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Einst war Business Intelligence als Cockpit für das oberste Management konzipiert. Heute soll es Anwendern auf allen Hirarchiestufen helfen, bessere und transparentere Entscheidungen zu treffen. Das ZDNet-Toolkit zeigt, inwieweit die Anbieter diese Erwartungen erfüllen.
 
 

Business Intelligence: vom Luxus zur Notwendigkeit

Peter Marwan
|
21. Juli 2008
Die schnelle und korrekte Analyse von Geschäftsdaten wird für Unternehmen immer wichtiger. Neue Anbieter und Open-Source-Lösungen nutzen das aus, um den Branchengrößen den Schneid abzukaufen.

Nach der umfassenden Konsolidierungswelle im Business-Intelligence-Markt im vergangenen Jahr herrscht jetzt eine neue Aufbruchsstimmung. Die großen Generalisten IBM, SAP und Oracle, die sich im vergangenen Jahr verstärkt haben, sind mit der Integration im Großen und Ganzen gut vorangekommen und erhoffen sich von ihren weiter gefassten Angeboten Zusatzgeschäft mit Bestandskunden.

Die spezialisierten BI-Anbieter dagegen setzen auf eine zweigleisige Strategie: Einerseits buhlen sie um die großen Firmen, die sich einem Generalanbieter nicht komplett ausliefern wollen. Andererseits sehen sie neue Chancen im Mittelstand, den IBM, SAP und Oracle durch ihre allumfassende Ausrichtung und die Integration ihrer Business-Intelligence-Angebote in das Gesamtportfolio etwas aus den Augen verlieren.

Insgesamt sind sich die Marktbeobachter daher in ihrem Urteil über Business Intelligence einig: Es geht aufwärts. Gartner etwa rechnet in diesem Jahr weltweit mit einem Zuwachs von gut 11 Prozent und bis 2012 mit einer durchschnittlichen jährlichen Zunahme von über acht Prozent. Außerdem gehen die Gartner-Analysten davon aus, dass BI-Plattformen von möglichen Einsparungsmaßnahmen weniger betroffen sein werden als andere Bereiche. Der Grund: Bei einer weltweiten Umfrage unter 1500 CIOs war Business Intelligence die Technologie, der die höchste Priorität eingeräumt wurde - und das bereits im dritten Jahr in Folge.

Dan Sommer, Senior Research Analyst bei Gartner, geht außerdem von einer "allgemeineren Zugänglichkeit zu Business-Intelligence-Produkten über die gesamte Angebotspalette hinweg“ aus. Dies gelte jedoch besonders "für Suche, Online Analytical Processing und Reporting". Dadurch erwartet Sommer auch sinkende Preise. Die Anbieter könnten durch zusätzliche, innovative BI-Funktionen und die Ansprache von neuen Kundengruppen sowie die Versorgung einer größeren Zahl von Mitarbeitern in den Unternehmen ihre Umsätze aber trotz sinkender Preise weiter steigern.

Lünendonk-Analyst Mario Zillmann erwartet, dass SAP von der Integration von Business Objects insbesondere bei den großen Kunden profitieren wird. Gleichzeitig sieht er aber auch, dass bisher vergleichsweise kleine Anbieter stark wachsen - was sich seiner Ansicht nach auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird.

Eine Umfrage von Actinium Consulting aus Lindau am Bodensee unter 300 mittelständischen deutschen Unternehmen beleuchtet die Lage hierzulande etwas genauer. Demnach wollen 57 Prozent bis Ende 2009 in eine bestehende oder neue BI-Infrastruktur investieren. 19 Prozent haben noch keine Entscheidung getroffen. Im Gegensatz zu den von Gartner befragten CIOs hat aber ein Viertel augenblicklich keine Pläne, Business Intelligence einzuführen.

In der Studie wurde der Blick auf die technische Implementierung von den Unternehmen höher gewertet als die strategische Ausrichtung. Actinium-Geschäftsführer Klaus Hüttl wundert das nicht: "Dies ist die regelmäßige Erfahrung in der Praxis, obwohl die Schwachpunkte üblicherweise gerade auf der strategischen Ebene liegen". Unternehmen müssten gerade in dieser Hinsicht dafür sorgen, dass der Transfer von Best-Practice-Ansätzen zur Optimierung der strategischen Ausrichtung vorgenommen werde. "Es wird in den Unternehmen oft schon über die technische Realisierung diskutiert, bevor überhaupt die konkreten Zielsetzungen definiert und auf ihre Umsetzbarkeit hin abgeprüft sind", bemängelt Hüttl.

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