Apple iMac 2007: Lohnt sich der Einbau einer SSD?

Dass sich der Einbau einer SSD positiv auf die Leistung eines PC oder Macs auswirkt, ist unstrittig. Wie sieht es aber aus, wenn der Rechner gut 10 Jahre auf dem Buckel hat? ZDNet hat dies mit einem iMac aus dem Jahr 2007 untersucht.

Die meisten PCs oder Macs werden heute mit einer schnellen SSD ausgeliefert. Vor zehn Jahren war das noch anders. Das lag vor allem am Preis, der damals für flashbasierte Speichermedien bezahlt werden musste. 2008 kostete beispielsweise eine Intel X25-M mit einer Kapazität von 80 GByte circa 550 Euro. Bereits ein Jahr später war des Nachfolgemodell X25-M G2 schon für 200 Euro zu haben. Der Trend hat sich fortgesetzt, sodass SSDs in besser ausgestatteten Rechnern zur Standardausstattung gehören.

Der Grund dafür, dass SSDs einen Rechner nicht nur gefühlt erheblich beschleunigen, liegt an dem großen Leistungsungleichgewicht eiens Computersystems, wenn magnetische Festplatten zum Einsatz kommen. Diese ist das schwächste Glied in der Performancekette.

Während moderne Prozessoren und Arbeitsspeicher beim Datenaustausch inzwischen eine Transfergeschwindigkeit von mehr als 30 GByte pro Sekunde erreichen, wirkt selbst eine aktuelle magnetische Festplatten mit einer maximalen Übertragungsrate von gerade einmal 200 MByte/s noch immer als Bremsklotz. Für moderne High-Performance-Maschinen sind daher NVMe-SSDs mit fast 4 GByte Datentransferrate das Maß aller Dinge.

Doch wie sieht das mit älteren Computern aus? Dass sich der Einsatz einer SSD positiv auf die Leistung auswirkt, ist unstrittig. Doch wie stark ist der Leistungszuwachs in der Praxis?

iMac: Saugnapf für Demontage des Displays (Bild: ZDNet.de)Um die Festplatte im iMac tauschen zu können, muss die Display-Abdeckung mit Glassaugnäpfen entfernt werden (Bild: ZDNet.de).

Um diese Frage zu beantworten, hat ZDNet.de einen zehn Jahre alten iMac aus dem Jahr 2007 mit einer aktuellen Samsung-SSD ausgerüstet. Hierfür muss man die Bildschirmabdeckung mit einem Glassaugnapf anheben, 22 Schrauben lösen und die 3,5 Zoll große Festplatte mit der SSD ersetzen. Neben einem Kreuzschlitz-Schraubendreher benötigt man dafür außerdem die Torx-Varianten T8 und T6 sowie einen Laufwerkskäfig. Das mag schwierig klingen, ist aber für jeden halbwegs handwerklich begabten Menschen innerhalb von 30 Minuten erledigt. Da es bereits zahlreiche Anleitungen dafür gibt, wird an dieser Stelle auf eine detailliertere Beschreibung verzichtet.

iMac-Samsung-SSD-850-PRO-HDD (Bild: ZDNet.de)

iMac 2007: Core 2 Duo, 6 GByte RAM, SATA 2 mit 3 GBit/s

Das iMac-Modell MA877LL  aus dem Jahr 2007 ist standardmäßig mit einem Core 2 Duo T7700 mit 2,4 GHz ausgestattet. Das Testmodell verfügt über 6 GByte RAM (PC-5300) und eine 320 GByte-Festplatte vom Typ WD3200AAJS. Angeschlossen ist die Festplatte an die integrierte SATA-II-Schnittstelle, die eine maximale Datentransferrate von 300 MByte/s bietet.

