Ebay: Partnerschaft mit Paypal vor dem Aus

Die Nachfolge von PayPal tritt der niederländische Anbieter Ayden an. Die Änderung gilt allerdings nur für die Marketplace-Plattform. PayPal soll dort bis mindestens 2023 als Alternative verfügbar sein.

Ebay schränkt seine Partnerschaft mit PayPal ein. Die ehemalige Tochter ist künftig nicht mehr der primäre Zahlungsdienstleister des Online-Händlers. Stattdessen will das Unternehmen die Zahlungen auf seiner Marketplace-Plattform künftig selber verwalten. Die Abwicklung der Zahlungen übernimmt der im niederländischen Amsterdam ansässige Anbieter Ayden.

Ebay (Bild: Ebay)Das 2006 gegründete Ayden zählt laut Recode bereits Uber, Netflix und Spotify zu seinen Kunden. 2016 verarbeitete es Zahlungen im Wert von 90 Milliarden Dollar. Weltweit bietet Ayden nach eigenen Angaben mehr als 250 Zahlungsmethoden an und unterstützt mehr als 150 Transaktionswährungen. Hierzulande können Nutzer unter anderem per SEPA-Lastschrift, Giropay, Visa, MasterCard, Sofort, Klarna und sogar PayPal bezahlen.

PayPal soll Ebay zufolge jedoch weiterhin als Bezahloption für Käufe auf der Marketplace-Plattform angeboten werden – mindestens bis 2023. Recode geht jedoch davon aus, dass Ebay diese Option nicht mehr besonders gegenüber anderen Zahlungsmethoden wie Überweisung oder Kreditkarte hervorheben wird. Zudem wird PayPal nach Ablauf des Vertrags mit Ebay im Sommer 2020 keine Kreditkartenzahlungen mehr für Ebay abwickeln.

Die Ankündigung von Ebay überschattete gestern nach Börsenschluss die Bilanzpräsentation von PayPal. Der Zahlungsdienstleister meldete ein Umsatzwachstum von 26 Prozent auf 3,74 Milliarden Dollar. Seinen Quartalsgewinn steigerte das Unternehmen um 59 Prozent auf 620 Millionen Dollar. Trotzdem gab der Kurs der PayPal-Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als 11 Prozent nach.

Ebay will vor allem die Kontrolle über den Zahlungsvorgang stärken und das Bezahlerlebnis für Kunden verbessern. Sie sollen von einem einfacheren Preismodell und sinkenden Kosten profitieren. Verkäufern verspricht das Unternehmen indes mehr Bezahloptionen für ihre Kunden und ein einheitliches Checkout-Erlebnis.

Die Umstellung auf Ayden soll im zweiten Halbjahr 2018 in den USA auf der Marketplace-Plattform beginnen und dann 2019 im Rahmen des Abkommens mit PayPal ausgeweitet werden. Bis 2021 sollen die meisten Marketplace-Kunden die neue Bezahlabwicklung nutzen. Für Marketplace-Verkäufer will Ebay die Umstellung bis spätestens Juli 2021 abschließen.

Recode weist auf eine weitere Änderung hin. Die Gebühren für die Zahlungsabwicklung, die derzeit an PayPal gehen, müssen künftig an Ebay abgeführt werden. Der Umsatz des Unternehmens soll sich dadurch um bis zu zwei Milliarden Dollar erhöhen. Unklar ist, welchen Anteil davon Ebay an seinen neuen Partner Ayden abführen muss.

Ebay hatte PayPal 2003 für rund 1,5 Milliarden Dollar übernommen. Kurz darauf machte Ebay die neue Tochter zum bevorzugten Bezahldienstleister. Mitte 2015 lagerte Ebay seine Bezahltochter in ein eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen aus – und vereinbarte eine enge Zusammenarbeit für die kommenden fünf Jahre.

Wie hoch die Umsätze sind, die PayPal heute noch Ebay zu verdanken hat, ist nicht bekannt. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 102 Milliarden Dollar übertrifft PayPal seine ehemalige Mutter jedoch deutlich. Sie bringt es aktuell auf rund 42 Milliarden Dollar.

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1 Kommentar zu Ebay: Partnerschaft mit Paypal vor dem Aus

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  • Am 1. Februar 2018 um 18:49 von WhoCares

    Paypal kann gut und gerne verschwinden. Was ich mit diesem Verein bereits hinter mir habe und dann das unverschämte Preisprinzip geht garnicht insbesondere beim empfangen von Fremdwährungen.

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