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Novell will größere Rolle bei Web-Services spielen

Ben Heskett
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17. Juni 2002
Netzwerksoftwarehersteller Novell veröffentlichte die Spezifikation einer neuen Technologie, die die Software für Verzeichnisdienste enger mit den gerade enstehenden Web-Service-Tools verknüpft.

Das Unternehmen aus Provo, Utah, gab bekannt, eine Methode zur Verknüpfung eines wichtigen, grundlegenden Standards für Webservices, genannt Universal Description, Discovery and Integration (UDDI), mit einer bedeutenden, bereits existierenden Technologie für Verzeichnisdienst-Software, genannt Lightweight Directory Access Protocol (LDAP), vorgestellt zu haben.

Verzeichnissoftware - eine der wenigen Wettbewerbsstärken von Novell - ist im Grunde eine Datenbank, die Informationen über die innerhalb eines Unternehmens vorhandenen Computernutzer, Software, Systeme und mit dem Netzwerk verbundene Geräte, z.B. Drucker, enthält. Sie ermöglicht einem Netzwerkmanager oder Websitebetreiber die Erstellung umfangreicher persönlicher Profile von Besuchern und Kunden.

UDDI-Verzeichnise erfüllen für Webservices eine ähnliche Funktion. Solche Verzeichnisse werden in Unternehmensnetzwerken dazu verwendet, um Webservices aufzulisten, die anderen Programmen zur Verfügung stehen oder - mit Hilfe von öffentlichen, von SAP, IBM, Microsoft und anderen Firmen betriebenen Verzeichnissen - Webservices aufzulisten, die über das Internet verfügbar sind.

Dem Unternehmen zufolge umfasst Novells Technologie-Ankündigung eine Methode, wie UDDI-basierte Daten in einer LDAP-basierten Verzeichnisdienst-Datenbank gespeichert werden können.

Die Ankündigung vom Mittwoch ist Teil von Novells Bemühungen, in dem erwarteten Markt für Webservice-Technologie eine größere Rolle zu übernehmen. Der vielbeschworene Webservice-Trend erlaubt Unternehmen mit verschiedenen Computersystemen eine einfachere Interaktion und Durchführung von Transaktionen. Microsoft kämpft mit seinen traditionellen Rivalen Sun und IBM um die Hauptrollen bei der Gestaltung der Webservice-Technologie, wofür exemplarisch die .Net-Strategie des Unternehmens aus Redmond, Washington, steht.

Novells Spezifikation wurde der Internet Engineering Task Force (IETF) eingereicht, einer Organisation für technologische Standards.

Novell verfügt über einen großen Kundenstamm für eDirectory, das Verzeichnisdienstprodukt des Unternehmens. Novell gab kürzlich bekannt, dass eDirectory die Marke von 420 Millionen Nutzerlizenzen weltweit überschritten hat. Novells Hauptkonkurrent im Bereich der Verzeichnissoftware, Microsoft, macht keine Angaben bezüglich der Verwendung seiner Software Active Directory, die Teil seines Betriebssystems Windows 2000 Server ist.

Novells eDirectory steht außerdem in Konkurrenz zur Verzeichnisdienstsoftware aus dem Hause Sun Microsystems. Sun plant, sein Betriebssystem Solaris in Kürze mit entsprechenden Funktionen auszustatten.

Verzeichnisse werden größtenteils im Rahmen von spezifischen Betriebssystemen verkauft; allerdings hat Novell versucht, die Verbreitung seiner Technologie durch die Unterstützung von Betriebssystemen der Konkurrenz, wie Microsoft Windows 2000 und Linux, zu vergrößern.

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