Als SSD steht für diesen Test die Samsung SSD 850 PRO mit 2 Terabyte Kapazität und SATA-III-Schnittstelle zur Verfügung. Somit ist klar, dass der Mac die volle Performance der Samsung-SSD, die eine sequentielle Lese-/Schreibleistung von 550/520 MByte/s bietet, nicht voll ausreizen kann.

iMac-20-2007-Technische-Daten (Screenshot: ZDNet.de)

Benchmarkergebnisse

Für die Benchmarkmessungen wurde sowohl auf der SSD als auch auf der eingebauten Festplatte macOS 10.11.6 El Capitan frisch installiert. Die aktuelle Version des Apple-Betriebssystem macOS High Sierra 10.13 ist nicht kompatibel zu dem iMac 2007.

Schon der Start des iMacs verläuft mit der Samsung SSD 850 PRO deutlich schneller als mit der magnetischen Festplatte. Nach dem Einschalten vergehen damit nur 26 Sekunden bis der Desktop von macOS betriebsbereit ist. Mit der magnetischen Festplatte verstreichen hingegen 61 Sekunden.

Start macOS und Photoshop (Bild: ZDNet.de)

Auch der Start von Photoshop gelingt von der Samsung SSD 850 PRO deutlich schneller als von der magnetischen Festplatte. Während letztere dafür knapp zehn Sekunden vergehen lässt, steht die Bildbearbeitungssoftware mit der SSD bereits nach 3,7 Sekunden zur Verfügung.

Der Blick auf die synthetischen Benchmarks mit dem Xbench-Test zeigt, dass die Samsung SSD 850 PRO in allen Bereichen die magnetische Festplatte erheblich übertrifft. Trotz der Limitierung des iMacs mit der begrenzten SATA-II-Schnittstelle erreicht die Samsung SSD 850 PRO in der Gesamtbewertung ein circa 10-fach höheres Gesamtergebnis als die standardmäßig verbaute magnetische Festplatte.

Xbench: Samsung SSD 850 PRO (Bild: ZDNet.de)

Fazit: SSD in iMac 2007

Trotz der limitierten SATA-Schnittstelle des 2007er iMacs lohnt sich der Einbau einer SSD in den zehn Jahre alten Rechner. Davon berichten auch einige Anwender, zum Beispiel im Forum von Mactechnews:
„Ich habe gerade in einem immerhin 10 Jahre alten iMac die HD durch eine SSD ersetzt. Wirkt wie ein Jungbrunnen. Für die tägliche Nutzung für Mails, PDFs und Internet läuft der Apparat nun wieder schnell und flüssig. Kann ich nur empfehlen und ist dank der vielen Anleitungen im Internet kein Hexenwerk.“

„Meiner Erfahrung nach kann kein Prozessor/RAM-Upgrade vom Speed her den Austausch SSD gegen HDD ersetzen…“

Offenbar ist der Bedarf nach einem iMac-Tuning mit einer SSD so groß, dass sich sogar Firmen darauf spezialisiert haben. Wer sich also selbst nicht traut, kann deren Dienstleistung für die Tuningmaßnahme in Anspruch nehmen.

Für den Einbau einer Samsung SSD 850 PRO spricht, dass sich dieses Modell durch besondere Langlebigkeit auszeichnet. Im Dauertest bei Heise.de belegte das Modell mit einer Schreibleistung von 9.100.000 Gigabyte klar den ersten Platz. Dieser Wert entspricht gut dem 60-fachen der garantierten Schreibleistung von 150 TBW bei einer maximalen Nutzungszeit von zehn Jahren. Unter den günstigeren SSDs konnte sich im Heise-Test mit der SSD 750 EVO und einer Schreibleistung von etwa 1,2 Petabyte ebenfalls ein Samsung-Modell an die Spitze setzen.

HIGHLIGHT

Tuning: Warum eine SSD so viel für die Performance bringt

In einem Computersystem gibt es verschiedene Komponenten mit unterschiedlicher Leistungskraft. Die Gesamtleistung wird häufig durch das schwächste Glied in der Kette gebremst. Mit einer SSD lässt sich dieses Ungleichgewicht ausgleichen und damit die Performance erheblich verbessern.

Themenseiten: Apple, Samsung, Samsung-SSD-Special

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