ADSTech USB Instant DVD

Listenpreis: 229 Euro
Fazit:

Wer einen S-Video-Eingang und einen aktuellen PC oder einen digitalen Camcorder besitzt, benötigt das Gerät nicht. Aber das Paket macht auch mit älteren PCs die Konvertierung von analogem Filmmaterial in MPEG-Videos und Video-CD oder DVD möglich - bei maximalem Komfort für den Nutzer.

Pro
  • komplettes Paket aus Hard- und Software
  • sehr benutzerfreundlich
  • kompatibel mit älteren PCs
Contra
  • etwas teuer
GUT
7,8
von 10 Punkten
Ausstattung:
9 Punkte
Benutzerfreundlichkeit:
9 Punkte
Leistung:
7 Punkte
Preis-Leistung:
6 Punkte

Testbericht ADSTech USB Instant DVD

Für manche Nutzer wird ADSTechs "USB Instant DVD" das nutzloseste Produkt des Jahres sein. Andere sehen es wahrscheinlich als ausgezeichnete Lösung ihrer Probleme: Die Box in Schwarz und Silber tut nichts anderes, als eingehende analoge Videosignale zu verschlüsseln und zu komprimieren. Das Material wird mit minimaler Verzögerung direkt auf den PC übertragen, wo der User es bearbeiten kann.

USB Instant DVD ist aber keine reine Hardware-Lösung. Zum Paket gehören drei gleichermaßen wichtige Komponeten. Erstens die Encoder-Box. Zweitens die notwendigen Kabel: vom USB-Kabel über Cinch-auf-Cinch bis zum Cinch-auf-Klinkenstecker liegt alles bei, was man für den Anschluss der Box, aber auch sonst oft genug benötigt. Zum dritten die Software. ADSTechs Capture Wizard ist nichts anderes als ein Programm, das die eingehenden Daten darstellen und verwalten (vor allem speichern) kann und damit unabdingbar ist. Dazu kommen My DVD von Sonic als einfaches Tool zum Erstellen von Video-CDs oder DVDs sowie Uleads Video Studio, das nicht nur ebenfalls DVDs und VCDs erstellen kann, sondern umfangreiche Manipulationen zulässt, aber keineswegs so einfach zu bedienen ist wie das Fun-Programm My DVD.

Wie kommt der Film auf die CD oder DVD? Die Installation ist relativ unproblematisch. Die Software spricht zwar Englisch, aber ADSTech hat ein deutsches Handbuch zusammengestellt, das Schritt für Schritt alles erklärt. Das einzige überhaupt denkbare Problem beim Anschluss der Box ist die Korrelation von Audio-Anschluss und Audio-Einstellungen. Diese Sektion des Handbuchs ist relativ umfangreich, was schon auf Probleme bei Anwendern hinweist. Grundsätzlich gilt: Wenn sie den Klinkenstecker für Audio am Mikrofoneingang einstecken, müssen Sie den auch als Tonquelle aktivieren. Oder Sie stellen den Audio-In-Port ein - und benutzen den.

ADSTechs Software Capture Wizard ermöglicht direkten Zugriff auf die Audio-Einstellungen in Windows: Für Anfänger eine angenehme Abkürzung. Auch kann man hier das Videoformat (PAL oder NTSC) und das erwünschte Format (MPEG-1 oder MPEG-2) auswählen. Die maximale Auflösung beträgt 704 mal 480 Bildpunkte (für DVD). Im Falle einer DVD kann man auch die Datentransferrate auswählen (zwischen 3,4 und 5 MBit/s). Als Alternative bieten sich die Video-CD-Formate VCD (352 x 288 Punkte) oder SVCD (480 x 576 Punkte) an. Mit "Preview" überprüft man die Einstellungen des Rechners. Sobald REC gedrückt wird, läuft die Aufnahme.

Als Bildquelle bieten sich analoge Quellen an: Camcorder, Videorekorder, aber auch Fernseher, soweit sie über einen Ausgang verfügen, was ältere oder einfache TV-Geräte in der Regel nicht tun. Die Übertragung verläuft trotz USB 1.1 in Echtzeit: Sie dauert so lange, wie das Video selbst. Das geht, weil mit dem Encoding ja auch die Kompression in der Hardware-Box erledigt wird.

Die Bearbeitung auf dem PC kann aus dem Capture Wizard gestartet werden, denn der ruft die Programme My DVD oder Video Studio per Knopfdruck auf. Wenn der Film nicht verändert werden muss, sondern nur ein nettes DVD- oder VCD-Menü erstellt werden soll, ist My DVD die beste Wahl, da witzige Vorlagen schnell abgeändert werden können. Video Studio ermöglicht dagegen das Einblenden von Texten (einfach), Unterlegen von Musiktracks (fortgeschrittene Schwierigkeit) und echten Schnitt, Überblendungen und Ähnliches (schwierig).

Der fertige Fim kann durch eingebaute Brennerunterstützung direkt aus Video Studio oder My DVD auf CD bzw. DVD gebrannt werden. Zur Ausgabe legt man das Medium in einen Standard-Player oder sieht es auf dem Monitor an. Die dritte Möglichkeit ist, das Video wiederum über die Hardware-Box auf Camcorder oder Videorekorder zurückzuspielen.

USB Instant DVD ist eine zwiespältige Lösung: Zum einen könnte man das Video direkt (etwa über den Video-Eingang) auf den PC spielen und dort codieren, was natürlich Zeit und Prozessor-Power erfordert. Auch für Besitzer einer digitalen Videokamera ist das Gerät natürlich überflüssig. Zum anderen ist die Komplettlösung von ADSTech ein wirklich einfaches Komplettpaket für die Konvertierung analogen Videomaterials in digitale Formate. Die Auflösung und Bildqualität ist auf maximal DVD-Standard angepasst. Wenn man an das Zubehör mit Kabeln und Software denkt, ist auch der Preis von 229 Euro gerechtfertigt. Da das anspruchsvolle Decoding und Encoding in der Box stattfindet und USB 1.1 verwendet wird, kann USB Instant DVD auch mit alten Rechnern verwendet werden.

Letztlich ist USB Instant DVD eine Lösung, die Zeit und Mühe spart. Analoge Videos zu konvertieren war auch vorher möglich, etwa mit TV-Eingang des PCs, aber es war nie so bequem.

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