CBS INTERACTIVE BUSINESS SITES: ZDNET.DE | SILICON.DE
BEI SILICON.DE: Die strahlungs-intensivsten Handys
ANZEIGE
ANZEIGE
Toolkit Supercomputing
Cluster-Installationen sorgen für innovativen Wirbel, Web 2.0 und Cloud-Computing machen die lange Jahre verschmähten Mainframes wieder attraktiv. Das ZDNet-Toolkit zeigt, wohin die Reise bei den Großrechnern geht und wo die größten gebaut und genutzt werden.
 
 

Forschungszentrum Jülich holt Supercomputer "Blue Gene" nach Deutschland

Dietmar Müller
|
26. September 2005
Das Zentralinstitut für Angewandte Mathematik nimmt "JUBL" in Betrieb: Die Spitzenleistung von 5,6 Teraflops reicht für Platz 60 der aktuellen Top-500-Liste. Auf den Rechenknoten läuft jeweils ein kompakter Linux-Kernel, auf den Ein-/Ausgabe-Knoten ein vollständiges Suse Linux.

Das erste IBM Blue Gene Supercomputer-System in Deutschland steht im Forschungszentrum Jülich. Der Rechner ist soeben vom dortigen Zentralinstitut für Angewandte Mathematik (ZAM) in Betrieb genommen worden.

Das ZAM will mit dem Supercomputer die Architektur künftiger Hochleistungssysteme untersuchen. Mit einer Spitzenleistung von 5,6 Teraflops (5,6 Billionen Fließkomma-Berechnungen pro Sekunde) und einem Linpack-Benchmark-Wert von 4,7 Teraflops belegt das deutsche Blue Gene-System namens JUBL Platz 60 auf der aktuellen Top-500-Liste der weltweit schnellsten Supercomputer.

Der Rechner besteht aus 1024 Rechenknoten. Jeder Knoten enthält zwei IBM-PowerPC-Prozessoren. Je nach Anwendung können die Knoten in zwei verschiedenen Modi betrieben werden: entweder im Coprozessor-Mode, in dem eine CPU ausschließlich für die Kommunikation verwendet wird, oder im Virtual-Node-Mode, in dem auf beiden Prozessoren unabhängige Tasks ausgeführt werden. Darüber hinaus ist das System ausgestattet mit 64 Ein-/Ausgabe-Knoten mit je einem externen 1-GBit/s-Ethernet-Anschluss.

"JUBL unterstreicht die Spitzenstellung Jülichs im Supercomputing", meint Professor Thomas Lippert vom Forschungszentrum. Schon heute nutzen 150 Benutzergruppen aus ganz Deutschland die nun auf insgesamt 14,5 Teraflops gestiegene Rechenpower seines Instituts. Das ZAM habe langjährige Erfahrung mit parallelen Algorithmen und Software-Werkzeugen für verschiedenste Forschungsfelder, so Lippert. Dadurch werde Portierbarkeit und Effizienz von Anwendungen gewährleistet. So sollen künftig Anwendungen aus der Bio- und Astrophysik auf JUBL (Jülicher Blue Gene/L) laufen. Struktur und Dynamik von Atomkernen könnten genauso wie bio- und geochemische Kreisläufe im Ozean mit dem Superrechner berechnet werden.

Der deutsche Blue Gene arbeitet mit fünf verschiedenen Verbindungsnetzwerken. Für die Anwendungen wichtig ist das 3D-Torus-Netzwerk, für kollektive Operationen wird eine Tree-Topologie genutzt. Das Verbindungsnetzwerk hat eine maximale Latenzzeit von 6,4 Mikrosekunden und eine aggregierte Bandbreite von 2,1 Gigabyte/s pro Knoten.

Auf den Rechenknoten läuft jeweils ein kompakter Linux-Kernel, auf den Ein-/Ausgabe-Knoten ein vollständiges Linux-Betriebssystem. Für den Betrieb, den Benutzerzugriff und die Programmierumgebung sind vorläufig zwei kleinere IBM Systeme mit Suse-Linux als Vorrechner installiert.

Im ZAM des Forschungszentrums Jülich profitieren insbesondere hoch skalierende parallele Anwendungen von der Architektur des Blue Gene. In Europa ist Blue Gene bereits an mehreren Stellen im Einsatz. So stellen Wissenschaftler der niederländischen Universität Groningen mit dem Supercomputer Forschungen zum Urknall an. In der Schweiz wollen die Forscher der Ecole Polytechnique Federale de Lausanne Teile des menschlichen Gehirns mit Blue Gene simulieren.

In Jülich arbeiten 4300 Mitarbeiter der Disziplinen Physik, Chemie, Biologie, Medizin und Ingenieurwissenschaften in den Bereichen Materie, Energie, Information, Leben und Umwelt eng zusammen. Das Ziel sind langfristige, grundlagenorientierte Beiträge zu Naturwissenschaft und Technik ebenso wie konkrete technologische Anwendungen für die Industrie.

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
ANZEIGE

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei

  • Digg
  • Del.icio.us
  • Webnews
 
ANZEIGE
Business-News »
IT-Business-Blog »

Das Leben des Heinz

Der PC gehört für die meisten Menschen selbstverständlich zum Alltag. Das war nicht immer so - und wird auch nicht immer so sein, schreibt SAP-Forschungsleiter ...

19. Mär. 2010, 11:05 Uhr
0 Kommentare

Internetnutzer sind böse

Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Stade ist die Wiederholungsgefahr von online ...

15. Mär. 2010, 16:50 Uhr
0 Kommentare

Twitter: höchste Zeit für mehr Sicherheit

Twitter hat gerade angekündigt, seinen Mikroblogging-Dienst künftig besser vor ...

10. Mär. 2010, 15:00 Uhr
0 Kommentare
Lesermeinungen in IT-Business »

18. März 2010, 23:50 Uhr
conpilot.com

www.conpilot.com ist auch eine interessante Personensuchmaschine. Sie kombiniert » mehr...

zu Suchmaschine haftet für Rechtsverletzungen Dritter erst ab Kenntnis

18. März 2010, 21:04 Uhr
Gartner Hype Cycle

Ein wohltuender Beitrag! Es scheint so, als wendet sich das Blatt: Nach eineinhalb » mehr...

zu 3D-Welt Second Life: Hurra, wir leben noch!

18. März 2010, 11:12 Uhr
AW: totale überwachung jetzt auch im geldbeutet

Applaus! Genauso sehe ich das auch. Wir Bürger stehen ständig unter Generalverdacht. » mehr...

zu CeBIT: Countdown für den neuen Personalausweis

Top-Themen bei ZDNet

Google Chrome: nützliche Add-ons und Alternativen

Zahlreiche Erweiterungen erhöhen die Funktionalität von Chrome. Mit einem Tool lässt sich der Datensammelleidenschaft... » mehr

ACTA-Abkommen: lückenlose Überwachung im Internet

In geheimen Beratungen haben 39 Staaten das ACTA-Abkommen verhandelt. Jetzt kommen die Details ans Licht.... » mehr

HTC Legend im Test: das perfekte Android-Smartphone?

Das HTC Legend hat ein Aluminium-Gehäuse und sieht deutlich eleganter aus als sein Vorgänger Hero. Neben... » mehr