Kaum hat Nvidia seinen neuen Highendchip GeforceFX 5900 Ultra vorgestellt und schon kontert ATI mit der Radeon-Karte 9800 Pro, die nun mit 256 MByte Speicher arbeitet.
16. Mai 2003
Mit der Radeon 9800 Pro 256 bietet ATI ab sofort eine Grafikkarte, die als Gegenstück zu Nvidias neuem Highendchip GeforceFX 5900 Ultra positioniert ist. Genau wie dieser arbeitet der neue ATI-Chip mit 256 MByte Speicher.
Highend-Chips im Überblick
| Hersteller | ATI | Nvidia |
| Modell | Radeon 9800 Pro 256 | GeforceFX 5900 Ultra |
| GPU-Takt | 380 MHz | 450 MHz |
| Speichertakt | 350 MHz | 425 MHz |
| Pixel-Pipelines | 8 | 8 |
| Speicher- interface |
256 Bit | 256 Bit |
| Speicher- bandbreite |
22,4 GByte/s | 27,2 GByte/s |
| Speicher- größe |
256 MByte | 256 MByte |
| Preis | 499 Euro | 499 Euro |


Highend-Duell: So mancher PC ist in Sachen Arbeitsspeicher nicht so üppig ausgestattet wie die Highend-Grafikkarten von ATI und NVidia. Beide Modelle greifen auf 256 MBYte Speicher zurück.
Für den Test der 256 MByte-Grafikkarten verwendet ZDNet die seit kurzem verfügbaren WHQL-Treiber der beiden Firmen. Für die GeforceFX 5900 Ultra kommt der Treiber 44.03 zum Einsatz. Die neue Radeon 9800 Pro wird mit dem gerade vorgestellten Catalyst-Treiber 3.4 getestet. Die Leistungsermittlung erfolgt neben der Standardauflösung von 1024 x 768 auch in den höheren Modi 1280 x 1024 und 1600 x 1200. Zudem werden die Karten mit 4- beziehungsweise 6-fachem Antialiasing (AA) und 8fachem Anisotropischem Filter (AF) bei höchten Qualitäts-Settings getestet. Als neuen Benchmark verwendet ZDNet unter anderem das Spiel Splintercell, das mit dem neuesten Patch auch einen Benchmark-Modus bietet.
Die Leistungsermittlung der Grafikprozessoren erfolgt mit folgenden Benchmarks: Benchmark-Übersicht
| Test | Benchmark |
| Aquamark (DirectX)[1] | Aquamark 2.3 |
| Quake (OpenGL)[2] | Quaver |
| Unreal Tournament 2003 (DirectX 8)[3] | Botmatch, Flyby |
| Splintercell (DirectX 8)[4] | Tbilis (111, 112), Kalinatek (221) |
| 3D Mark 2001SE (DirectX 8)[5] | integriert |
| 3D Mark 2003 (DirectX 8/9)[6] | integriert |
| Comanche 4 (DirectX 8)[7] | integriert |
| Testplattform | Pentium 4/3,06 | |
| Mainboard | Asus P4T533C | |
| Chipsatz | Intel 850E | |
| Speicher | 512 MByte | |
| Speichertyp | PC1066 | |
| Testauflösung | 1024 x 768 x 32 @ 85 Hz / 1280 x 1024 x 32 @ 85 Hz / 1600 x 1200 x 32 Bit @ 85 Hz | |
| Betriebssystem | Windows XP Professional | |
| Nvidia-Treiber | Detonator 44.03 WHQL | |
| ATI-Treiber | Catalyst 3.4 (WHQL) | |
Moderne Grafikchips erlauben die Aktivierung hochwertiger Filterverfahren wie Anti-Aliasing und anisotropisches Filtering. Dadurch lässt sich eine deutliche bessere Qualität der gerenderten Bilder erzielen.

Mit anisotropischem Filtering erscheint der Teppich deutlich schärfer (rechts) (Foto: ATI)

