Smart-Home-Lösungen: Sprachübertragung gibt den Ton an

Auf der CES in Las Vegas zeigt sich einmal mehr, dass beim Smart Home kein Weg an der Sprachsteuerung vorbei führt. Bei den vernetzten Lautsprechern haben Amazon und Google weiterhin die Nase vorn. Doch auch andere Lösungen haben großes Potenzial. Im Auto und bei den Wearables wird ebenfalls zunehmend auf die Vorzüge von Sprachsteuerung gesetzt.

In den eigenen vier Wänden wollen viele Anwender nicht mehr auf die Vorzüge eines Sprachassistenten verzichten. Geht es nach dem chinesischen Unternehmen Byton, soll dieser Komfort zukünftig auch auf das Auto ausgeweitet werden. Auf der CES in Las Vegas stellte Byton einen Elektro-SUV vor, der neben Gesichts- und Gestenerkennung sowie Touch-Funktionen auch auf Alexa-Sprachsteuerung setzt.

Dank der Auswertung von Daten wie Blutdruck und Gewicht soll das futuristische Gefährt sogar die Gesundheit des Fahrers unter die Lupe nehmen können. Fahren kann das Gerät natürlich auch. Mit dem Standardmodell soll man ohne zwischenzeitliches Aufladen bis zu 400 Kilometer zurücklegen können. Für umgerechnet rund 37.500 Euro könnte es ab 2019 also deutlich unterhaltsamer werden, sollte man mal wieder im Berufsverkehr feststecken, zumal auch ein 125×25-Zentimter großer Bildschirm zur Ausstattung gehört.

Byton SUV (Bild: Byton)Byton SUV (Bild: Byton)

Man muss sich aber nicht gleich ein Auto zulegen, um sich mit Hilfe von Sprachassistenten das Leben ein wenig einfacher und komfortabler zu machen. Per Amazons Alexa lassen sich neben dem Lautsprecher u.a. auch das Licht, der Fernseher, der Kühlschrank oder der heimische Ofen kontrollieren. Die Vorzüge von Sprachsteuerung im Smart Home liegen auf der Hand, und die Verbraucher nehmen die Neuerungen an, wie sich vor allem am Boom der vernetzten Lautsprecher erkennen lässt. Für 2018 rechnet die Consumer Technology Association (CTA) mit über 43 Millionen verkauften smarten Lautsprechern – allein auf dem US-Markt. Das entspräche nahezu einer Verdoppelung des Umsatzes auf fast 4 Milliarden Dollar innerhalb eines Jahres.

Echo Show (Bild: Amazon)Echo Show (Bild: Amazon)

 

Google versucht Lücke zu Amazon zu schließen

Weltweiter Marktführer ist Amazon. Zwei Drittel aller verkauften smarten Lautsprecher stammen aus der Echo-Serie. Größter Konkurrent ist Google mit den Home-Lautsprechern. Zwar kann Google, was den Sprachassistenten betrifft, die ausgereiftere Lösung präsentieren, doch als Trailblazer mit der zumeist besseren Hardware hat sich Amazon einen deutlichen Vorsprung erarbeitet. Diesen versucht Google nun Schritt für Schritt aufzuholen. Nachdem Amazon Ende des Jahres bereits mit Echo Show einen vernetzten Lautsprecher auf den Markt brachte, der über einen Bildschirm verfügt, präsentiert Google mit seinen Partnern auf der CES nun das Lenovo Smart Display und den JBL Link View. So lassen sich u.a. Fotos aus der Cloud zeigen oder auch Google Maps nutzen. Per Google Duo können zudem Videos abgerufen werden. Da beide Geräte das Abspielen von YouTube-Videos ermöglichen, eignet sich das Gerät nicht nur zur visuellen Unterhaltung, sondern etwa auch als Kochassistent in der Küche, wenn man per Video-Anleitung ein neues Rezept ausprobieren möchte. Die Tatsache, dass das Konkurrenzprodukt von Amazon seit Dezember nicht mehr auf YouTube zugreifen kann, da Google hier einen Riegel vorschob, zeigt, wie umkämpft der Markt ist.

