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Green-IT: Bei Firmen bisher nur viel heiße Luft

Markus Reppner
|
10. Juli 2009

Wer zahlt die Stromrechnung?

Eine Erklärung für diese fast schon ignorante Haltung könnte der geringe Anteil der IT-Stromkosten an den gesamten Energieausgaben der Unternehmen sein. Im produzierenden Gewerbe beträgt er gerade einmal drei Prozent. Geht man davon aus, dass das Einsparungspotenzial bei zehn oder zwanzig Prozent der Gesamtkostenliegt, bewegt es sich hier also im Promille-Bereich.

Aber selbst in Branchen, in denen 80 Prozent des Strombedarfs zu Lasten der IT geht, sieht es nicht viel besser aus. Laut Experton verbraucht ein Mitarbeiter einer Versicherung etwa 32.000 Kilowattstunden im Jahr. Im Vergleich dazu könnte man eine vierköpfige Familie mit einem durchschnittlichen Bedarf zwischen 10.000 und 12.000 Kilowattstunden fast schon als Öko-Enthusiasten bezeichnen. "Bei einigen Versicherungen tut sich zwar inzwischen etwas," sagt Schwab. "Doch von einem flächendeckenden Bewusstsein kann bei weitem nicht die Rede sein."

Schuld an der Misere sei vor allem, dass der CIO seine Stromrechnung nicht selbst bezahlen muss. Wie die Studie ergab, begleichen bei Unternehmen mit 200 bis 499 Mitarbeitern lediglich drei Prozent der IT-Verantwortlichen die Rechnung für den von ihrer Abteilung verbrauchten Strom selbst. Bei Firmen mit 500 bis 999 Mitarbeitern sind es sechs Prozent und bei Firmen mit 1000 bis 4999 Mitarbeitern 13 Prozent. Bei größeren Betrieben mit mehr als 5000 Beschäftigten muss es fast die Hälfte tun.

"Die Kosten für die Einrichtung eines grünen IT-Betriebs amortisieren sich bei richtigem Ansatz innerhalb von zwei Jahren - allein durch die Energieeinsparung", sagt Isabel Richter, Referentin Umwelt und Nachhaltigkeit beim Bitkom.

"Allerdings kommt dies in der IT-Abteilung oft nicht an, denn die Stromkosten von Unternehmen laufen noch immer in der Regel nicht dort, sondern im Gebäudemanagement als Kostenpunkt auf. Wer Green-IT zum Durchbruch verhelfen will, der sollte die Verantwortung für den Energieverbrauch der IT-Systeme dorthin legen, wo die Entscheidungen getroffen werden: in das IT-Management."

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