Der optimale PC: Diese Komponenten brauchen Sie

(http://www.zdnet.de/magazin/20000067/der-optimale-pc-diese-komponenten-brauchen-sie.htm)

von Kai Schmerer, 22. November 2002

Ein optimaler PC ist ein System, das die Anforderungen des Anwenders bei einem geringst möglichen Preis zu 100 Prozent erfüllt. ZDNet gibt Empfehlungen von Komponenten zum Aufbau des perfekten PC.

22. November 2002

Die Vielzahl an Komponenten für ein PC-System ist für den Anwender mehr als verwirrend. Aufgrund dieser Vielfalt sind auch die Konfigurationen derzeit aktueller PC-Angebote irritierend. Das fängt schon bei den verwendeten Chipsätzen auf den Mainboards an. Je nach Prozessortyp buhlen derzeit bis zu vier Chipsatzhersteller um die Gunst der Anwender. Allein ein Blick auf die Website bekannter Mainboard-Hersteller reicht aus, um ein abendfüllendes Gespräch über die dort angebotenen Produkte zu führen. Allein Branchenprimus Asus bietet derzeit 17 aktuelle Mainboards an.

Vielfalt oder Chaos
Vielfalt oder Chaos: Große Mainboardhersteller wie Asus tragen aufgrund des großen Produkt-Angebots zur Verunsicherung der Kunden bei. (Foto: ZDNet.de)

Auch bei Prozessoren herrscht derzeit Chaos: Intel hat vor kurzem den Frontsidebus der Chips auf 533 MHz (133 MHz quadpumped) erhöht. Dazu werden neue Mainboards benötigt. Wer also sein altes P4-System mit einer neuen CPU aufrüsten will, hat mit einem älteren Chipsatz keine Chance. Auch AMD trägt zur Verunsicherung bei. Die neuen Athlon-Prozessoren ab Modellnummer 2700+ sind nur noch mit einem FSB von 333 MHz (166 MHz DDR) erhältlich. Zudem ist der 2600er mit einem FSB von 266 (CPU-Takt: 2133 MHz) und 333 MHz (CPU-Takt: 2083 MHz) erhältlich. Letztere Version setzt allerdings ein Board voraus, welches die neuen FSB-Frequenz unterstützt. Andernfalls wird der Chip nicht mit 2083 MHz sondern mit 1666 MHz betrieben.

Die Performance und der Preis dürften für die meisten Anwender die entscheidenden Kriterien bei der Auswahl des Prozessors sein. Oft wird allerdings vergessen, dass die CPU nur einen Teil der Performance des Systems ausmacht. Der Chipsatz ist ein weiteres wichtiges Kriterium hinsichtlich Performance und Stabilität.

CPU-Performance Die häufig gestellte Frage nach der Performance[1] der Prozessoren ist nicht leicht zu beantworten. Zwar ist der neue Pentium 4 mit 3,06 GHz und Hyperthreading bei vielen Anwendungen schneller als der derzeit leistungsfähigste Athlon-Prozessor (2800+). Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Ältere Software oder, besser gesagt, Anwendungen wie beispielsweise Corel Bryce[2], die nicht für den Pentium 4 optimiert sind, laufen mit dem Athlon schneller ab. Daher ist immer die Frage nach den hauptsächlich verwendeten Applikationen zu beantworten. Sind diese auf wie Lightwave 7.5 auf SSE2[2] optimiert, hat der Athlon keine Chance.

Generell kann man jedoch feststellen, dass der Athlon und der Pentium 4 bei gleicher Taktrate beziehungsweise entsprechender Modellnummer in der Regel in etwa gleich schnell sind. Allerdings sind in zunehmendem Maße Applikationen erhältlich, die über eine SSE2-Optimierung verfügen, sodass der Einsatz einer Pentium 4-CPU mit dem Blick auf die zukünftige Entwicklung sinnvoller erscheint.

