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Software AG kauft Webmethods: Aus EAI wird SOA

Bernd Seidel
|
20. April 2007

"Keine Überraschung"

Martin Barnreiter, Analyst beim Beratungshaus PAC in München, hat die Übernahme ebenfalls nicht überrascht. "Für Webmethods war es wohl eine Frage der Zeit, bis sie gekauft werden", sagt er. Das Unternehmen war einer der wenigen unabhängigen Anbieter, die aus der Ära der Enterprise-Application-Integration-Welle (EAI) Ende der Neunziger übrig geblieben war. In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen aus Fairfax, Virginia, zunehmend schwer getan, ein kontinuierliches Wachstum sowie Profitabilität zu erreichen. Hierzulande schätzt PAC den Jahresumsatz von Webmethods auf gerade einmal 13 bis 15 Millionen Euro.

Sinn ergibt der Deal aber dennoch, wie Barnreiter findet. "Die Software AG stärkt mit der Übernahme ihre Position in Nordamerika, woher die Mehrzahl der rund 1500 Webmethods-Kunden stammt. Die Hessen wiederum bedienen etwa 3000 Kunden, die vor allem in Europa, aber auch in Asien und Afrika ansässig sind. Das eröffnet neue Verkaufschancen für Webmethods-Produkte." Sinnvoll ergänzten sich auch die Branchen, in denen beide bislang tätig waren: Während die Software AG Handelsunternehmen, die öffentliche Verwaltung, Logistikunternehmen und Versicherungen zu ihren Kunden zählt, bediente Webmethods Betriebe aus der diskreten und der Prozess-Fertigung, der Telekommunikationsindustrie sowie Finanzdienstleister.

Auch das Produktportfolio gewinne an Breite, sagt der PAC-Analyst. "Durch die Übernahme hat die Software eine fast vollständige SOA-Suite zusammen und schließt damit zu Konkurrenten wie IBM, Bea und Tibco auf." Lücken habe die Company jedoch nach wie vor in den Bereichen Portallösung, Sicherheit und Modellierung. Überschneidungen gebe es in den Bereich Enterprise-Service Bus (ESB) und Governance, wo die Software AG mit der Lösung "Centrasite" ein eigenes Angebot hat. In Sachen BPM besteht eine Kooperation mit Fujitsu Siemens Computers (FSC).

Peter Kürpick, Technologie-Vorstand der Software AG, gesteht sowohl Lücken als auch Überlappungen ein. "Selbst IBM hat in seiner Websphere-Familie, zu der mittlerweile 150 Produkte gehören, noch weiße Flecken", sagt er.

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