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Zukunftsvisionen von Open Text und Ixos

Hermann Gfaller
|
30. April 2004
Auf der Open Text-Hausmesse LinkUp Europe geht es vor allem darum, Kunden von der Vision zu überzeugen, die das Unternehmen schon auf der CeBIT unter dem Schlagwort Enterprise Content Management angekündigt hat.

Zum ersten und vermutlich letzten Mal wird die die Open Text-Hausmesse LinkUp Europe zusammen mit der neuen Konzerntochter Ixos veranstaltet. Grund für den gemeinsamen Auftritt ist, dass die Übernahme des Münchner Archiv- und SAP-Spezialisten rechtlich noch nicht gänzlich abgeschlossen ist. Nun geht es darum, vor allem die Ixos-Kunden von der Vision zu überzeugen, die Open Text-Chef Tom Jenkins schon auf der CeBIT unter dem Schlagwort Enterprise Content Management (ECM) angekündigt hat.

Unter ECM muss man sich einen Workflow für unstrukturierte Daten (E-Mails, Texte, multimediale Dokumente) vorstellen, der die strukturierten auf Datenbanken beruhenden Geschäftsprozesse à la SAP begleiten soll. Von Bedeutung ist ein solcher Workflow wegen des immensen Einflusses, den inzwischen E-Mails oder Vertragsvarianten auf die Geschäftstätigkeit nehmen. Ähnlich wie beim klassischen Dokumenten-Management geht es darum, dass bei allen, die Geschäftsprozesse begleitenden, Dokumente oder E-Mails nachvollziehbar wird, wer, wann welche Änderungen vorgenommen hat. Vorgeschrieben sind solche Historien schon jetzt beim Herkunftsnachweis von Lebensmitteln. Künftig soll jede E-Mail, so die Vision, seine ganze Geschichte mit sich führen.

Vom Plan zur Vision wird Jenkins Plan, zum ECM-Weltmarktführer zu werden, weil keine Unternehmen allein ein solches Projekt bewältigen kann. Es mag mit Hilfe von Zukäufen wie Gauss Interprise und Ixos gelingen, firmenintern einen kompletten Workflow von der Informations-Generierung bis zur Archivierung zu definieren und mit Produkten zu unterstützen. Information Lifecycle Management (ILM) heißt das dazugehörige Schlagwort, dem sich die gesamte Speicherbranche verschrieben hat. Doch sobald die Unternehmensgrenzen überwunden werden müssen, wie beim E-Mail-Einsatz, ist das Konzept auf allgemein anerkannte Standards angewiesen. Gerade in diesem Mangel sieht Jenkins seine Chance. 500 Millionen Dollar will er in die Entwicklung von Techniken investieren, die Brücken zu den unterschiedlichen Produkten schlagen sollen, gleichgültig ob mit Gateways, Web-Services, XML oder anderen Techniken. „Doorways“ heißt das Konzept bei Open Text. Konkrete Zeitpläne gibt es für die Unterstützung von Unicode für Livelink (Herbst 2004), Ixos (Mitte 2005), Linux-Versionen bis Ende dieses Jahres und die Verwendung von Java-Modulen in Livelink. Bis Anfang 2005 soll zudem eine Service Oriented Architecture (SOA) aufgebaut werden.

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