Der Preisvorteil der AMD-Chips in der Vergangenheit im Vergleich zu den Intel-Prozessoren hat sich mittlerweile relativiert. Gerade bei hohen Taktfrequenzen sind die Preise in etwa identisch. Unterscheide sind allerdings bei der Verfügbarkeit der Chips zu verzeichnen. Während Intel seinen Pentium 4 gerade mit 3,06 GHz vorgestellt hat und die CPU auch verfügbar ist, hat AMD Schwierigkeiten das MHz-Rennen weiter mitzurennen. Der Athlon XP 2800+, AMDs gegenwärtig stärkster Prozessor, ist beispielsweise in Europa erst im kommenden Jahr verfügbar. Auch die schwächeren Prozesssoren mit 2700+ und 2600+ kommen erst jetzt langsam in den Handel, obwohl diese Modelle schon vor einigen Monaten vorgestellt wurden.

Aktuelle CPU-Preise

Prozessor Preis
Athlon XP 2800+ (2250 MHz) ab 500 Euro (nicht lieferbar)
Athlon XP 2700+ (2167 MHz) ab 409 Euro
Athlon XP 2600+ (2133 MHz) ab 356 Euro
Athlon XP 2400+ (2000 MHz) ab 208 Euro
Pentium 4/3066 ab 774 Euro
Pentium 4/2800 ab 469 Euro
Pentium 4/2666 ab 385 Euro
Pentium 4/2400 ab 221 Euro


Weitere Artikel zu diesem Thema:
(line)


  • Pentium 4 mit 3,06 GHz und Hyperthreading[3]
  • AMD Athlon XP/2800+: Mehr Schein als Sein[4]

    Die Performance und auch die Stabilität der Prozessoren wird maßgeblich von den verwendeten Chipsätze beeinflusst. Für Pentium 4-Prozessoren sind derzeit die Chipsätze 845PE und 850E von Intel am besten geeignet. Allein diese garantieren einen einwandfreien Betrieb der neuen Hyperthreading-CPUs. Neben sehr guter Performance überzeugen die Intel-Produkte auch hinsichtlich Kompatibilität und Stabilität. Der 845PE unterstützt DDR-Speicher und ist für den Massenmarkt vorgesehen, während der 850E mit Rambus-Speicher für den Highend-Markt gedacht ist. Chipsätze anderer Hersteller wie SIS oder VIA bieten derzeit keinen Support für Hyperhtreading, sind also für zukünftige Upgrades nicht geeignet. Zudem genießen diese Chipsätze auch hinsichtlich Stabilität und Kompatiblität keinen guten Ruf.

    Intel 845PE
    Für Pentium 4-Prozessoren ist der Chipsatz 845PE am besten geeignet. (Foto: ZDNet)

    Chipsätze für Athlon-Prozessoren Auch für Athlon-Prozessoren stehen mehrere Chipsätze zur Verfügung. Allen voran hat hier der taiwanesische Chipsatzhersteller VIA die marktbeherrschende Stellung inne. Damit könnte es aber bald vorbei sein. Performance-Probleme mit dem PCI-Bus bei KT333 und KT266A sowie Kompatibilitätsprobleme mit den neuen AGP 8X-Karten des aktuellen KT400 sprechen nicht unbedingt für die Qualität der VIA-Produkte. Zudem kommt, dass der neue Nforce2-Chipsatz von Nvidia auch noch deutlich schneller als der KT400 ist. Demzufolge hat auch AMD die Pressesamples des augenblicklich schnellsten Athlon-Prozessor 2800+ zusammen mit einem Nforce2-Board von Asus ausgeliefert.

