millionen Dollar übernehmen. Offen ist noch die Zustimmung der Novell-Aktionäre, danach aber soll die Transaktion bis Ende Januar 2004 abgeschlossen sein. ZDNet konfrontierte den Chief Technology Officer (CTO) von Suse, Jürgen Geck, mit den Meinungen und Kommentaren der ZDNet-Leser zum Deal.
ZDNet: Unsere Leser zeigen sich nicht besonders glücklich über die Übernahme Ihres Unternehmens durch Novell. Eine mehrmals aufgestellte These lautet: 'IBM ist die graue Eminenz hinter Novell – die Firma existiert nur noch, weil IBM das so will. Novell wiederum übernimmt Suse im Auftrag von IBM.' Die Leser vermuten, dass bei einer direkten Übernahme von Suse durch Big Blue die Linux-User schlimmstenfalls mit Boykott reagieren würden. Frei nach dem Motto: 'Wir sind gerade Microsoft von der Schippe gesprungen, jetzt hat uns IBM im Sack.'
Geck: Das würde ich gerne anzweifeln wollen und versuchen, eine andere Argumentation aufzubauen: Die These geht davon aus, dass man etwas kauft und dann hat man es. Die Essenz unseres Angebotes ist aber, dass die von uns vertriebene Technologie uns nicht gehört. Und da sie uns sowieso nicht gehört, kann sie auch nicht IBM, Novell oder sonst irgendjemand gehören. Was wir anbieten, ist Vorhersagbarkeit für Linux, ist Verantwortung und Commitment für Linux, heißt Serviceleistung für Linux. Der Service gewinnt, wenn man statt wie bisher 50 Leute in Zukunft vielleicht eher 1000 zur Verfügung hat. Ich sehe darin nichts Verwerfliches.
![]() Suse CTO Jürgen Geck |
ZDNet: Eine weitere Frage, die unsere Leser des Öfteren stellen: Werden Privatkunden weiterhin unterstützt?
Geck: Es wird nach wie vor die Professional-Version geben. Es wird weiterhin Suse Linux - in den Varianten wie wir sie heute kennen - geben. Durch die Übernahme ändert sich nichts.


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