CBS INTERACTIVE BUSINESS SITES: ZDNET.DE | SILICON.DE
BEI SILICON.DE: Wie wird SAP wieder glücklich?
ANZEIGE
ANZEIGE
 

In Wien funken die Bücherwürmer

Ulrike Ostler
|
9. Juli 2003
In der neuen Wiener Hauptbücherei dienen RFID-Chips der Bestandskontrolle. Das Projekt zeigt die Komponenten und das Prinzip einer möglichen Anwendung von Radio Frequency Identification im Alltag.

In der neuen Wiener Hauptbücherei piept es. Jedes Mal, wenn jemand die öffentliche Bibliothek verlassen will, die Bücher aber noch nicht den digitalen Stempel "ordungsgemäß entliehen" tragen, ertönt ein Signalton. Das schreckt Diebe ab und erfüllt somit einen der Zwecke, die die Bücherei mit der Einführung von RFID-Chips (Radio Frequency Identification) verfolgt.

Mit klein aber fein lässt sich die Charakterisierung des Projekts von Bodo Ischebeck zusammenfassen, der die Aktivitäten Identsysteme im Geschäftsbereich Sichere Mobile Lösungen bei Infineon Technologies leitet. Für das Halbleiterunternehmen, das etwa das Datenmodell für die Bücherei-Anwendung entwickelt hat, soll das Projekt der Einstieg in eine Zukunft als Lösungsanbieter sein. Ischebeck, weist in diesem Zusammenhang auf die Strategie-Agenda 5-to-1 hin. Mit insgesamt fünf Applikationen will Infineon zur Nummer eins der Lösungs-Provider unter den Chipherstellern werden.

Das Projekt der Wiener Hauptbibliothek sei übersichtlich und damit geeignet, die Komponenten und das Prinzip von RFID-Lösungen zu zeigen, so der Experte. Zudem handle es sich um eine echte Anwendung und nicht wie in anderen Projekten um ein Experimente. Das führt Ischebeck darauf zurück, dass das Bibliothekswesen einen geschlossenen Kreislauf darstelle. Die Chips bleiben in den Büchern und werden nicht weggeworfen, wie das bei mit RFID-Tags ausgestatteten Lebensmitteln der Fall wäre. Außerdem brauchen keine diversen Partner in eine Supply-Chain eingebunden werden, die unter Umständen differierende Interessen verfolgen und mit denen etwa über die Aufteilung Kosten verhandelt werden müsse.

Für Christian Jahrl, Leiter der Wiener Hauptbibliothek, standen ganz andere Überlegungen im Vordergrund: "Wir haben nach einem Medium für die Sicherung gesucht - aber vor allem auch für die Verbuchung." Ein Buchungsvorgang stellt dabei die Ausleihe und die Rückgabe von Büchern und digitalen Medien dar, die auf der Ausweiskarte des Benutzers registriert werden.

Um diese Vorgänge schneller gestalten zu können, wollte die Hauptbücherei zugleich den Besuchern die Möglichkeit eröffnen, die Medien selbst ein und auszuchecken. "Wir haben uns erhofft, Personal für die Verbuchung einzusparen, um es verstärkt in der Beratung einsetzen zu können. Und dann haben wir geguckt, was es auf dem Markt so gibt", erinnert sich Jahrl.

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?

Lesermeinungen zum Artikel

 
von Werner NiemeyerStein
am 21. September 2004, 20:01 Uhr
Sicherheit durch eine Buchungshilfe
Wer glaubt den wirklich, dass dieser erste Schritt mit einem Buchungssystem allein gegen das Diebstahlsproblem helfen wird.

Krimineller Energie kann nur durch mehr als eine und unabhängige Sicherungen hinreichend entgegen getreten werden.

ANZEIGE

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei

  • Digg
  • Del.icio.us
  • Webnews
 
ANZEIGE
Business-News »
IT-Business-Blog »

Darum sind 3,47 Euro Urheberrechtsabgabe pro Rohling zu wenig

Die Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ) hat jüngst ihre Vorstellungen kundgetan, wie viel Abgaben sie künftig auf CD-, DVD- und Blu-ray-Leermedien ...

4. Feb. 2010, 18:34 Uhr
3 Kommentare

Der Europäische Datenschutztag - eine leere Hülle

Heute, am 28. Januar 2010, ist der 4. Europäische Datenschutztag. Wer es nicht ...

28. Jan. 2010, 11:44 Uhr
0 Kommentare

Steve Jobs? Ein zweitklassiger Profikicker.

Ein Umfrage unter 1000 Britinnen und Briten offenbarte einige Wissenslücken ...

20. Jan. 2010, 11:39 Uhr
1 Kommentar
Lesermeinungen in IT-Business »

5. Februar 2010, 12:22 Uhr
typisch eBay

sie legen den Finger genau auf die Wunde...wo ist der Zusammenhang...einen direkten » mehr...

zu Exemplarisch durchexerziert: die Tücken des Handels auf Ebay

2. Februar 2010, 12:02 Uhr
Binsenweisheiten

Das sind ja mehr oder weniger alles Binsenweisheiten von Herrn Dueck. Klar könnte » mehr...

zu Experteninterview: "Software könnte fünfmal schneller sein"

28. Januar 2010, 14:35 Uhr
Gefahrenquellen

wenn schon das Anschaffen eines PCs mit Internetanschluss eine Gefahrenquelle schafft.. » mehr...

zu Urteile zur Aufklärungs- und Überwachungspflicht von Eltern in P2P-Fällen

Top-Themen bei ZDNet

Nvidia Optimus: Durchbruch für Hybrid-Grafik im Notebook

Bildflackern beim Wechsel, Fehlermeldungen von Anwendungen und die Notwendigkeit, manuell eingreifen... » mehr

BSI-Grundschutz: Lohnt sich die Umsetzung doch?

Die aufkeimende Kritik am IT-Gundschutz des BSI weisen Befürworter entschieden zurück. Das Zertifizierungsverfahren... » mehr

Frisch im Regal: neue Handy-Modelle im Februar

Den Höhepunkt der Februar-Modelle markiert Nokias Symbian-Handy X6 mit 16 GByte Speicher. Sony Ericsson... » mehr