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Google: Ideenschmiede oder zerstörerischer Moloch?

Rafe Needleman, Peter Marwan
|
8. Juni 2009

Google und E-Mail

Dem E-Mail-Geschäft hat Google bereits vor Jahren mit dem Start von Google Mail den Garaus gemacht. Zwar gab es auch davor schon kostenlose Online-E-Mail. Die Angebote waren aber hinsichtlich Speicherplatz und Funktionsumfang sehr begrenzt.

Wer eine wirklich brauchbare E-Mail-Anwendung suchte, musste sie kaufen, eine Freeware-Version auf seinem Rechner installieren oder für einen Online-E-Mail-Service bezahlen. Google Mail hat viele dieser Angebote verdrängt. Dennoch versorgen immer noch eine ganze Menge an E-Mail-Servern ihre Anwender mit nützlichen Diensten - auch, wenn ein großer Teil von ihnen diese auch von Google Mail bekommen könnte.

Mit Wave geht Google jetzt diese Zielgruppe an. Wave ist ein cleveres - und offen gesagt längst überfälliges – Überdenken der Art und Weise, wie E-Mail arbeiten sollte. Der Haken an der Sache: Um in den Genuss aller Vorteile zu kommen, muss man den Wave-Service auf Googles Servern nutzen. Zumindest in der Praxis.

In der Theorie will Google Firmen zwar ermöglichen, ihren eigenen Wave-Server ohne Google-Beteiligung zu betreiben, so wie sie das heute mit ihren Mail-Servern tun. Da Wave aber viel mehr als E-Mail ist - nämlich eine Echtzeit-Synchronisierungsmaschine - dürften die meisten schlichtweg überfordert sein, ein solches System in Eigenregie zu betreiben. Und das könnte es Wave schwer machen, bei Unternehmen nachhaltig Fuß zu fassen.

Google plant zwar, die Plattform zu öffnen, so dass Wave - ähnlich wie Google Mail - als Frontend für andere Services dienen kann. Das ist aber nur ein Provisorium, um altmodische E-Mail-Nutzer in die neue Wave-Welt hinüberzuziehen. Scheitern könnte Wave im ersten Schritt aber auch daran, dass es einen grundlegend anderen Ansatz der E-Mail-Nutzung bietet, als ihn die Nutzer bisher kennen und sie sich rundheraus weigern, es anzunehmen. Erkennt aber eine neue User-Generation die Vorteile, kann sich Wave schnell zur Welle entwickeln, die E-Mail, so wie wir es kennen, einfach hinwegfegt.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von Der Datensammler
am 8. Juni 2009, 12:21 Uhr
Google, ein Instrument der US-amerikanischen Geheimdienste?
Was mich an Google irritiert ist, das klaglos die Datensammlung, seitens der amerikanischen Regierung, hingenommen wird. Von den Satellitenbildern bis Google Streetview, Bücherscannen (oder Bücher verbrennen?, klingt ähnlich, oder?) alles ist erlaubt und wird nur in geringem Umfang verboten.

Warum es im geheimen tun, wenn es doch unter den Augen der Öffentlichkeit viel einfacher geht. Ein paar Personen schmieren, die sagen "Wissen ist Allgemeingut und gehört allen!" und schon sind die Kritiker erstickt.

Die Geimdienste im Vor-DV-Zeitalter (Griechen, Römer, Mittelalter, drittes Reich, die beiden Machtblöcke) hatten nicht das Problem des Datensammelns, sondern des datenauswertens. Selbst zig-Stasi-Spitzel konnten mehr Infos beschaffen, wie die Auswertungsabteilungen verifizieren konnten. Jeder durchschnittliche Geheimagent auf der Welt kann heute mit Kenntnissen in Datenbankprogrammierung, umfangreichere Auswertungen über Personen/-gruppen erstellen ohne dass es jemand merkt oder ein Richter dies erlaubt.

Der Datensammler
 
von Googletrap
am 15. Juni 2009, 22:29 Uhr
Wir sind alle in der Googlefalle
die fakten sprechen meines erachtens eine deutliche sprache: google will alles, was sich im web abspielt, kontrollieren und vermarkten, auch die nutzer. google hat zwei gesichter, das nette, das uns mit gratis-services versorgt und dann das gefährliche eines großen bruders. die lektüre der webseite www.googlefalle.com/... bringt licht ins dunkel
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