Anisotropisches Filtering in Verbindung mit Anti-Aliasing sorgen für eine deutliche bessere Darstellungsqualität (Foto: ZDNet)
Die Darstellungsqualität bei Rennspielen wie F1 Racing Championship von Ubisoft[8] steigt deutlich durch das anisotropische Filtering. Die Tribünen im Hintergrund werden wesentlich besser dargestellt. Dank Anti-Aliasing erscheint die Fahrbahnbegrenzung deutlich schärfer. Darüber hinaus minimiert anisotropisches Filtering zudem das Textur-Flimmern, was sich besonders bei weit entfernten Objekten positiv bemerkbar macht.
Benchmarks mit High-Quality-Settings Da die erwähnten Verfahren zu einer deutlich besseren Textur-Qualität führen, testet ZDNet die beiden Highend-Grafikkarten mit aktiviertem anisotropischem Filtering sowie Anti-Aliasing. Da die GeforceFX beim Anti-Alaising maximal 4x und beim anisotropischem Filtering 8x unterstützt, wurden auch die Radeon-Karten mit dieser Einstellung getestet, obwohl die ATI-Chips höhere Einstellungen erlauben.
Filter-Einstellungen
| Grafikchip | Anisotropisches Filtering (AF) | Anti-Aliasing (AA) |
| GeforceFX 5900 Ultra | 8x | 4x/6x |
| Radeon 9800 Pro | 8x | 4x/6x |
Beide Highend-Karten liefern im Test mit dem 3D Mark 2003 hohe Performance. Beide Karten liegen ohne aktivierte Filter in sämtlichen Auflösungen nahe beieinander. Die GeforceFX 5900 Ultra ist allerdings immer einen Tick schneller als die ATI Radeon 9800 Pro 256. Werden Anisotropische Filter (4xAF) und Anti-Aliasing (4xAA) aktiviert, vergrößert sich der Vorsprung der Nvidia-Karte. Bei 6fachem Anti-Aliasing kann die ATI-Karte den neuen Nvidia-Chip leicht überflügeln. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Nvidia-Chip im 6fach Anti-Aliasing kein Multisampling bietet, sondern lediglich ein aufwändiges Supersampling verwendet, das nicht nur Leistung kostet, sondern im Vergleich zum Multisampling-Anti-Aliasing der ATI-Karte auch eine schlechtere Qualität aufweist.



Auch bei den Spiele-Benchmarks kann Nvidia mit dem GeforceFX 5900 Ultra die Erwartungen nun endlich erfüllen. Nvidias neuer Highendchip kann mit ATIs Radeon 9800 Pro locker mithalten. In der Auflösung von 1600 x 1200 und 4fachem Anti-Aliasing und Anisotrpischem Filtering ist der GeforceFX 5900 Ultra meistens etwas schneller als der Radeon 9800 Pro. Der ATI-Chip kann allerdings mit 6fachem Anti-Aliasing dem Nvidia-Chip deutlich davon ziehen.


Bei der Auflösung 1280 x 1024 ergibt sich ein ähnliches Bild. Beide Karten erreichen, bei leichten Vorteilen zugunsten Nvidias, ein hohes Leistungsniveau. Bei 6fachem Anti-Aliasing kann der GeforceFX 5900 Ultra gegen den Radeon 9800 Pro hingegen nichts ausrichten.


Bei der kleinsten Auflösung von 1024 x 768 ergibt sich ein ähnliches Bild: GeforceFX 5900 Ultra und ATI Radeon 9800 Pro liegen bei 4fachen Anti-Aliasing und Anisotropischem Filter gleichauf. Mit höherem Kantenglättungsverfahren (6xAA) ist die ATI-Karte eindeutig vorne.
Zum Splintercell-Benchmark ist zu bemerken, dass hier kein Vergleich mit aktiviertem Kantenglättungsverfahren durchgeführt werden konnte, weil der GeforceFX 5900 Ultra diese Option noch nicht unterstützt. Hier muss scheinbar noch am Treiber gefeilt werden. Splintercell unterstützt die von Nvidia im GeforceFX 5900 Ultra integrierte Schatten-Beschleunigung. Daher ist der Nvidia-Chip bei diesem Spiel etwas schneller als der Radeon. Allerdings bietet der ATI-Chip bei den minimal gemessenen FPS die höheren Werte. Damit ist der Radeon-Chip dort wo das Spiel am lansamsten abläuft schneller als der GeforceFX 5900 Ultra.



Knappes Rennen
Nvidias neuer Chip GeforceFX 5900 Ultra wendet sich genauso wie der Radeon 9800 Pro 256 an Highend-Gamer. Hierfür sind beide Modell bestens geeignet. Der GeforceFX 5900 Ultra bietet in hohen Auflösungen mit 4fach Anti-Aliasing und Anisotropischem Filtering meistens die etwas bessere Performance. Mit 6fachem Anti-Aliasing kann der Chip hingegen nicht mit dem Radeon 9800 Pro 256 mithalten. Mit diesen Einstellungen ist und bleibt der Radeon 9800 Pro einsame Spitze.

Trotz eines optimierten Kühldesigns benötigt die GeforceFX 5900 Ultra wie die Vorgänger-Karte zwei PCI-Slots.
Zudem kann ATIs Radeon 9800 Pro weiterhin mit einer leicht besseren Bildqualität auftrumpfen. Die Kantenglättung (Anti-Aliasing) gelingt dem ATI-Chip besser (6faches Anti-Aliasing). Nvidia bietet zwar bei dem neuen Chip ein 8faches Anti-Aliasing, dies ist allerdings in der Praxis kaum brauchbar, da die Spieleperformance dramatisch absinkt und die dargestellten Szenen unscharf sind[9]. Zudem bleibt der Radeon in punkto Anisotropisches Filtering unerreicht. Nach wie vor erlaubt der Nvidia-Chip hier nur ein 8faches, während der Radeon ein 16faches Anisotropischen Filtering bietet.
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Weitere Artikel
Mit dem GeforceFX 5900 Ultra will Nvidia zurück an die Spitze[10]
ATI übertrumpft Nvidia erneut mit der Radeon 9800 Pro[11]
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