    Nvidia Nforce2
    Der Nvidia Nforce2 ist der derzeit leistungsfähigste Chipsatz für Athlon-Prozessoren. (Foto: ZDNet)


    Weitere Artikel zu diesem Thema:
    (line)


  • enterprise/artikel/client/mainboard/200210/845ge_00.zdd[5]
  • enterprise/artikel/client/mainboard/200211/ktnf_00.zdd[6]

    Ist die Entscheidung von Prozessor und Chipsatz gefallen, steht die Auswahl des Mainboards als. Soll ein Athlon-Prozessor das System antreiben, ist, wie gesagt, der Nforce2 von Nvidia am besten geeignet. Derzeit bietet allerdings lediglich Asus entsprechende Modelle an. Die anderen Hersteller sind noch mit der Entwicklung der Boards beschäftigt. MSI will aber noch vor Weihnachten ein Nforce2-Board auf den Markt bringen. Das Asus A7N8X ist in zwei Varianten erhältlich. Die Deluxe-Version ist gegenüber der Standard-Variante noch mit Serial-ATA, Firewire, Dolby Digital und Dual-LAN ausgestattet. Damit ist das Board für nahezu alle erdenkbaren Einsatzzwecke vorbereitet und damit besonders empfehlenswert.

    Asus A7N8X mit Nvidia Nforce2
    Das A7N8X Deluxe ist derzeit zum Aufbau eines stabilen undleistungsfähigen Athlon-Systems am besten geeignet. (Foto: ZDNet)


    Boards für Pentium 4-Prozessoren Bei Pentium 4-Prozessoren ist die Auswahl eines Mainboards mit 845PE-Chipsatz schon etwas schwieriger. Nahezu jeder Anbieter hält ein entsprechendes Modell in seinem Sortiment bereit. Als besonders empfehlenswert haben sich die Boards D1547 und P4PE von Fujitsu-Siemens und Asus heraus gestellt. Das D1547 ist besonders zu empfehlen, wenn es um den Aufbau eines möglichst leisen PCs geht. Dank seines integrierten Thermal Management regelt das Board den CPU-Lüfter, was je nach Lüfter den Lärmpegel deutlich reduziert. Das P4PE kann vor allem im Hinblick auf die Ausstattung mit Firewire und Raid-Controller überzeugen. Für Anwender, die maximale Performance benötigen, ist das Rambus-Board P4T533 von Asus die richtige Wahl. Als besonderes Merkmal bietet die Platine einen Raid-Controller von Promise.

    Fujitsu Siemens D1547
    Das D1547 von Fujitsu-Siemens ist besonders für den Aufbau eines leisen PCs geeignet. (Foto: ZDNet)


    Weitere Artikel zu diesem Thema:
    (line)


  • enterprise/artikel/client/mainboard/200211/mbkt4_00.zdd[7]
  • enterprise/artikel/client/mainboard/200210/845pe_00.zdd[8]

    Bei Grafikkarten sind die Auswahlmöglichkeiten ebenfalls umfangreich. Allerdings zeigt sich seit kurzem ein Trend: weg von Nvidia, hin zu ATI. Im Highend-Segment stellt ATI mit dem Radeon 9700-Pro-Chip derzeit das Nonplusultra dar. Entsprechende Grafikkarten liefern ein bessere Darstellungsqualität dank hochwertigeren anisotropen Filtern und Kantenglättungs-Verfahren (Anti-Aliasing) als vergleichbare Grafikkarten mit Geforce4-Chip. Zudem kommt, dass der Radeon 9700 Pro bis zu sechsmal schneller als der Geforce4 ist. Derzeit sind sämtliche Radeon 9700 Pro-Karten bis auf den verwendeten Kühlkörper baugleich. Die Modelle unterscheiden sich somit lediglich in der Ausstattung. Im Vergleich zu den Geforce4-Karten sind die Radeon 9700 Pro-Varianten zudem besonders leise. In Kürze setzt Grafikkartenhersteller Sapphire diesbezüglich neue Maßstäbe und bietet eine passiv gekühlte Radeon 9700 Pro an. Allerdings soll die Karte 549 Euro kosten.

