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Gartner mahnt Unternehmen zur Vorsicht bei Web-2.0-Projekten

Hermann Gfaller
|
16. August 2007
Auch in virtuellen Welten lauern reale Gefahren. Gerade Unternehmen mit starken Marken sollten nach Ansicht der Analysten gegenüber Second Life Vorsicht walten lassen.

Die IT-Marktforscher von Gartner zählen Web 2.0 zu den aktuellsten und wichtigsten Trends der IT-Industrie. Die Realisierung in den Unternehmen stehe unmittelbar bevor, obwohl sich diese virtuellen Umgebungen derzeit ganz oben in ihrer Hype-Kurve befinden. Steve Prentice, Gartner Vice President, warnt daher vor ungezügeltem Enthusiasmus.

Gartner rät, virtuelle Welten nüchtern auf ihre Herausforderungen im Security- und Risk-Management-Bereich hin zu untersuchen. So virtuell die Welten seien, so real seien die dort lauernden Risiken. Gerade Unternehmen, die bezüglich Marken- sowie ethischen oder sozialen Fragen besonders sensibilisiert sind, sollten laut Gartner gegenüber unkontrollierten virtuellen Welten, etwa Second Life von Linden Lab, Vorsicht walten lassen. Prentice fordert dazu auf, die Risiken gegen die – nicht selten – vagen Hoffnungen aufzuwiegen, um sich einen realistischen Überblick zu verschaffen.

Zu den IT-bezogenen Sicherheitsrisiken zählt Prentice vor allem eine erhöhte Durchlässigkeit der Firewall und ungeprüft aus dem Netz geladene Anwendungen, die auf die Desktop-Systeme der Mitarbeiter zugreifen. Es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass Web-2.0-Programme gefährlicher seien als andere Software aus dem Netz, die rasche Folge von Updates in diesem Bereich mache aber Sicherheitskontrollen ausgesprochen schwierig.

Ein eher soziales als technisches Internet-Problem ist die Verwendung von Avataren. Es gilt sicherzustellen, dass der Avatar tatsächlich die gemeinte Person repräsentiert. Hinzu kommt, dass User durch die Verwendung mehrerer Avatare ihre Positionen in Diskussionen stärken können, ohne dass der Gesprächspartner merkt, dass er es immer nur mit ein und derselben Person zu tun hat.

Doch selbst wenn Identität und Authentifizierung geklärt sind, kann es zu Problemen kommen. Es ist eine Frage der Kultur im Betrieb oder im betreffenden Land, ob der offene Wettstreit der talentiertesten Mitarbeiter, den etwa Peter Schütt, IBMs Leiter für Knowledge-Management und Social Networking, sich vom Web 2.0 erhofft, tatsächlich gewünscht ist. Gerade bei hierarchiebewussten Managern können Blog-Beiträge, Web-Diskussionen und Avatar-Meetings leicht als "Eitelkeit", "Sägen am Stuhl" oder als "Bilden von Seilschaften" missverstanden werden. Schütt erinnerte daher allzu mutige Mitarbeiter daran, dass das Bloggen guter Ideen nicht das gute Verhältnis zum Vorgesetzten ersetzen könne. Um das Potenzial sozialer Netze ausschöpfen zu können, mahnte Schütz im Rahmen der Web-2.0-Fachkonferenz "re:publika" eine Unternehmenskultur an, in der "der Chef als Infobunker ausgedient" hat.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von Detlef Schaar
am 17. August 2007, 02:15 Uhr
Warnung vor Web 2
Was soll diese Warnung. Bei neuen Möglichkeiten muß einfach ein Weile probiert werden. Sicher werden sich Manche mehr Hoffnungen machen als am Ende raus kommt. Dabei werden Sie aber Erkenntnisse gewinnen die man rein intellektuell niemals erfahren kann. Am Ende kann nur gewinnen wer was wagt. Als wäre eine Pleite ein Untergang. Oft führt erst eine Niederlage zum Sieg. Mathematisch betrachtet sind die Möglichkeiten für ein Versagen unendlich im Vergleich zu dem Weg der funktioniert. Deshalb sind Warnungen aus meiner Sicht stets unbedeutend, weil sie keinem wirklich helfen außer dem der sie ausspricht um sich bedeutend zu fühlen.
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