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Intel und Nokia: die Hintergründe der Partnerschaft

Brooke Crothers, Peter Marwan
|
24. Juni 2009
Sowohl Intel als auch Nokia haben mehr als nur ein paar Lücken in ihrem Angebot mobiler Technologien. Kann die jetzt angekündigte Partnerschaft sie stopfen? Und ist sie weitgehend genug, um beiden auch mittelfristig technologische Vorteile zu verschaffen?

Die Ausgangssituation ist einfach: Nokia baut Mobiltelefone. Intel, der weltweit größte Chip-Hersteller, schafft es nicht, seine Produkte in Mobiltelefonen unterzubringen. Intel hat bei PC-Prozessoren eine nahezu eine monopolartige Stellung. Nokia hat dagegen nicht die geringste Ahnung von PCs.

Die gestern angekündigte Partnerschaft der beiden Firmen ist nicht nicht gerade dazu angetan, Begeisterungsstürme zu entfachen. Dazu sind ihr einfach zu wenig Details zu Produkten und konkreten Maßnahmen zu entnehmen. Darum geht es aber wahrscheinlich – zumindest derzeit – auch noch gar nicht. "Das ist einfach die Ankündigung einer neuen Beziehung", sagt Jeff Orr, Senior Analyst für den Bereich Mobilität bei ABI Research. Seiner Ansicht nach geben Intel und Nokia mit der Mitteilung einfach bekannt, dass sie künftig lieber zusammenarbeiten als konkurrieren wollen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Nokias Vizepräsident Kai Öistämö lüftet den Vorhang immerhin ein bisschen, als er im Telefoninterview mit CNET.com sagte: "Die Zusammenarbeit dreht sich nicht um Smartphones, es geht vielmehr darum, eine neue Gerätekategorie zu schaffen." Damit weiß man ungefähr genau so viel, wie einer, der am Weihnachtsabend schon vor der Bescherung einen Blick ins Wohnzimmer erhaschen konnte, aber lediglich das bunte Geschenkpapier zu sehen bekommen hat.

Diese geheimnisvollen Geräte der Zukunft werden aller Voraussicht nach mit Intel-Chipsätzen ausgeliefert. Aber was steckt für Intel darüber hinaus in der Kooperation drin? Die greifbarsten Vorteile dürften sich beim Thema 3G ergeben. "Hier hat Intel eine große Lücke, da sich das Unternehmen auf Bluetooth, Wifi und Wimax konzentriert hat", meint Analyst Orr. "Ein Ergebnis könnte etwa sein, dass Intel bei der Entwicklung künftiger Architekturen für MIDs (Mobile Internet Devices), zum Beispiel der Atom-Plattform, Herstellern bei der Konnektivität mehr Flexibilität bieten kann als heute."

Oder anders gesagt: Mit 3G in seinen Chipsätzen wäre Intel künftig zu Produkten wie dem iPhone oder dem Palm Pre, die 3G standardmäßig beherrschen, wettbewerbsfähiger. Bisher wurden Intel-basierende Notebooks und Netbooks nur selten mit 3G als Standardoption angeboten.

"Wir sprechen heute noch nicht über bestimmte Produkte. Aber wir wären ganz bestimmt nicht Lizenznehmer von Nokia, wenn wir nicht die Absicht hätten, ein konkretes Produkt zu bauen und anzubieten" sagt Anand Chandrasekher, Intels Senior Vice President und verantwortlich für die Ultra Mobility Group des Konzerns. Er spielt damit auf Nokias HSPA/3G-Modem-Technologie an.

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