CBS INTERACTIVE BUSINESS SITES: ZDNET.DE | SILICON.DE
BEI SILICON.DE: Der Wochenrückblick in Bildern
ANZEIGE
 

Power fürs digitale Zuhause: Pentium 4 660 im Test

Kai Schmerer
|
20. Februar 2005

Fazit

Intel unterstützt mit den Pentium-4-6xx-Prozessoren nun ebenfalls 64 Bit. Für die meisten Anwender dürfte das zum jetzigen Zeitpunkt allerdings keine große Rolle spielen. Windows XP Professional x64 Edition ist zwar bald verfügbar, doch für einen massenhaften Umstieg fehlt es noch an den nötigen Treibern wie etwa für DVB-TV-Karten. Die Anzahl von 64-Bit-Programmen kann man derzeit an einer Hand abzählen: Für einen Umstieg ist dies zu wenig.

Gut, dass die neuen Intel-Prozessoren noch mehr als 64-Bit zu bieten haben. Für die Praxis relevanter dürften vor allem das verbesserte Power-Management und der Schutz vor Speicherüberlauf (XD-Bit) sein. Die Enhanced Intel Speedstep Technology (EIST) ermöglicht eine dynamische Anpassung von Spannung und Taktfrequenz, was die Leistungsaufnahme im Durchschnitt drastisch reduziert. Selbst beim Abspielen eines HDTV-Videos verbleibt der Chip in der niedrigsten Leistungsstufe von 2,8 GHz und einer abgesenkten Spannung. Damit ist auch die Kühlung eines solchen Systems längst nicht mehr so aufwändig wie noch bei der Einführung der Prescott-CPU vor gut einem Jahr. Somit können jetzt auch mit leistungsstarken Pentium-4-Prozessoren sehr leise Systeme gebaut werden. Eine zwingende Voraussetzung, wenn der PC als Basis für das digitale Zuhause seinen Platz im Wohnzimmer finden soll. Auf der CeBIT dürften zahlreiche Wohnzimmer-taugliche PCs mit den neuen Intel-Prozessoren zu sehen sein.

Performance

In Sachen Performance braucht sich der Pentium 4 660 mit 3,6 GHz nicht vor seinem Hauptkonkurrenten Athlon 64 4000+ zu verstecken. Seine besonderen Fähigkeiten zeigt der Intel-Chip vor allem, wenn mehrere Aufgaben gleichzeitig ausgeführt werden. Dann enteilt er seinem Konkurrenten auch, wenn dieser bei der seriellen Abarbeitung zunächst schneller ist. Dank Hyperthreading verteilt der Pentium 4 660 die anfallenden Tasks auf seine virtuell vorhandenen zwei CPU-Kerne. Eine effizientere Ausnutzung der CPU-Ressourcen ist die Folge. Solche Szenarien sind in der Praxis immer häufiger anzutreffen. Ohne Firewall, Viren- und Anti-Spyware-Schutz sollte heute kein Anwender mehr ins Internet gehen. Diese Dienste sind somit ständig aktiv und benötigen entsprechende Ressourcen. Ebenso können Daten-Verschlüsselungs-Anwendungen oder Festplatten-Defragmentierungsprogramme den Prozessor belasten, während der Anwender gerade Video- oder Audio-Daten komprimiert. Bei solchen Szenarien macht sich Hyperthreading besonders positiv bemerkbar.

Mit den P4-Prozessoren aus der 6xx-Reihe schließt Intel in wichtigen Bereichen zum Athlon 64 auf: Schutz vor Speicherüberlauf, Power-Management und 64-Bit-Unterstützung bei Desktop-Prozessoren sind nun nicht mehr eine AMD-Domäne. Zieht man Hyperthreading-Support und SSE3-Unterstützung hinzu, ergeben sich für die neuen Intel-Prozessoren sogar wichtige Vorteile. Eines wird Intel allerdings trotzdem ärgern: Auf der Installations-CD von Windows XP Professional x64 befinden sich die wichtigsten Betriebssystem-Dateien nicht mehr im Ordner i386. Auch Intel-Systeme müssen jetzt die Installations-Dateien aus dem Ordner AMD64 laden. Das dürfte der Branchen-Primus allerdings verschmerzen können. Zudem, wenn er wie behauptet schon jetzt mehr 64-Bit-CPUs verkauft hat, als der Erfinder der x86-64-Erweiterung AMD.