    Sapphire Radeon 9700 Pro Ultimate Edition
    Flüsterleise: Sapphire beweist mit der Atlantis Pro, dass leistungsfähige Grafikkarte auch leise sein können. (Foto: ZDNet)

    Wer nicht ganz so leistungsstarke Grafikleistung benötigt, ist mit einer Radeon 9000 besser bedient. Entsprechende Produkte sind bereits ab 100 Euro erhältlich. Mit einer Radeon 9000 laufen auch aktuelle Spiele noch recht flüssig. Zudem sind viele Modelle mit einem passiven Kühlkörper erhältlich und machen daher längst nicht soviel Lärm wie ihre Nvidia-Pendants.

    Fazit Wer auf der Suche nach einem Wunsch-PC ist, benötigt eine grundlegende Kenntnis der Marktsituation. Andernfalls wird manches Schnäppchen schnell zum Bumerang. Natürlich ist im Gegensatz dazu nicht immer die teuerste Lösung auch die Beste. Andererseits hat Qualität auch seinen Preis. Wer sich etwa einen Pentium 4-PC zusammenstellen will, sollte darauf achten, dass das Mainboard über einen Intel-Chipsatz verfügt. Dem etwas höheren Preis im Vergleich zu Produkten mit SIS- oder VIA-Chipsätzen steht eine bessere Kompatibilität und höhere Stabilität der Intel-Chipsätze gegenüber. Das gleiche gilt für Athlon-Systeme. Auch wenn es für diese Plattform keine Intel-Chipsätze gibt, kann man in der Regel ein stabiles und leistungsfähiges System aufbauen. Hierfür sind derzeit Boards mit Nvidias Nforce2 zu empfehlen, der gegenüber dem Mitbwerb eine deutlich höhere Performance liefert und auch mit den neuen AGP 8x-Karten einwandfrei funktioniert.

    Als Grafikkarte für ein optimales System bieten sich derzeit Boards mit ATI-Chips besonders an. Zum einen sind die Modelle besonders preiswert (ATI Radeon 9000), zum anderen besonders leistungsstark (Radeon 9700 Pro). Allen gemeinsam ist die relative geringe Lärmentwicklung im Vergleich zu entsprechenden Produkten mit Nvidia-Chips.

    Trotz aller Sorgfalt ist es leider nicht auszuschließen, dass ein PC, der mit Hilfe der erwähnten Auswahlkriterien zusammengestllt worden ist, auch einmal Probleme verursacht. Vor allem dann, wenn diverse Erweiterungskarten zum Einsatz kommen.


    Weitere Artikel zu diesem Thema:
    (line)


  • Leise Leistung: Geräuscharme PCs im Eigenbau[9]
  • Windows XP: Mehr Leistung durch optimale Treiber[10]
  • enterprise/artikel/client/grafikkarten/200210/radeon_vergleich.zdd[11]
  • ATI Radeon 9700 Pro hängt Geforce4 locker ab[12]

    URLs in diesem Artikel:
    [1] = http://www.zdnet.de/enterprise/artikel/client/cpu/200210/at280003-wc.html
    [2] = http://www.zdnet.de/enterprise/artikel/client/cpu/200210/at280006-wc.html
    [3] = enterprise/artikel/client/cpu/200211/p43h00.zdd
    [4] = enterprise/artikel/client/cpu/200210/at2800.zdd
    [5] = enterprise/artikel/client/mainboard/200210/845ge_00.zdd
    [6] = enterprise/artikel/client/mainboard/200211/ktnf_00.zdd
    [7] = enterprise/artikel/client/mainboard/200211/mbkt4_00.zdd
    [8] = enterprise/artikel/client/mainboard/200210/845pe_00.zdd
    [9] = enterprise/artikel/client/tuning/200201/leise_00.zdd
    [10] = enterprise/artikel/client/tuning/200209/treiber_00.zdd
    [11] = enterprise/artikel/client/grafikkarten/200210/radeon_vergleich.zdd
    [12] = |~techexpert/artikel/tests/grafikkarten/200208/radeonpro.zdn