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Google gegen die EU: Droht ein zweites Microsoft-Desaster?

Lothar Lochmaier
|
28. September 2007
Nach dem Angriff der EU auf das Monopol des Softwareriesen Microsoft stellen sich Experten die Frage, ob dieses Schicksal auch andere Marktgrößen ereilen könnte. Potentieller Kandidat für eine Monopolklage: Suchmaschinist Google.

Der Europäische Gerichtshof hat mit seinem Urteil das Microsoft-Monopol deutlich in die Schranken gewiesen. Auf dem Forum des Suma e.V. in Berlin diskutierten Experten, ob sich daraus ein Präzedenzfall für andere IT-Giganten ergeben könnte. Am Pranger steht insbesondere der Suchmaschinenkonzern Google. Er ist nicht nur in Deutschland nahezu konkurrenzlos, was sowohl nationale Wettbewerbshüter als auch die Europäische Union auf den Plan rufen könnte.

Auf rund 95 Prozent in diesem Jahr kalkuliert Hendrick Speck, Professor für Digitale Medien an der Fachhochschule Kaiserslautern, den Marktanteil in Deutschland: "Google ist wie ein sich selbst verstärkendes Schneeballsystem." Sein Geld verdiene der weltweit marktbeherrschende Konzern mittlerweile fast ausschließlich mit bezahlten Werbeanzeigen. "Die Suchmaschine hat sich längst zur Verkaufsmaschine entwickelt", bilanziert Speck.

Alternativen sind indes kaum in Sicht. In Deutschland sind nahezu alle Versuche gescheitert, entweder an der mangelnden Marktmacht oder an der eigenen Unentschlossenheit. So gewinnen die meist in nebenberuflicher Ambition entwickelten Varianten wie opencrawl.de, yacy.de, suchclip.de oder semager.de nur verschwindend geringe Nischenanteile, oder kommen nicht über die Entwicklungsphase hinaus. Auch "Leuchtturmprojekte" wie Quaero sind im europäischen Gestrüpp stecken geblieben.

Infolgedessen bliebe für Google also alles beim Alten. Wäre da nicht das Microsoft-Urteil und die zunehmenden Klagen über den mangelnden Datenschutz. "Das könnte künftig der Knackpunkt sein", hofft Medienexperte Hendrick Speck. Denn das Microsoft-Urteil des Europäischen Gerichtshofes zeige durchaus, dass Monopole in Gefahr gerieten, wenn sie ihre Marktmacht allzu sehr missbrauchten, gab der Experte auf dem Kongress des Gemeinnützigen Vereins zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs (SuMa-eV) in Berlin zu bedenken.

Dass der Vorwurf wettbewerbswidrigen Verhaltens kein sozialistisch angehauchter Wunschtraum bleiben muss, illustrierte Speck am Beispiel der USA. Selbst in der Höhle des Löwen seien nämlich bereits Unternehmensmonopole zerschlagen worden, wie etwa bei AT&T vor vierzig Jahren der Fall, oder bei Standard Oil zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Auch die Monopole der Energiekonzerne, wie sie etwa in Deutschland mit den vier marktbeherrschenden Spielern existierten, würden mittlerweile von den europäischen Wettbewerbshütern mehr als kritisch beäugt.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von Christoph
am 2. Oktober 2007, 11:59 Uhr
Was soll das?
Die Überschrift ist falsch!
Es müsste heissen: EU gegen Google und nicht anders herum.
Man muss den Eindruck gewinnen, dass die EU Langeweile hat. Wen verklagen wir als nächsten, wo ist Geld zu holen. Google hat noch nicht gegen Kartellrecht verstoßen, aber man sucht schon nach Anknüpfungspunkte für eine Anklage. Armseelige würde ich solch ein Verhalten nennen.

Allenfalls wäre eine Beobachtung gerechtfertigt. Und erst dann, wenn Verstöße beobachetet werden, sollte eine Anklage in Betracht gezogen werden. Alles andere ist einfach nur krank.

 
von Blogger
am 5. Oktober 2007, 20:33 Uhr
Datenschutz ?!
Wie kann es sein, das Googel evtl. wegen mangelndem Datenschutz angeklagt wird. Aber auf einem anderem Blatt "Torrentspy.com" zur Speicherung aller Daten inkl. RAM gezwungen wird ?! Dies zeigt nur wie "Recht" immer wieder neu ausgelegt werden kann.
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