JBL Link View (Bild: JBL)JBL Link View (Bild: JBL)

ULE-Funk ermöglicht herstellerübergreifende Smart-Home-Lösungen – und rettet sogar Leben

Dass das Smart Home zukünftig per Sprache gesteuert werden wird, gilt nicht nur unter Experten als ausgemacht. Welche Lösung und welche Unternehmen sich am Ende durchsetzen, ist jedoch noch längst nicht entschieden. Beispielsweise eignet sich auch der noch recht neue Ultra-Low-Energy-Standard (ULE) etwa aufgrund der hochentwickelten Zwei-Wege-Sprachübertragung fürs Smart Home. Der Standard basiert auf DECT-Technologie, wie man sie von der Schnurlostelefonie kennt, und gilt als besonders sicher. Auf der CES zeigte die ULE Alliance, die u.a. auch für die Zertifizierung von ULE-Produkten zuständig ist, wie ein modernes Smart Home aussehen kann, das sich per Sprache steuern lässt. Einer der großen Vorteile von ULE ist, dass sich die einzelnen Geräte und Komponenten unabhängig vom Hersteller garantiert miteinander kombinieren lassen, wenn diese zertifiziert wurden. Mitunter können aber auch Produkte, die nicht offiziell zertifiziert wurden, miteinander vernetzt werden – wie beispielsweise ein aktueller FRITZ!Box-Router mit ULE-Produkten der Deutschen Telekom wie den Bewegungsmeldern, Tür-/Fensterkontakten oder auch Wandtastern.

Home Automation mit ULE (Bild: ULE Alliance)Home Automation mit ULE (Bild: ULE Alliance)

Der Chip-Hersteller DSP Group, Mitglied der ULE Alliance, verkündete auf der CES gleich eine Reihe an neuen Partnerschaften, etwa mit dem Küchenhersteller Howdens sowie Aprotech. Aprotech nutzt ULE nunmehr für sein neustes Notruf-Wearable, über das bei Bedarf ein Notruf abgesetzt werden kann – mit Sprachübertragung in beide Richtungen. Je nach System können sprachbasierte Lösungen also nicht nur den Komfort erhöhen, sondern gar zum Lebensretter werden.

Themenseiten: Smart Home

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Smart-Home-Lösungen: Sprachübertragung gibt den Ton an

Kommentar hinzufügen
  • Am 15. Januar 2018 um 6:31 von Frank Furter

    Natürlich ist Sprachsteuerung von ganz besonderer Bedeutung!
    Der Nutzer willigt dafür ein, dass ALLE Geräusche aufgenommen und analysiert werden dürfen.
    Der Traum jeden Überwachungsstaats!
    Keine Agenten mit Richtmikrophonen in der Wohnung gegenüber, keine Einbrüche, um irgendwo Wanzen zu verstecken, nein – der zu Überwachende hat bereits überall Aufnahmegeräte an der optimalen Position aufgestellt.
    Da Menschen, die Smart Home und andere moderne Funktionen nutzen und jedem Hype folgen, immer an der Spitze der technischen Entwicklung stehen wollen, werden sie bereitwilligst jedes Update (auch wenn es das staatliche Überwachungsmodul des BKA/BND enthält) herunterladen und installieren.

    Und wenn dann eines Morgens früh um 4 das SEK die Wohnung stürmt, beginnt das große Verwundern, sie hatten doch nur die Rollen für die Aufführung des Schultheaters in der Wohnung geübt.
    Was kann der arme Algorhytmus des Überwachungsprogramms denn dafür, dass dabei bestimmte verdächtige Schlüsselworte überdurchschnittlich häufig gesprochen wurden?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *