Accessibility Services: Google pausiert Löschung von Android-Apps

Entwickler erhalten weitere 30 Tage, um die Nutzung der Bedienungshilfen zu begründen. Google will sie gemäß seiner Richtlinien generell auf Apps für Nutzer mit körperlichen Einschränkungen begrenzen. Aber auch beliebte Apps wie Passwortmanager sind auf die Accessibility API angewiesen.

Google hat seine Ankündigung vorübergehend ausgesetzt, Apps aus dem Play Store zu entfernen, die die API für Accessibility Services regelwidrig nutzen. In einer E-Mail, die ArsTechnica vorliegt, gibt das Unternehmen seinen Entwicklern nun weitere 30 Tage, um eine „verantwortungsvolle und innovative“ Nutzung der Bedienungshilfen dazulegen.

Smartphone-Apps (Bild: Shutterstock / Oleksiy Mark)„Falls Sie glauben, dass Ihre App die Accessibility-API für einen verantwortungsvollen und innovativen Zweck verwendet, der sich nicht auf Bedienungshilfen bezieht, dann antworten Sie bitte auf diese E-Mail und erklären Sie uns, welche Vorteile Ihre App für Nutzer hat“, schreibt Google an seine Entwickler. „Diese Art von Feedback könnte hilfreich sein, während wir die Bewertung der Bedienungshilfen abschließen.“

Im November hatte Google seine Entwickler aufgefordert, die Nutzung der Accessibility Services zu begründen, falls sie für Funktionen verwendet werden, die nicht auf Nutzer mit körperlichen Einschränkungen ausgerichtet sind. Alternativ forderte das Unternehmen auf, die Accessibility Services aus der App zu entfernen oder die fragliche App zurückzuziehen. Andernfalls behalte sich Google vor, die fraglichen Apps aus seinem Angebot zu entfernen.

Android Police nannte verschiedene Beispiele für Apps, die auf die Programmierschnittstelle zugreifen, um Funktionen wie das Ausfüllen von Textfeldern zu realisieren. Dazu gehören Passwortmanager wie LastPass oder Apps, die auf die Zwischenablage zugreifen wie Clipboard Actions.

Die Accessibility Services lassen sich aber auch für schädliche Funktionen missbrauchen, was der eigentliche Grund für Googles Entscheidung ist, die schon länger bestehenden Regeln für den Einsatz der Bedienungshilfen nun durchzusetzen. Unter anderem können die Bedienungshilfen Dialoge oder Informationen im Vordergrund einblenden, was Cyberkriminelle nutzen, um zusätzliche Berechtigungen zu erhalten.

Eigentlich wäre die von Google ursprünglich gesetzte Frist dieser Tage abgelaufen. Sie hatte jedoch schon im November für harsche Kritik von Entwicklern gesorgt. „Wenn wir das wörtlich nehmen, dann kann sogar eine App untersagt werden, die für die Nutzung durch Menschen mit Einschränkungen gedacht ist, weil sie auch Anwendern die Nutzung erlaubt, die nicht behindert sind. Eine App kann das gar nicht verhindern“ sagte beispielsweise Joao Dias, Autor der App AutoTools. „Wenn sie das durchsetzen, dann werden entweder viele Apps verschwinden oder einige ziemlich nützliche Features verlieren“, ergänzte der Autor der App Status. Unklar ist, ob Google nun auf diese Kritik reagiert oder es sich als schwieriger erweist als geplant, die Richtlinie durchzusetzen.

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[mit Material von Jake Smith, ZDNet.com]

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