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Googles Mann hinter den Kulissen: CTO Craig Silverstein

Stefanie Olsen
|
19. Juli 2004
Kurz vor dem Börsengang spricht Google CTO Craig Silverstein über die heftigen Reaktionen von Datenschutzverfechtern auf den bevorstehenden Freemail-Service Gmail sowie die Veränderungen in der Unternehmenskultur von Google.

Craig Silverstein (31) verließ 1998 das Doktoranden-Programm der kalifornischen Stanford-Universität und schloss sich seinen Schulfreunden Sergey Brin und Larry Page an, mit denen er in einer nahe gelegenen Garage die mittlerweile berühmte Suchmaschine entwickelte.

Eine kluge Entscheidung: Der Suchmaschinen-Betreiber ist heute auf dem besten Weg, sich in einem der interessantesten Börsengänge seit 2000 2,7 Milliarden US-Dollar zu beschaffen.

Abgesehen von dem bevorstehenden Wohlstand zeichnet sich Silverstein seit langem durch seine engagierte und positive Arbeitsweise aus. Als Googles Technologie-Chef schafft er den Spagat zwischen abgehobenen Visionen wie Suchmechanismen mit künstlicher Intelligenz und marktreifen Produkten, die den allgemeinen Zugriff auf Informationen verbessern. Hierunter befinden sich zum Beispiel eine neue Technologie zur benutzerspezifischen Anpassung der Unternehmenswebsite, Preisvergleiche auf mobilen Endgeräten sowie der als Gmail bekannte kostenlose E-Mail-Dienst, der dem Anwender bis zu 1 GB Speicherplatz bereitstellt.

In einem Interview vor der Anmeldung des Börsengangs von Google sprach Silverstein über die heftigen Reaktionen von Datenschutzverfechtern auf Gmail, die Veränderungen in der Unternehmenskultur von Google und die sich verlagernde Abhängigkeit des Unternehmens von PageRank, dem mathematischen Algorithmus, der Google zu seinem Ruhm verhalf. Das Unternehmen verlängerte kürzlich seine exklusive Lizenz zur Nutzung dieser Stanford-Technologie bis ins Jahr 2011.

CNET: Wie sehen Sie Googles Rolle in der Entwicklung der Suchmaschinen?

Silverstein: Google befand sich zur rechten Zeit am rechten Ort. Seit dem Aufkommen von Computern geht es bei der Entwicklung von Suchdiensten darum, dass immer mehr Informationen bereitstehen und immer ausgefeiltere Verfahren benötigt werden, um diese erfassen und nutzen zu können - und Google war hier eben an der Spitze.

CNET: Nach Ihrer Darstellung ähnelt die ideale Suchmaschine der Intelligenz des Raumschiff Enterprise oder einer Welt voll intelligenter Suchmechanismen. Können Sie uns etwas mehr über diese Vorstellungen sagen?

» Google befand sich zur rechten Zeit am rechten Ort. «
Silverstein: Nun, ein weiterer Gedanke besteht darin, einen Computer mit der Intelligenz eines Bibliothekars auszustatten. Ein interessanter Ansatz, denn Bibliothekare verwenden natürlich Computer und Google für ihre Recherchen. Zudem setzen sie auch ihre Intelligenz bei der Suche ein, was der Computer allein nicht tun kann.

Somit zielen wir unter anderem darauf ab, die Computer schlau genug zu machen, dass sie im Dialog mit dem Anwender erhaltene Informationen verwenden können, um effektiv bessere Ergebnisse zu erzielen. Das ist ganz sicherlich ein Punkt, den Google mit Blick auf eine gesteigerte Qualität in Erwägung zieht.

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