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Utility-Computing: Eine Frage des Nutzens

David Braue
|
6. Oktober 2003

Wie geht es weiter?

Kunden stehen allen großen Architekturveränderungen natürlich skeptisch gegenüber und es wird an den potenziellen Anbietern liegen, sie vom Wert und der Lebensfähigkeit dieses Modells zu überzeugen. Unternehmen können davon ausgehen, dass die Hersteller Utility-Computing und seine Vorteile für Organisationen in den nächsten Jahren immer aggressiver bewerben werden. Gartner Dataquest sagte kürzlich voraus, dass die Kunden sich bis 2006 so weit mit dem Konzept angefreundet haben werden, dass Utility-Services 31 Prozent des Marktes für IT-Management-Services ausmachen werden.

Aber nicht nur die Kunden werden sich umstellen müssen. Auch Integratoren, ISVs und andere Mitglieder der IT-Nahrungskette werden gezwungen sein, ihre jeweiligen Rollen zu überdenken und ihre Dienste entsprechend neu zu definieren. Da Utility-Computing potenziell in der Lage ist, vielen Mittlern, die derzeit an der Bereitstellung von IT-Services beteiligt sind, die Privilegien zu entziehen, warnen Analysten bereits, dass Service-Provider ihren Mehrwert für Kunden überdenken werden und sich verändern müssen, um das Utility-Modell annehmen zu können.

"Einige wenige Outsourcing-Anbieter werden die Fähigkeit oder die Ressourcen besitzen, um am hochwertigen und hochpreisigen Marktsegment auch weiterhin ihren Wert anbieten zu können", sagt Gartner voraus und legt damit nahe, dass viele Outsourcing-Anbieter "in den Arenen niedrigerer Werte operieren werden müssen, in der Kostenbewusstsein der entscheidende Erfolgsfaktor sein wird. Ein alles andere als glorreiches Schicksal wartet also auf viele Anbieter, die weiterhin die Augen verschließen, während die wahren Konsequenzen der steigenden Annahme des preisgünstigeren Utility-Computing durch die Kunden offensichtlich werden." Fast 25 Prozent der bisher am Markt operierenden Unternehmen, so Gartner Dataquest weiter, werden sich nicht anpassen können und somit einfach verschwinden.

Solche Behauptungen versprechen beträchtliche Veränderungen im IT-Markt durch die Verankerung von Utility-Computing. Es wäre jedoch auch nicht das erste Mal, dass sich Analysten und Anbieter gleichermaßen in ihren Bemühungen, die Marktchancen auf Grund einer neuen Technologie korrekt einzuschätzen, zu euphorischen Äußerungen hinreißen lassen. Für die Kunden ist das Versprechen des Utility-Computing vielleicht verführerisch, jedoch müssen sie realistische Vorstellungen bezüglich seiner Einführung haben. Die Tatsache, dass es sich momentan nur um sehr viele Halbfabrikate handelt, bedeutet, dass es noch Jahre dauern wird, bevor diese Unternehmen überhaupt in Betracht ziehen sollten, mehr zu tun, als sich zu informieren und weiterzubilden.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von Manfred Jänecke
am 9. Oktober 2003, 08:29 Uhr
Utility-Computing - ein Hype wie so viele andere
e-business on demand - diesem Slogan kann man in jeder Computerzeitschrift finden. Aber brauchen wir dies ? Zumindestens zum jetzigen Zeitpunkt ? Wir sind ein kleines mittelständisches Unternehmen mit ca. 80 Mitarbeitern. Die Programme zu mieten wäre ja noch O.K. Aber was ist mit den Daten ? Aus Sicherheitsgründen verbietet es sich schon, diese aus dem Haus zu geben. Denn was, wenn der Anbieter pleite geht ? Wenn er durch DOS-Attacken nicht erreichbar ist ? Wenn auf der User-Seite die Zugangsdaten gehackt werden ? Natürlich werden die Anbieter sagen, das ist kein Problem - bei uns sind die Daten so sicher wie in Fort Knox und Pleite gehen wir auch nicht. Aber das hat mit Sicherheit seinen Preis. Und den können und wollen wir zur Zeit nicht bezahlen. Da arbeiten wir lieber mit Fat Clients und Fat Servern und gekaufter Software im Haus. Das ist z.Zt. mit Sicherheit billiger.
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