Architektur-Vergleich
CPU Intel Pentium 4 660 Athlon 64 4000+
64-Bit-Unterstützung ja, EM64T ja, AMD64
Power-Management ja, EIST ja, Cool & Quiet
Schutz vor Speicherüberlauf ja, XD-Bit ja, NX-Bit
Hyperthreading ja nein
SSE3 ja nein

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
ANZEIGE

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei

  • Digg
  • Del.icio.us
  • Webnews
 
ANZEIGE
Lesermeinungen in Tests & Technik »

19. März 2010, 09:55 Uhr
AW: Mac vs.Windows

Ich war bis vor 4 Wochen auch noch Win User und habe mir bis dahin nichts anders » mehr...

zu Windows im Abseits: Zehn Dinge, die ein Mac besser kann

17. März 2010, 13:40 Uhr
Datenkrake Staat

Das wir Bürger uns beim Einwohnermeldeamt melden MÜSSEN ist OK, das aber diese Ämter » mehr...

zu Google Street View: Musterwiderspruch vom Ministerium

17. März 2010, 10:49 Uhr
AW: AW: Händler?

Ich denke, der J4580 ist ohne W-Lan, dann kann er doch nicht den J6480 ersetzen. » mehr...

zu Low-Budget-Printer mit vielen Funktionen: HP Officejet J6480

Neueste Beiträge im Lab-Notes-Blog »

iPhone-Verbot für Microsoft-Mitarbeiter?

Dass Steve Ballmer nicht begeistert davon ist, wenn seine Mitarbeiter iPhones besitzen und sie auch im Berufsalltag einsetzen, zeigte er im September ...

19. Mär. 2010, 19:13 Uhr
0 Kommentare

CPUs und ihre Funktionen: Intels Core-i-Chaos

Mit dem Namensschema Core i3, i5 und i7 wollte Intel sein Branding vereinfachen. ...

19. Mär. 2010, 12:28 Uhr
0 Kommentare

Twitter: höchste Zeit für mehr Sicherheit

Twitter hat gerade angekündigt, seinen Mikroblogging-Dienst künftig besser vor ...

10. Mär. 2010, 15:00 Uhr
0 Kommentare

Hybrid-Festplatten: Zeit für ein Comeback

Obwohl technisch alles für Solid State Drives spricht, wird uns die gute alte ...

2. Mär. 2010, 19:17 Uhr
0 Kommentare
Videos »

USB 3.0 vor dem Sprung in den Massenmarkt

Nach ersten Produktankündigungen im Herbst 2009 und zur CES Anfang Januar 2010 steht USB 3.0 jetzt vor dem Durchbruch. ZDNet sprach auf der CeBIT mit Jeff Ravencraft, Präsident des USB Implementers Forum, über den aktuellen Stand bei USB 3.0 und die weitere Entwicklung von Wireless USB.

Ausserdem in Test & Technik »
Themen im Forum »
  • News
  • Artikel
  • Videos
  • Bilder

Top-Themen bei ZDNet

Android gegen WM 6.5: Welches OS wird gewinnen?

Windows Mobile ist seit vielen Jahren im Markt etabliert. Doch Android schickt sich an, Microsoft Marktanteile... » mehr

Google Chrome: nützliche Add-ons und Alternativen

Zahlreiche Erweiterungen erhöhen die Funktionalität von Chrome. Mit einem Tool lässt sich der Datensammelleidenschaft... » mehr

ACTA-Abkommen: lückenlose Überwachung im Internet

In geheimen Beratungen haben 39 Staaten das ACTA-Abkommen verhandelt. Jetzt kommen die Details ans Licht.... » mehr