Twitter testet Nachrichten mit 280 Zeichen

Wieder einmal soll es längere Tweets geben - diesmal aber öffentlich sichtbar. Einige Nutzer können die längeren Nachrichten bereits verwenden, wenn sie in der richtigen Sprache schreiben.

Ganz so kurz wie bisher muss man sich beim Kurznachrichtendienst Twitter bald nicht mehr ausdrücken. Dies geht aus einem Blogbeitrag des Unternehmens hervor. Bereits seit längerem denkt Twitter laut darüber nach, die künstliche Begrenzung auf 140 Zeichen Text in den darüber verbreiteten Nachrichten zu erweitern.

Twitter (Bild: Twitter)Nun findet eine Art öffentlicher Betatest statt. „Wir probieren eine neue Grenze von 280 Zeichen aus“ schreibt Twitter. Diese soll für „eine kleine Gruppe“ gelten. Wer das ist, wie groß die Zahl der Nutzer mit den neuen Möglichkeiten ist – all das behält Twitter vorerst für sich.

Klar ist aber, dass das Unternehmen mit längeren Tweets in mehreren Sprachen experimentiert. Denn die verschiedene Länge für den selben Inhalten in verschiedenen Sprachen gibt Twitter als Grund für den Test an. Als Beispiel werden Chinesisch, Japanisch und Koreanisch genannt. Hier lässt sich ein ganzer Begriff mit einem Zeichen ausdrücken, die drei genannten Sprachen sind daher von der neuen Aktion auch ausgeschlossen.

Die Ungleichbehandlung von Sprachen ist in der Twitter-Community schon länger ein Thema, nun führt das Unternehmen einen interessanten Beleg für die Unterschiede an. Demnach sind nur 0,4 Prozent aller japanischen Tweets 140 Zeichen lang, im Englischen sind es aber 9 Prozent. Ob auch Ketten-Tweets, die von den Nutzern beispielsweise als 1/2, 2/2 nummeriert werden dabei berücksichtigt wurden, gibt der Dienst nicht an.

Technisch gesehen hindert Twitter nichts daran, auch Nachrichten beliebiger Länge zuzulassen. Die Beschränkung auf 140 Zeichen stammt noch aus der Frühphase des Dienstes, als die Tweets vorwiegend per SMS verschickt wurden. Zusammen mit Steuerdaten passten damals 140 Zeichen noch in eine SMS, was die Kosten für alle Beteiligten senkte. Durch die Verbreitung von Smartphones und Datentarifen mit einigen Gigabyte Volumen pro Monat sind solche Limits eigentlich nicht mehr nötig. Noch im März 2016 hatte Twitter-Chef Jack Dorsey öffentlich erklärt, die 140 Zeichen würden beibehalten. Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, Twitter würde die Beschränkung lockern oder ganz aufheben.

Im September 2016 gab es dann aber doch einen Schritt zu mehr Platz, denn Fotos und Videos werden seitdem nicht in das 140-Zeichen-Limit eingerechnet, für zitierte Tweets war das schon länger der Fall. Dieser Schritt kam ein Jahr vor der aktuellen Aktion. Durch die starke Konkurrenz wie Facebooks Messenger und Whatsapp, das ebenfalls zum Zuckerberg-Imperium gehört, sieht sich Twitter nun offenbar zu weiteren Maßnahmen gezwungen.

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2 Kommentare zu Twitter testet Nachrichten mit 280 Zeichen

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  • Am 27. September 2017 um 13:10 von Thomas F.

    Eine Beschränkung auf 140 Zeichen ist unnötig und behindert Jeden, der wirklich etwas zu sagen hat. Die Menschen werden dazu erzogen, möglichst wenig zu denken und zu schreiben und alles auf eine Titelzeile zusammenzudampfen.

  • Am 27. September 2017 um 14:01 von Klaus der Fürsorgliche

    Ich fürchte, dass das Donald intellektuell überfordern wird. Ganze Sätze wären plötzlich möglich. ;)

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