CBS INTERACTIVE BUSINESS SITES: ZDNET.DE | SILICON.DE
BEI SILICON.DE: "Hallo, Millionär": Als die Dotcom-Blase platzte
ANZEIGE
ANZEIGE
 

Googles Mann hinter den Kulissen: CTO Craig Silverstein

Stefanie Olsen
|
19. Juli 2004

Google spielt eine wichtige Rolle im Leben der Menschen

CNET: Wie viele Server werden zurzeit von Google betrieben? Manche sagen 100.000, andere wiederum 10.000. Wieder andere sehen in Googles Computersystem den interessantesten Aspekt des Unternehmens, weil die Suche nur eine Anwendung sei, die auf einer Plattform ausgeführt wird, mit der man praktisch alles machen kann, so zum Beispiel Gmail. Wird diese Einschätzung den Stärken von Google gerecht?

Silverstein: Natürlich ist dies ein sehr interessanter Aspekt. Die Entwicklung der Suchdienste ist eigentlich eine Entwicklung von Suchmaschinen, die auf eine nicht für die Suche entwickelte Anwendung aufgesetzt wurden. AltaVista wurde beispielsweise als Proof-of-Concept für Digital Equipment Alpha-Server entwickelt.

Wir haben über 10.000 Computer und reihen uns in eine lange Reihe kommerzieller Internetsuchmaschinen ein. In unserem Fall ist es jedoch definitiv so, dass wir unsere Infrastruktur entwickelten, um unser Suchverfahren verbessern zu können.

Da wir wussten, dass das Internet rapide wachsen würde, benötigten wir etwas, das ohne Probleme mitwachsen konnte. Wir mussten einfach skalierbare Algorithmen entwickeln, so dass wir beim Hinzufügen weiterer Computer unsere Kapazität erweitern konnten ohne dafür Code umschreiben zu müssen. Indem wir also immer dieses Konzept beibehielten, konnten wir Google von einer um etliche Größenordnungen kleineren - tausendmal kleineren - Struktur in den Anfangstagen unseres Unternehmens zu seiner heutigen Größe entwickeln.

» Gmail versucht, private Informationen zu durchsuchen - das ist unser erster echter Vorstoß in dieses Gebiet. «
Dabei fanden wir heraus, dass viele dieser Methoden auch für die allgemeinere Aufgabe der Bereitstellung großer Informationsmengen nützlich sind. Gmail ist das perfekte Beispiel hierfür. Diese Masse an Informationen könnte so groß wie das Internet oder insgesamt sogar noch größer sein. Wir haben das technische Know-how, um auch das zu bewältigen.

CNET: Und an welchen weiteren Anwendungen arbeitet Google im Moment?

Silverstein: Ich kann hierzu nichts Genaues sagen. Es geht jedoch in Richtung der von mir erwähnten Entwicklungen: Immer mehr Arten von Informationen werden zur Verfügung gestellt. Gmail versucht, private Informationen zu durchsuchen - das ist unser erster echter Vorstoß in dieses Gebiet.



 
CNET: Was haben Sie aus den negativen Reaktionen der Datenschutzverfechter und inzwischen auch des Gesetzgebers auf Gmail gelernt?

Silverstein: Was ich gelernt habe, ist, dass Google eine sehr wichtige Rolle im Leben der Menschen spielt, weshalb sie das Recht haben, sich darüber aufzuregen. Ich erinnere mich an das letzte Mal, als Google viel Wirbel verursachte - als wir die Usenet-Archive von Deja.com erwarben. Die Usenet-Gemeinde lief Sturm gegen die Folgen dieses Kaufs für die Zukunft des Usenets und den Zugriff auf die Informationen.

Mit der Zeit war das Produkt weniger fremd und die Usenet-Gemeinde konnte mit ihm herumspielen und sehen, dass es eigentlich richtig gut ist. Der Aufruhr ließ schließlich nach, und so bin ich zuversichtlich, dass sich das Gleiche auch in diesem Fall wiederholen wird. Jedes Unternehmen sollte die Themen, die den Menschen am Herz liegen, ernst nehmen. Meiner Ansicht nach tun wir das.

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
ANZEIGE

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei

  • Digg
  • Del.icio.us
  • Webnews
 
ANZEIGE
Business-News »
IT-Business-Blog »

Twitter: höchste Zeit für mehr Sicherheit

Twitter hat gerade angekündigt, seinen Mikroblogging-Dienst künftig besser vor Phishing-Attacken zu schützen. Das Unternehmen führt einen Filter ein, ...

10. Mär. 2010, 15:00 Uhr
0 Kommentare

PC-Abgabe: Der Countdown läuft

Die Uhr tickt: Nur noch bis zum 28. Februar können PC-Hersteller und Importeure ...

26. Feb. 2010, 10:45 Uhr
2 Kommentare

Die CeBIT rockt - oder doch nicht?

Dieses Jahr hat die "CeBIT Sounds" Premiere. Die Musikindustrie sei verunsichert ...

19. Feb. 2010, 15:40 Uhr
5 Kommentare
Lesermeinungen in IT-Business »

10. März 2010, 21:51 Uhr
AW: Twenga listet nach Bezahlung

Twenga listet nicht auf Bezahlung Um der Verbreitung falscher Informationen vorzubeugen, » mehr...

zu Twenga geht beim Online-Preisvergleich neue Wege

7. März 2010, 17:53 Uhr
interessanter Artikel ...

... mit vielen Wahrheiten, die Zukunft der CeBIT betreffend -- aber aber irgendwie » mehr...

zu CeBIT 2010: Messegesellschaft blickt positiv in die Zukunft

23. Februar 2010, 15:12 Uhr
sap kann nicht übernommen werden

Naja, wenn ein Finanzinvestor den Laden kauft, sich erstmal mit Optionen sukzessive » mehr...

zu SAP kann nicht übernommen werden

Top-Themen bei ZDNet

Browserwahl: Alternativen für den lahmen Microsoft-Browser

Mit der von der EU verordneten Auswahlbox unter Windows soll mehr Wettbewerb im Browsermarkt entstehen.... » mehr

Core i7-980X: Sechs-Kern-Prozessor für Desktops im Test

Für den 32-Nanometer-Prozessor mit sechs Kernen und zwölf Threads integriert Intel 1,17 Milliarden Transistoren... » mehr

Microsofts Zukunftspläne: Handys, Browser, Online-Office

Auf der Mix 10 in Las Vegas will Microsoft nächste Woche Weichen für strategisch wichtige Produkte stellen,... » mehr